RiMS, Fulda, Schule, Richard-Müller-Schule, Johannes Ruppel
Auch an der Richard-Müller-Schule waren die Abschlussjahrgänge von Einschränkungen vor und während den Prüfungen betroffen. (Foto: Johannes Ruppel)

Die Ergebnisse stehen noch aus, doch Medien berichteten bereits von Klagen, in denen Schülerinnen und Schüler die Rechtskräftigkeit des während der Corona-Krise geschriebenen Abiturs anfechten. Auch die bevorstehenden FOS-Prüfungen finden unter strengen Auflagen statt. Kann die Leistung in der Ausnahmesituation überhaupt fair bewertet werden? Wie stark ist die Stimmung beeinträchtigt? Dazu hat sich move36 an den Schulen im Landkreis umgehört. 

„Findet das Abitur nun statt oder nicht?“, „Schaffe ich es, mich ohne regulären Unterricht ausreichend auf die Prüfungen vorzubereiten?“, „Ist mein Abschluss genau so viel wert wie der der anderen Jahrgänge?“: All das könnten Fragen sein, die in den vergangenen Monaten in den Köpfen vieler Schüler herumspukten. Zurecht, denn als COVID-19 uns in den Lockdown zwang, wusste niemand so recht, wie es nun genau weitergeht. Doch die Abiturprüfungen fanden, unter Einhaltung der vorgegebenen Hygienemaßnahmen, wie geplant statt. „Wir arbeiten unter strengen Vorschriften, die das hessische Kultusministerium uns sehr ausführlich übermittelt, und dementsprechend sind die Noten und Abschlüsse rechtskräftig“, versichert eine Schulleitung aus dem Landkreis Fulda.

“Die Schüler wollten es hinter sich bringen”

„Wir haben keine besorgten Schüler. Bedenken gab es nur vorher, als noch nicht sicher war, ob und wie die Prüfungen stattfinden, insbesondere seitens der Abiturienten. Aber das ist normal, wenn sich etwas an der herkömmlichen Struktur ändert.” Vor den Prüfungen gäbe es immer Sorgen und Ängste. Medien hätten widersprüchlich berichtet und Meldungen aus verschiedenen Bundesländern hätten sich vermischt, was die Schüler verunsichert habe. „Als dann klar war, dass die Prüfungen geschrieben werden, waren die Schüler glücklich. Sie wollten das hinter sich bringen.“ Dies sei auch bei den Schülern der Fachoberschule der Fall, die nächste Woche ihre Prüfungen schreiben werden.

Wie sieht es bei den Schülern aus, die nach ihrem Abschluss eine Ausbildung beginnen möchten? „Hier kann es sein, dass die Kommunikation zwischen Bewerbern und Betrieben etwas verzögert stattfindet“, so die Schulleitung. „Es gibt viele Rückfragen der Betriebe an uns, wann die Bewerber ihren Abschluss machen und ob alles normal abläuft.“ Die allgemeine Verunsicherung beziehe sich aber nur darauf, wann und wie die Prüfungen stattfinden, die Gültigkeit dieser werde nicht infrage gestellt.

“Natürlich ist die Situation gespenstisch”

Auch an der Richard-Müller-Schule ist die Lage entspannt. „Das Abitur ist eigentlich überhaupt kein Thema“, erklärt Schulleiterin Claudia Hümmler-Hille. „Die Prüfungsaufgaben des schriftlichen Abiturs beziehen sich auf die letzten drei Halbjahre, also Q1, Q2 und Q3, nicht auf den Unterricht aus Q4.“ Bis dahin konnte der Unterricht normal stattfinden, daher hätten die Schüler keinen Stoff verpasst, der für das Abitur relevant war. „Was das mündliche Abitur angeht, sind die Schülerinnen und Schüler mit den betreuenden Lehrkräften im Gespräch, und es wird berücksichtigt, dass der verpasste Stoff aus Q4 entweder nicht prüfungsrelevant ist oder wenn, dann nur, wenn es so abgesprochen wurde.“ 

Die Abschlussklassen der Fachoberschule, die ab dem 14. Mai ihre Prüfungen schreiben, haben zurzeit Unterricht. So könne laut Hümmler-Hille sichergestellt werden, dass die Prüfungsinhalte ausreichend besprochen werden. Die Abschlussklassen der Berufsschüler werden ebenfalls beschult. 

„Sowohl die Verwaltung als auch die Lehrer berücksichtigen die aktuelle Lage“, erklärt Hümmler-Hille noch. „Natürlich ist die Situation insgesamt gespenstisch, es sind besondere Zeiten, aber das weiß auch jeder und wir bemühen uns ­– darauf können sich die Schülerinnen und Schüler verlassen.“

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