Corona, Lebensmittel, Hamsterkäufe
Der Profiteur der Corona-Krise ist ganz klar der Lebensmittelhandel. (Foto: Claudio Schwarz/Unsplash)

An den Börsen herrscht Sorge, Autobauer haben den Betrieb eingestellt – die Weltwirtschaft steht Kopf. Doch es gibt auch Profiteure der Corona-Krise. Und das sind nicht nur Toilettenpapier- und Desinfektionshersteller.

Lebensmittelhändler und Supermärkte

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Vergriffene Lebensmittel, leere Supermarktregale und Endloskäufe von Klopapier – der Gewinner der Hamsterkäufe ist ganz klar der Lebensmittelhandel. Rewe, Aldi, Edeka und andere Supermärkte machen während der Krise viel Umsatz. Leere Regale boten ein gängiges Bild am ersten Wochenende im März. Besonders Brotmischungen, Mehl, Nudeln und Reis sowie Fertiggerichte und Konserven zählten in diesen Tagen zu den begehrtesten Warengruppen. Die Nachfrage nach Toilettenpapier war in der zwölften Kalenderwoche mehr als dreimal so hoch wie in den Vergleichsmonaten. Der Aufruf, sich regelmäßig die Hände zu waschen, führte zu einem Ansturm auf Seife, die sich mehr als viermal so oft verkaufte. Die Bevorratungseffekte zogen sich über ganz Deutschland. Von der Nachfragespitze haben bis jetzt sowohl Marken als auch Eigenmarken profitiert. Konsumenten mussten aufgrund der breiten Regallücken auf Produkte ausweichen, die sie unter normalen Umständen nicht kaufen, so das Marktforschungsinstitut Nielsen. (Foto: Martijn Boudin/Unsplash)

Absatz von ausgewählten Verbrauchgütern Veränderung gegenüber dem Zeitraum August 2019-Januar 2020. (Quelle: www.desatis.de)

Lieferdienste

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Auch bei Lieferdiensten decken sich die Bürger mit Lebensmitteln und Hygieneprodukten auf Vorrat ein. Es gibt eine ganze Reihe von Anbietern, die ihr klassisches Geschäft um Onlineshops mit Lieferservice erweitert haben. Rewe, Edeka und die DM-Drogerie, um nur einige zu nennen. Die Waren werden am Rechner oder Smartphone ausgewählt und in den Warenkorb gelegt. Einige Tage später werden sie dann ins Haus geliefert. Das ist ab einem bestimmten Einkaufswert gratis. Lieferdienste wie beispielsweise Lieferando boomen ebenfalls. Die Aktie von Delivery Hero, die zu Lieferando gehört, legte daher zuletzt stark zu. (Foto: Rewe)


Hygieneartikel, Medizintechnik, Pharmaindustrie und Forschung

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Weitere Profiteure der Corona-Krise sind Hersteller von Medikamenten, Hygienemitteln, Schutzkleidung, Atemschutzmasken und medizinischen Geräten. Die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln steigt kurzzeitig auf mehr als das Achtfache des üblichen Niveaus, berichtet das Statistische Bundesamt. Und natürlich wetteifern Pharmakonzerne und Biotech-Firmen um die Herstellung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus. Auf der Website des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen ist die Rede von 16 Projekten und neun Unternehmen, die an einem Impfstoff forschen. (Foto: Annie Spratt/Unsplash)


Business-Software

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Zu den klassischen “Stay-at-home-Stocks” gehören Unternehmen, die von der Isolation profitierten. Das sind beispielsweise Softwareanbieter, die Programme für die dienstliche Kommunikation verkaufen. Zu ihnen zählen etwa der Videokonferenzanbieter Zoom, die Teamkommunikations-Apps Slack und Microsoft-Teams. Auch die schwäbische Software-Firma Teamviewer mischt im Geschäft mit Online-Videokonferenzen mit. Sie bieten Software für Fernzugriffe und Fernwartungen an. In der Coronavirus-Krise explodierte aber die Nutzung nicht nur durch vermehrte Heimarbeit, sondern auch durch private Videochats von Verbrauchern. Die tägliche Nutzerzahl stieg bei Zoom von 10 Millionen im Dezember auf zuletzt 200 Millionen. (Foto: Webart/Unsplash)


Onlinehandel

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Im Vergleich zum Einzelhandel geht es dem Onlinehandel noch vergleichsweise gut, vor allem beim Riesen Amazon. Das zeigt sich besonders am Börsenkurs des Unternehmens. Die Amazon-Aktie fiel in den vergangenen Wochen nur um 18,3 Prozent und damit deutlich weniger als die Anteile anderer Unternehmen, so aktuelle Analysen von finanzen.net. Amazon ist deshalb auf Mitarbeiterjagd. In einem Firmenblog inszeniert das Unternehmen 100.000 Stellenausschreibungen und verpackt es als eine sogenannte Hilfsaktion in der Coronavirus-Krise. (Foto: Christian Wiediger/Unsplash)


Hier kannst du noch mal unserer Titelgeschichte aus der Winterausgabe lesen: “Ins Netz verfrachtet – Killt der Onlinehandel unsere Innenstädte?

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