Cappy, Mundschutz, Gesichtsmaske
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In unserem wöchentlichen Update erfährst du jeden Sonntag die wichtigsten Infos zur Corona-Krise im Kreis Fulda und auch Hessen. Diese Woche: Regierung beschert Hessen viele Corona-Lockerungen. Arbeitslosigkeit trifft Frauen und junge Menschen. Schulen kommende Woche erneut Thema der Politik.

Beschlüsse, Hinweise und Hilfen der hessischen Landesregierung zum Coronavirus findest du zudem unter corona.hessen.de sowie zum Kreis Fulda unter corona-fulda.de.

Corona-Infektionen in Hessen und im Kreis Fulda

In Hessen hat es laut dem hessischen Sozialministerium bis Samstag (03.05.2020) 8514 bestätigte Infektionen mit Sars-CoV-2 gegeben. Das waren 544 mehr als sieben Tage zuvor. 370 Menschen, die sich infiziert hatten, sind bis zu diesem Zeitpunkt gestorben. Auf 100.000 Bewohner des Bundeslandes kommen 136 bestätigte Fälle. Im Landkreis Fulda sind es 134.

Hier hat das Gesundheitsamt bisher 298 Infektionen mit dem nicht mehr ganz so neuem Coronavirus gezählt – drei mehr als eine Woche zuvor. Elf Infizierte sind gestorben. In einer Pressemitteilungen des Kreises vom 30. April heißt es, dass 179 Menschen wieder genesen seien, 108 seien weiterhin infiziert. Von ihnen befänden sich 19 in stationärer Behandlung, vier würden beatmet.

Laut der Pressemitteilung befinden sich zurzeit 662 Infizierte und Kontaktpersonen in Quarantäne. Bisher seien 3158 Abstriche gemacht worden. 2673 seien negativ. Die Ergebnisse von 187 Corona-Tests seien noch offen.

Diese Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Hessen kommen

Ab Montag (4. Mai.) wird es in Hessen einige Lockerungen geben. Das hat die hessische Landesregierung nach einer Schalte der Ministerpräsidenten und -präsidentinnen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mitgeteilt. Unter anderem werden Spielplätze, Friseursalons sowie Musikschulen wieder geöffnet sein. Außerdem dürfen “medizinische Eingriffe und Operationen in Kliniken und ambulanten Praxen, die bislang untersagt waren, wenn sie nicht zwingend notwendig waren”, wieder vorgenommen werden, heißt es auf der Website der Regierung.

Aus den Schulen: Unterrichts-Neustart, Millionen für Laptops, Förderprogramm

Neustart an FSB und RiMS in Fulda

Seit Montag läuft der Unterricht in Hessens Schulen so langsam wieder an – zumindest für die Abschlussklassen. An der Ferdinand-Braun-Schule in Fulda ging es für 260 Schülerinnen und Schüler, Azubis sowie Studenten und Studentinnen wieder los. Die Schule sagt dafür, dass alle den nötigen Abstand zueinander einhalten und Hygiene gewährt ist. Dafür hat sie auf den Gängen und in den Räumen Hinweisschilder aufgestellt und Abstandsmarker angebracht. Auch an der Richard-Müller-Schule ist der Unterricht teilweise neugestartet. Hier kommen 316 Schülerinnen und Schüler in den Genuss von Präsenzunterricht. Constanze ist in der Schule auf Stimmenjagd gegangen.

Wird Schulbetrieb bald weiter geöffnet?

Wie es an Hessens Schulen weitergeht, könnte sich kommende Woche entscheiden. Dann wird es unter Umständen weitere Beschlüsse zum Schulbetrieb geben. Das sagte der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) HR Info. Wenn es die Datenlage zulasse, sollen nach und nach weitere Schülerinnen und Schüler wieder in die Schule gehen können.

37 Millionen Euro für Laptops, Notebooks und Tablets

Hessen erhält 37 Millionen Euro vom Bund. Land und Kommunen sollen das Geld nutzen, um Schülerinnen und Schülern, denen es daheim an den nötigen Geräten mangelt, mit Laptops, Notebooks und Tablets auszustatten. Insgesamt stellt der Bund den Ländern 500 Millionen Euro Soforthilfe für digitale Ausstattung und die Erstellung professioneller Online-Lehrangebote an Schulen zur Verfügung. Ein solches Angebot hat die OBCC entwickelt, zur ihr gehört move36, und dafür vergangenes Jahr den Nova Innovation Award gewonnen.

Förderprogramm für Hauptschülerinnen und -schüler

Hessen hat die Antragsfrist für das Förderprogramm “Ausbildungsstellen für Hauptschülerinnen und -schüler” verlängert. Unternehmen können sich nun drei Monate länger, also bis zum 31. Juli 2020, um einen Zuschuss bewerben. “Wir wollen Unternehmen unterstützen, die trotz der wirtschaftlich schweren Lage in Folge der Corona-Pandemie in ihren Ausbildungsanstrengungen nicht nachlassen”, sagt der hessische Wirtschaftsminister Tarek al-Wazir (Grüne).

