Der eine näht sich die Maske selbst, der andere greift zu Luxusmasken. (Foto: Gryffyn / Unsplash)

Die Gesichtsmaske ist das auffälligste Zeichen der Covid-19-Krise. Schon lange kennen wir sie aus den Smog-verseuchten Metropolen Asiens – doch nicht nur als schützendes, sondern auch schick-dystopisches Mode-Accessoire. Auf den Laufstegen der Welt kommen Gesichtsmasken immer wieder zum Einsatz – häufig um einen Schockeffekt zu erzielen. Kommt das Fashion-Produkt nun auch in Europa an? Und was muss ich hinsichtlich Schutz und Nutzung der verschiedenen Masken beachten?

Gesichtsmasken, die Mund und Nase bedecken sind aktuell heiß begehrt. In vielen Apotheken und Onlineshops sind medizinische OP-Masken restlos ausverkauft. Auch in den Baumärkten fehlt es an FFP3-Masken, die besonders Feinstaub aus der Luft filtern sollen. Doch Gesundheitsexperten warnen: Auch das Tragen der FFP3-Variante sichert keinen vollkommenen Schutz vor einer Infektion. Und während dieser Debatte wird eine dritte Produktvariante zur begehrten und stetig teureren Ware: der Designer-Mundschutz.

Bereits während der Spanischen Grippe 1918/19 trugen in Europa viele Masken. Dennoch ist das Tragen einer Maske heute in Europa oder überhaupt im Westen ein skurriles Bild, während es in Asien in vielen Metropolen zum Alltag gehört, wenn man wieder Smog-Alarm ist. Insbesondere die chinesische Hauptstadt Peking wird immer wieder von einem riesigen Smog-Nebel eingenommen. Deshalb wird auch Touristen immer wieder das Tragen von Atemschutzmasken bei Reisen nach China empfohlen.

Asiaten tragen Gesichtsmasken hauptsächlich gegen Smog

China ist aber nicht das einzige asiatische Land, in dem die Menschen die Atemschutzmaske in ihren Alltag integriert haben. Japaner tragen sie zum Beispiel als Schutz vor einer Erkältung oder Grippe, nutzen sie aber gleichsam als eine Art Modeprodukt. So ist es nicht ungewöhnlich, dass in Japan einige Einheimische mit Masken aus Seide, auffälligem Print oder Baumwolle passend zum Outfit herumlaufen. Wir im Westen haben darüber bisher eher die Nase gerümpft.

Der Mundschutz gehört in Asien zum gängigen Straßenbild. Die Frau auf diesem Foto trägt eine FFP3-Maske. Der Schutzgrad (FFP1, FFP2, FFP3) ist auf der Maske aufgedruckt. (Foto: Kay Lau/Unsplash)

Die Modewelt hat den Mundschutz bereits in der nahen Vergangenheit für sich entdeckt. Immer wieder versuchten High-Fashion-Designer, die Problematik auf den Runway zu bringen – und entwarfen passend zur Kollektion Gesichtsmasken. Besonders beliebt sind die Streetwear-Modelle von Off-White. Diese sind schon lange restlos ausverkauft. Auf Portalen wie StockX werden sie aktuell für 150 bis 300 Euro gehandelt. Viele bekannte Promis und Influencer präsentieren aktuell ihre Maske passend zur Mode. So wie das Model Jessica Hart im luxuriösen Louis-Vuitton-Look.

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Promis setzen jetzt auf Luxus-Schutzmasken: Das Model Jessica Hart trägt eine Maske von Louis Vuitton. (Foto: Instagram)

Schon 2018 mit Maske auf dem Laufsteg

Auch die Modedesignerin Marine Serre entwarf Gesichtsmasken passend zur ihrer “Futurewear” für Frühjahr/Sommer 2020 und schickte so ihre Models über den Runway. Doch das ist fast ein Dreivierteljahr her. Die Designerin zeigte die Gesichtsmaske nicht zum ersten Mal: Bereits 2018 zeigte sie sie zum Thema Klimawandel. Diese Themen gehören seitdem zu ihrer Arbeit. Es wirkt wie eine düstere Vorahnung. Kaum jemand hätte geglaubt, dass die Gesichtsmaske aufgrund einer globalen Pandemie zu einem Massenphänomen wird.

