Auch die Pizzeria Davis eröffnet am Freitag wieder – mit erweitertem Außenbereich. (Foto: Luisa Hauser)

Es ist soweit: Ab Freitag, den 15. Mai, dürfen hessische Gastronomien ihren Innen- und Außenbereich wieder für Gäste öffnen – allerdings unter strengen Auflagen. Welche das sind, wie Bars und Restaurants in Fulda diese Maßnahmen umsetzen und ob sich das überhaupt für alle lohnt, haben wir dir zusammengefasst.

Die hessische Regierung gibt grünes Licht für Gastronomen: Seit heute kann wieder bewirtet werden. Allerdings nur, wenn die Auslegungshinweise, die das hessische Ministerium für Wirtschaft in seiner Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung nennt, beachtet werden. Die sieht vor allem folgende Punkte vor:

  • Maximal eine Person pro fünf Quadratmetern zugänglicher Fläche
  • Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen, ausgenommen Angehörigen eines Hausstandes und gegebenenfalls eines weiteren Hausstandes
  • Name, Anschrift und Telefonnummer eines jeden Gastes müssen unter Beachtung der Datenschutzbestimmungen notiert werden, um mögliche Infektionsketten zurückverfolgen zu können
  • Das Personal muss eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen
  • Es dürfen keine Gegenstände zur gemeinsamen Nutzung bereitgestellt werden (z.B. Zuckerstreuer)
  • Hygienemaßnahmen müssen getroffen und überwacht werden
  • Gäste müssen per Aushang über die Maßnahmen informiert werden

Lokale, die diese Auflagen nicht erfüllen können, müssen geschlossen bleiben und dürfen ihr Essen weiterhin nur zum Mitnehmen oder Liefern anbieten. Doch auch viele, die theoretisch die Möglichkeit hätten, öffnen ihre Gaststätte noch nicht, wie die Hessenschau berichtet. Laut dem Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Hessen, Julius Wagner, bleibt etwa jede vierte Gaststätte geschlossen, so der hessische Radiosender FFH.

Das habe vor allem wirtschaftliche Gründe: Um die Vorschriften einzuhalten, werde viel Personal benötigt, im Gegenzug könne man aber durch die Abstandsregelung nur sehr wenige Gäste bedienen. Zusätzlich zur Miete entstünden also hohe Kosten, die man durch die Bewirtung nicht ausgleichen könne. Auch für einige Fuldaer Gastronomen rechnet sich das nicht, ihre Lokale bleiben zunächst weiterhin geschlossen.

Im Café IDEAl stehen die Tische ebenfalls auf Abstand. (Foto: Luisa Hauser)

Gastronomen wägen ab: Lohnt sich die Öffnung unter den Hygienevorschriften?

So auch das Chaang Noi in der Marktstraße. Das Thai-Restaurant bietet seine Speisen momentan zum Mitnehmen an, Sitzplätze zum Essen vor Ort wird es erstmal nicht geben. Das liege in erster Linie an den strengen Vorschriften, erklärt Geschäftsführer Watcharin Promlee. Im unterirdischen Restaurant sei generell wenig Platz, zudem sei die Belüftung nicht gut. “Ich kann es meinen Gästen und meinen 17 Mitarbeitern gegenüber nicht verantworten, unter diesen Umständen zu öffnen”, so Promlee. Aber auch ein anderer Aspekt trage zum Entschluss bei, die Pforten nur für das To-go-Geschäft zu öffnen: “Gastfreundlichkeit ist mir sehr wichtig. Da gehört ein Lächeln, das man durch den Mundschutz nicht sehen kann, genau so dazu, wie ein nettes Gespräch mit dem Gast.” Wenn man sich mit Freunden und Familie zum gemeinsamen Essen treffe, solle man eine gute Zeit haben, sich wohlfühlen und das Essen ohne möglichen Zeitdruck genießen. Abholer von Speisen zum Mitnehmen sind aber weiterhin sehr willkommen, und Promlee hofft, seine Gäste bald wieder unter besseren Umständen persönlich begrüßen zu dürfen.

Die Pizzeria Davis hingegen wird sowohl ihren Innen- als auch Außenbereich öffnen. Der kleine Innenhof wurde in Absprache mit Nachbarn und Vermieter auf das Nachbargrundstück erweitert, und so kann das Restaurant insgesamt 40 Sitzplätze anbieten, von denen 30 im Außenbereich liegen. Man freue sich bereits, den Menschen wieder die Gelegenheit zu geben, sich zum gemeinsamen Essen am Abend oder in der Mittagspause zu verabreden. “Ich verstehe aber auch die Gastronomen, die noch nicht wieder öffnen. Es ist schon alles sehr schwierig und es lohnt sich nicht für jeden”, erklärt Geschäftsführer David Matz. Das To-go-Geschäft bleibe natürlich erhalten, es fange einiges auf, vor allem wenn bei schlechtem Wetter der große Außenbereich nicht genutzt werden könne. Die Gäste werden gebeten, vorher zu reservieren und ein ausgefülltes Formular mit den benötigten persönlichen Daten mitzubringen, das die Pizzeria online zur Verfügung stellt. So gewährleiste man bessere Planung und dass niemand weggeschickt werden müsse, wenn es gerade voll sei.

“Die Arbeitsplätze möchten wir auf keinen Fall riskieren”

Es gibt noch viele weitere Gastronomien, die dich ab heute wieder bewirten werden. Die Heimat öffnet ihren Außenbereich, wo sie aktuell zehn der normalerweise 21 Plätze anbieten kann. Das Café Ideal öffnet und bietet sogar das beliebte Frühstücksbuffet an, allerdings ohne Selbstbedienung. San Remo, Bellini, Chumbos und das Café Heilemann öffnen sowohl ihre Innen- als auch Außenbereiche. Auch die Alte Schule will wieder öffnen, sobald die zurzeit stattfindende Renovierung abgeschlossen ist. Das werde vermutlich nächste oder übernächste Woche der Fall sein.

Information ist Pflicht: Die Restaurants müssen ihre Gäste über die Regelungen informieren. (Foto: Luisa Hauser)

Zunächst weiter geschlossen bleibt beispielsweise der Stadtmetzger, der seine Speisen und Waren aktuell gerne zum Mitnehmen anbietet. Der Löwe öffnet am Freitag noch nicht, wird aber eventuell den Gastronomiebereich demnächst eröffnen. Man überlege sich gerade, wie man das Konzept des Ladens unter den Maßnahmen am besten umsetzen könne. Das Café Glück erklärt auf seinen Social-Media-Kanälen, wieso es am 15. Mai noch nicht öffnet. “Im Falle einer erneuten Schließung werden wir ein ernsthaftes Problem haben. Das Café Glück hat aktuell 11 Festangestellte und fast 20 Minijobber. Diese Arbeitsplätze möchten wir auf gar keinen Fall riskieren”, heißt es dort.

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