Gottesdienste und Besuche in Alten- und in Pflegeheimen wieder möglich

Oma und Opa wiedersehen

Für viele Menschen, die in Alten- oder Pflegeheimen leben, und für deren Angehörige ist die Zeit mit Corona dramatisch. Sie können sich nicht mehr besuchen, maximal durch eine Scheibe sehen. Das wird sich nun ändern. Hessens Landesregierung lässt ab dem 4. Mai wieder Besuche zu.

“Besonders die alten und kranken Menschen, die in Heimen keine Besuche mehr von ihren Ehepartnern, Kindern oder Enkeln empfangen durften, leiden sehr unter der Situation. Mit der jetzigen Regelung schützen wir die Betroffenen vor einer Infektion und gleichzeitig vor einer möglichen Vereinsamung”, sagt der hessische Sozialminister Kai Klose (CDU).

“Die Lockerung der Besuchsregelung in Alten- und Pflegeheimen soll mit einem möglichst umfassenden Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Pflegenden einhergehen”, heißt es auf der Website der hessischen Landesregierung.

Gottesdienste im Zeichen von Sars-CoV-2

“Wir hatten intensive und konstruktive Gespräche, um diese Neuregelungen möglich zu machen. Wir sind froh, dass wir einen praktikablen Konsens mit den Vertretern der Glaubensgemeinschaften gefunden haben und die Gläubigen wieder zusammenkommen können. Gerade in dieser Zeit kann ein starker Glaube Halt geben”, sagt Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident von Hessen. Gottesdienste sind also wieder möglich. Allerdings unter Auflagen. Zum Beispiel dürfen Gegenstände wie das Kollektenkörbchen nicht entgegengenommen und weitergereicht werden. Was alles zu beachten ist, liest du hier. Das Schutzkonzept des Bistums Fulda findest du auf dessen Website. Die Fuldaer Zeitung listet zudem die neun Regeln auf, die ab Montag beim Gottesdienstbesuch im Fuldaer Dom gelten.

Arbeitslosigkeit: Krise trifft Frauen und junge Menschen besonders

So viele Arbeitslose hat es in der Region Fulda im April seit fünf Jahren nicht gegeben. Das geht aus Zahlen der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda hervor. Die Quote lag im vergangenen Monat bei 3,3 Prozent (März 2020: 2,8; April 2019: 2,7). Bedeutet: Im April waren 4138 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 608 oder 17,2 Prozent mehr als im Vormonat.

Vom durch Corona bedingten Konjunktureinbruch sind Frauen stärker als Männer betroffen. Bei ihnen hat die Anzahl der Arbeitslosen mit einem Plus von 22 Prozent überdurchschnittliche stark zugelegt. Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, führt die unterschiedliche Entwicklung vor allem auf die Schließungen im Einzelhandel sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe zurück. In diesen Bereichen sind weit überwiegend Frauen beschäftigt.

Der Agentur bereiten zudem junge Menschen Sorgen. Die Anzahl Arbeitsloser, die jünger als 25 Jahre sind, hat sich laut ihrer Statistik innerhalb eines Monats um gut 25 Prozent auf 511 erhöht.

Im Vergleich zu den USA, wo eine Arbeitslosenquote von 25 Prozent dieses Jahr erwartet wird, wirken diese Zahlen zwar harmlos. Das liegt allerdings daran, dass Unternehmen in Deutschland die Möglichkeit haben, ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken. Der Staat zahlt diesen dann einen Teil ihres entgangenen Lohns. Bis zum 26. April hatten im Kreis Fulda 2017 Unternehmen Kurzarbeit für 31.287 Beschäftigte angezeigt. Das bedeutet nichts zwangsläufig, dass sich all diese Menschen bereits in Kurzarbeit befinden – ihre Arbeitgeber hätten aber die Möglichkeit dazu, wenn die Arbeitsagentur dem Antrag zustimmt. Dann wäre im Kreis fast jeder dritte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte betroffen.

Sparkasse Fulda und RMV in Richtung Normalbetrieb

Öffnung von 13 Filialen

Die Sparkasse in Fulda macht einen Schritt in Richtung Normalbetrieb. Sie öffnet ab Montag (5. Mai) 13 Filialen. Die waren im März auf reine Selbstbedienung umgestellt worden. Um welche Filialen es sich handelt, liest du bei der Fuldaer Zeitung.

Rückkehr zum Regelfahrplan

Angesichts der schrittweisen Lockerungen der Corona-Maßnahmen fahren der Rhein-Main-Verkehrsverbund und seine Partner gemeinsam das Fahrtenangebot wieder hoch: Auf den allermeisten Linien im regionalen Bus- und Schienenverkehr gilt ab dem 4. Mai wieder der reguläre Fahrplan. Einschränkungen gibt es weiterhin im Nachtverkehr sowie auf einzelnen Linien, beispielsweise aufgrund von Bauarbeiten. Details zu konkreten Verbindungen stellt der Verbund nach wie vor auf seiner Website www.rmv.de bereit. (Quelle: RMV)

Hier geht’s zum Corona-Update aus der KW 17

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Über Sascha-Pascal Schimmel

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