Für Frühjahr/Sommer 2020 zeigte Newcomer-Designerin Marine Serre Gesichtsmasken, die gegen Abgase schützen sollten – das unterstützte das dystopische Thema ihrer Kollektion. 

Welche Gesichtsmasken schützen nun am besten?

Atemschutzmasken der Kategorie FFP2/FFP3 schützen dich am besten vor einer Infektion, sollten aber weiterhin medizinischem Personal vorbehalten bleiben. Sie schützen vor kleinen Tröpfchen, sogenannten Aerosolen, Rauch und Feinstaub in der Atemluft. Eine europaweite Norm (EN 149) regelt die Qualität dieser Masken. Es gibt drei Schutzklassen: FFP1, FFP2 und FFP3. Dabei steht FFP für “Filtering Face Piece”. Zum Schutz vor dem Coronavirus sind mindestens Masken der Klasse FFP2 notwendig, besser sind Masken der Klasse FFP3.

Wie gut schützt dich eine Einmalmaske?

Der auch als chirurgische Maske bezeichnete Mund- und Nasenschutz wird besonders in Krankenhäusern und Arztpraxen verwendet. Er besteht aus mehreren Lagen Papier und Vlies, wird hinter den Ohren fixiert und soll vor Erregern und Sekrettröpfchen schützen. Diese Masken halten größere Partikel ab, verfügen aber nicht über Filter, um vor Viren zu schützen. Der Schutz vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 ist gering. Spätestens nach einmaligem Gebrauch solltest du sie entsorgen. Klinikmitarbeiter tragen sie längstens für eine Schicht, also sechs bis acht Stunden.

Was du beim Tragen der Gesichtsmaske beachten solltest

Die meisten Menschen sind es nicht gewohnt, eine Maske zu tragen. Es kann innen beschlagen, jucken oder dich sogar irritieren. Doch während du die Maske trägst, solltest du sie nicht anfassen. Falls das passiert, solltest du die Hände mit Seife waschen oder desinfizieren. Egal wie gut eine Gesichtsmaske filtern kann – an der Maske sammeln sich vielleicht Erreger. Wenn die Maske innen durchfeuchtet ist, solltest du sie wechseln. In der Regel nach sechs bis acht Stunden. Um die Maske abzusetzen, solltest du sie hinten an den Bändern öffnen, auf keinen Fall vorne am schützenden Bereich. Die Gesichtsmaske kannst du dann entsorgen – möglichst in eine Mülltonne mit Deckel. Hände gründlich mit Seife reinigen.

Welchen Schutz bieten Tücher, Schals oder selbstgenähte Masken? 

Diverse Nähstoffe können zwar einen gewissen Schutz bieten, da sie eine gewisse Barriere darstellen. Somit wird verhindert, dass eigene Sekrettröpfchen mit Wucht in die Umgebung geschleudert werden. Auch Erreger von außen gelangen auf diese Weise nicht ungehindert in Mund und Nase. Prinzipiell ist das besser als nichts, doch du solltest auf einige Hygieneregeln beachten: Deine Gesichtsmaske sollte aus kochbarem Baumwollstoff bestehen. Um Viren abzutöten, muss er in der Waschmaschine bei 60 Grad gereinigt oder für fünf Minuten in ein kochendes Wasserbad gelegt werden. Damit die Maske möglichst eng über der Nase anliegt, muss an der oberen Kante ein Draht eingenäht werden. Der Bügel hält die Maske in Form und in der richtigen Position, so kann nichts mehr verrutschen.

Wichtige Tipps, wie du mit deiner Gesichtsmaske umgehen solltest:

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