Fotos: Sascha-Pascal Schimmel

Die Kinder-Akademie Fulda hat es zuletzt gleich doppelt getroffen. Nun scheint die Lage sich aber zu bessern. Viele Angebote starten nach dem Corona-Lockdown wieder. Und es wartet eine neue Sonderausstellung.

Es sind schon herausfordernde Zeiten für die Kinder-Akademie Fulda (KAF). Erst fällt ihre Geschäftsführerin Dr. Yvonne Petrina monatelang gesundheitsbedingt aus. Und dann kommt auch noch Corona angerumpelt und wirft die Pläne der KAF über den Haufen. Kurzarbeit für die Team-Mitglieder ist die Folge. Nun geht es aber ein Stück weit bergauf.

Die KAF wird ab dem 2. Juni wieder geöffnet sein – nach acht Wochen Stillstand ohne Besuchereinnahmen. Das sagte Geschäftsführerin Petrina am Dienstag auf einer Pressekonferenz. „Es ist noch viel zu tun, aber wir haben noch etwas Zeit.“ Einiges wird anders sein in der KAF – die ihren Besuchern dennoch viel zu bieten hat.

Neustart der Kinder-Akademie Fulda mit Corona-Einschränkungen

Kleinteilige Exponate wie das Duplo-Becken werden vorerst verschwinden, weil sie schwer zu reinigen sind. Eingang und Ausgang werden getrennt sein. Es wird eine Maskenpflicht für Gäste ab sieben Jahren und eine –empfehlung für jüngere geben. Die Anzahl der Gäste wird auf 48 begrenzt sein. Im Raum, in dem sich das Begehbare Herz befindet, dürfen sich nur sieben Personen auf einmal aufhalten, im Herz selbst maximal eine.

Mit dem Neustart erwartet die KAF-Besucher eine tolle Ausstellung. Sie beschäftigt sich mit Zucker. „Süß bis bittersüß – von Zuckern und anderen Naschereien“ nennt sie sich. Das KAF-Team beleuchtet den süßen Stoff von vielen Seiten. Natürlich spielt Gesundheit eine Rolle. Welche Krankheiten können mit zu viel Zuckerkonsum einhergehen – Diabetes, Karies und Adipositas zum Beispiel.

Homo Zuckerino begleitet die Besucher durch die Ausstellung.

„Zucker nicht verteufeln“

„Wir wollen Zucker aber auch nicht verteufeln“, sagte Dr. Sabine Schmalz am Dienstag. Sie ist in der KAF als Museumspädagogin mit dem Schwerpunkt MINT angestellt. „Zucker ist als Energieträger wichtig für unser Gehirn.“

Die Besucher erfahren, warum es normal ist, wenn wir auf Zucker abfahren. Sie lernen, wie die Energie aus dem Zucker in unser Blut gelangt, und welche Arten es gibt. Sie lernen Interaktiv, wie viel Zucker in welchen Lebensmitteln steckt, und welche Art Sport wie viel Energie verbraucht.

In einem weiteren Teil behandelt die Ausstellung die gesellschaftliche Bedeutung von Zucker. Sie zeigt Fotografien des Fotojournalisten Christof Krackhardt, die Arbeiter auf Zuckerrohplantagen abbilden.

Aufnahmen von Christof Krackhardt

Eine Karikaturenreihe, die KAF-Museumspädagogin Lisa Hendrich auf die Beine gestellt hat, besteht aus teils ernsten, teils humoristischen Motiven. Sie zeigt die Ausbeutung von Sklaven, Menschen, deren Bäuche wegen zu großen Zuckerkonsums schmerzen, und Zuckerrohr und Zuckerrübe im Kampf um die Vorherrschaft im Zucker-Business.

Wer hat die Macht im Zuckerland?

Lob für Krisenmanagement

„Wir haben unsere Besucher, unsere Kinder vermisst“, sagte Dr. Schmalz. „Wir sind bemüht, Kontakt zu halten.“ Während der vergangenen Wochen hat die KAF auf Instagram Rätsel und Videos von Experimenten veröffentlicht. „Wir hatten ein tolles Krisenmanagement“, so Schmalz weiter. „Frau Petrina ist im Krankenstand gewesen. Lisa Hendrich hat sie vertreten.“

Auch die Kunstschulkurse werden wieder stattfinden. „Dort zeigen wir den Kindern Kunst und arbeiten mit ihnen“, sagte Ulrike Kuborn. Sie ist freischaffende Künstlerin und arbeitet für die KAF. Während die Einrichtung dicht gewesen ist, konnten sich die Kinder Tüten abholen. Darin haben sich Utensilien befunden, mit denen sie daheim arbeiten konnten. „Die Kinder haben den Künstlern Karten geschickt“, sagte Kuborn während der Pressekonferenz. Sie wies darauf hin, dass der Künstler Alexander Litwinow noch Platz für Teilnehmer in seinem Kurs habe. „Mir ist wichtig zu sagen, dass es bei uns zeitgenössische Kunst zu sehen gibt.“

Gemälde von Alexander Litwinow

Neben den Kunstschulkursen starten die Erfinderclubs am 2. Juni wieder. Zudem wird die Sommerakademie stattfinden. Weitere Infos von Seiten der KAF werden folgen. Sollte Corona es zulassen, könnte es im Herbst unter Umständen ein Kunstseminar geben.

Auf den Besuch von Schulklassen hingegen muss die KAF auf unabsehbare Zeit verzichten. Ausflüge stehen weiterhin nicht auf dem Programm von hessischen Schulen. „Wir hoffen, dass viele Einzelbesucher kommen“, sagte Geschäftsführerin Petrina. Die KAF freue sich auf jeden einzelnen.

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Über Sascha-Pascal Schimmel

https://medium.com/@SaschaPascalSchimmel/meine-storys-b0d6414bfd17