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Kitas sind weiterhin geschlossen, der Schulbetrieb läuft nur langsam an. Von normal kann hier längst noch keine Rede sein. Für viele Eltern, die nicht zur Berufs- und Personengruppe gehören, die in den Genuss der Notbetreuung kommen, bedeutet das: Sie müssen weiterhin Kind, Haushalt und Beruf gleichzeitig wuppen. In Fulda nimmt aber die Zahl der notbetreuten Kinder zu.

Ab dem 2. Juni sollen Kitas mit einem eingeschränkten Regelbetrieb wieder öffnen. Auch Tagesmütter dürfen bis dahin nicht arbeiten, so heißt es auf der Website des hessischen Sozialministeriums. Viele Eltern müssen ihre Kinder zu Hause betreuen. Für einige Personen- und Berufsgruppen wird die sogenannte Notbetreuung sichergestellt. In Fulda betreffe das circa 350 Kinder, so Bürgermeister Dag Wehner (CDU) in der Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Montag auf Anfrage der SPD-Fraktion vom 27. April bezüglich der Notbetreuung. Die Tendenz sei steigend.

Ob es sich hier um Kinder unter oder über drei Jahren handelt, würde nicht differenziert. Wehner geht jedoch davon aus, dass mehr als 80 Prozent der Kinder, die weiterhin außer Haus betreut werden, zur Ü3-Altersgruppe gehören. Vergleicht man das mit den Kindern, die normalerweise in Kitas und Schulen angemeldet sind, kommt man insgesamt auf 14,9 Prozent angemeldeter Kinder, die momentan notbetreut werden. Eine große Mehrheit wird also zu Hause betreut. Die Zahl der Berufs- und Personengruppen, denen eine Notbetreuung zusteht, hatte sich seit den Schließungen zudem auf 24 erhöht.

Weniger Meldungen über Kindeswohlgefährdung

Welche Auswirkungen das auf Fulda hat und ob es erhöhten Unterstützungsbedarf gibt, könne momentan nicht beobachtet werden, erklärt Wehner auf eine Anfrage von Die Linke.Offene Liste / Menschen für Fulda vom 28. April bezüglich der Auswirkungen der Kita- und Schulschließungen. Meldungen über Kindeswohlgefährdungen lägen, auch unabhängig von den aktuell fehlenden Meldungen aus Kitas und Schulen, deutlich unter dem üblichen Wert.

Auch bei der Anmeldung auf Unterstützungsbedarf seien viele Familien zögerlich. Dies ließe sich laut Wehner darauf zurückführen, dass Menschen durch die Kontaktbeschränkung und Verwaltungsschließungen verunsichert sind, ob sie einen Termin beim Jugendamt überhaupt wahrnehmen können. Sollte es jedoch zu einer Mehrbelastung kommen, seien die Jugendämter gerüstet, so Bürgermeister Wehner.

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