Stephan, Jacqueline und Nico hatten einen schönen Tag in der Halong-Bucht. (Foto: Jacqueline Bohrmann)

Die Fuldaer Stephan Depta und Jacqueline Bohrmann haben die letzte Woche ihrer neunmonatigen Reise in Vietnam verbracht. Ho Chi Minh war etwas ernüchternd, Hanoi dafür umso schöner.

Von Jacqueline Bohrmann

Die letzte Woche unserer neunmonatigen Reise haben wir in Vietnam verbracht. Zusammen mit unserem Freund Nico sind wir aus Kambodscha mit dem Boot eingereist. Der Grenzübertritt am Ufer des Flusses war echt einmalig. Auf der kambodschanischen Seite mussten wir von Bord und auf eine Art Tempelgelände. Dort gab es ein kleines Häuschen, an dem wir unsere Pässe abgegeben und den Ausreisestempel bekommen haben. Dann ging es mit dem Boot ganze 100 Meter weiter über die Grenze. In Vietnam hat der Kapitän dann unsere Pässe eingesammelt und sie bei der Immigration abgegeben. Zehn Minuten später war alles erledigt und wir hatten einen Stempel im Pass, mit dem wir zwei Wochen in Vietnam bleiben durften. Die Bootsfahrt hat rund viereinhalb Stunden gedauert von denen wir aber die Hälfte der Zeit vorne auf dem Bug saßen, uns gesonnt haben und den spielenden Kindern am Ufer gewunken haben.

Unser nächstes Ziel war Ho Chi Minh Stadt oder auch Saigon. Beide Städtenamen werden nämlich parallel benutzt. Nach einer über sechsstündigen Busfahrt sind wir etwas gerädert angekommen. Also ab ins Hotel, frisch machen und wieder raus ins Getümmel. Mit einer Hop-on-Hop-off-Bustour haben wir uns erst einmal einen Überblick über die Stadt verschafft. Mein erster Eindruck: Ganz schön westlich alles. Dieser Eindruck hat sich in den nächsten Tagen noch verstärkt. Saigon ist echt modern, hat viele Hochhäuser und die Innenstadt könnte auch irgendeine Großstadt in Europa oder den USA sein. Steph und Nico haben leider nicht allzu viel von Ho Chi Minh mitbekommen. Am zweiten Tag mussten wir auch einen Ausflug absagen, weil die beiden den Tag im Bett verbracht haben. Zum Glück waren Durchfall und Übelkeit aber nach 24 Stunden im Bett und einigen Hausmittelchen fast wieder weg. Also ging die Reise weiter nach Hanoi.

Das traditionelle Vietnam mitten in der Großstadt

Diese Mal haben wir das Flugzeug genommen. Zwischen den zwei größten Städten Vietnams liegen immerhin 1.500 Kilometer. Das haben wir auch direkt am Wetter gemerkt, in Hanoi haben „kühle“ 25 Grad auf uns gewartet. Und dann war es endlich da, das Vietnam, auf das ich gewartet habe. Hanoi hat uns super gut gefallen. Die Altstadt ist wuselig, überall warten Rikschafahrer auf neue Kunden und wenn man über die Straße will, braucht man ein bisschen Mut. Zwei Tage sind wir einfach durch die Stadt spaziert und haben die Atmosphäre auf uns wirken lassen. Natürlich haben wir auch immer wieder Pausen eingelegt, niedliche Cafés entdeckt und ein paar Souvenirs gekauft. Immer wieder findet man mitten in der Großstadt auch das traditionelle Vietnam. Da verkaufen Bauern Obst von ihren Fahrrädern aus, viele Vietnamesen tragen diese typischen Spitzhüte und an einigen Straßenecken gibt es kleine Märkte mit Imbissen.

Von Hanoi aus haben wir einen Ausflug in die Halong Bucht gemacht. Wegen dem Beginn des Coronavirus war hier schon erheblich weniger los als sonst. Viele Boote lagen vor Anker und auch in der Höhle, die wir besucht haben, war es fast leer. So hatten wir die Chance, die atemberaubende Natur, die beeindruckende Höhle und die wunderschöne Bucht umso mehr zu genießen. Der Tag auf dem Schiff war total entspannt und wir konnten uns noch einmal richtig über die Sonne freuen.

Das Ende einer langen Reise und die Rückkehr nach Deutschland

In Hanoi war der Hanoi Social Club unser absoluter Lieblingsladen. Wir waren zwei Mal zum Frühstücken dort und einmal abends. Denn es gab ein kleines Konzert, bei dem alle Zuhörer auf dem Boden der Dachterrasse saßen. Total gemütlich und intim, eine tolle Erfahrung. Auch unseren allerletzten Abend haben wir auf einer Dachterrasse verbracht, genauer gesagt auf einer Rooftop-Bar. Mit einem weiten Blick über Hanoi haben wir uns von Vietnam, aber auch von unserer langen Reise verabschiedet. Zwei Tage früher als geplant sind wir wegen des Coronavirus wieder in Deutschland gelandet. Unser eigentlicher Rückflug über Peking wurde nämlich storniert. Wie es jetzt nach unserer Reise weiter geht und was wir aus neun Monaten Südostasien mitnehmen, das lest ihr demnächst im Magazin der move36.

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