Corona, Coronavirus, Quarantäne, Mixtape, DJ Chris Grooves
Foto: LORA/Unsplash

Leere Decks, leere Dancefloors, leere Klubs – die Feierkultur ist wegen der Corona-Pandemie verstummt. Locations bangen um ihren Fortbestand, hauptberufliche DJs und Künstler um ihren Lebensunterhalt. So hat beispielsweise Arte Concert die Aktion “United We Stream” gestartet, um die Berliner Klubkultur zu unterstützen. Jeden Tag ab 19 Uhr gibt’s hier lange Livestreams von populären, aber auch weniger bekannten DJs aus den Klubs. Ziemlich heißer Scheiß.

Nicht anders sieht es für DJs und Veranstalter im beschaulicheren Fulda aus. Keine Konzerte im Kreuz oder in der Alten Piesel, die noch recht junge Technoparty-Reihe im Take In kann nicht weiter an Fahrt aufnehmen, und die Terminkalender hiesiger Residents sind leer.

So auch der von DJ Chris Grooves aus Eiterfeld. Christian Trost, wie er mit richtigem Namen heißt, legt unter anderem regelmäßig im Markt 2 bei der Reihe “After Work Party” auf sowie überregional im Presseklub Erfurt. Außerdem kennt man den 34-Jährigen von den früheren Pride36-Partys. Seit über 15 Jahren steht er an den Decks. Nun aber sind seine Bookings wie auch die seiner hiesigen Künstlerkollegen wegen der Corona-Pandemie gnadenlos auf Null gefahren.

Christian macht das DJing zwar nur nebenberuflich, seinen Lebensunterhalt verdient er als Mechatroniker. Doch er weiß darum, dass es für viele DJs existenzbedrohend werden kann. “Ich weiß von solchen, die die jetzt fehlenden Gagen fest eingeplant hatten, um damit zum Beispiel Kredite zu bezahlen. Andere überlegen, neu gekaufte Technik für die kommende Hochzeit-Saison weiterzuverkaufen oder vielleicht zurückzugeben”, so der DJ. Hinzu komme, dass Bars, Lounges und auch Privatleute sicher erst mal kaum DJs buchen werden – sollten sie denn irgendwann dieses Jahr wieder Events organisieren können. Sicher ist: Das Nachtleben wird wohl noch lange ein anderes, ein abgespeckteres sein.

DJ Chris Grooves ist unter anderem Resident im Markt 2. (Foto: Christian Trost)

Doch Christian möchte die Leute weiterhin mit seiner Musik versorgen, einen kleinen Stimmungsaufheller liefern, “damit sie nicht im Homeoffice versauern”, sagt er. Und natürlich, um Werbung für sich zu machen, damit sein Angebot nicht Corona zum Opfer fällt. So hat er nun bereits 20 Quarantäne-Mixtapes auf mixcloud veröffentlicht. Genres bedient er viele, vor allem aber Mainstream. “Da ich die Musik in ihrer ganzen Vielfalt liebe, war ich nie auf nur ein Genre fixiert. Und genau das begeistert mich auch seit Jahren so sehr. Unterschiedliche Menschen mögen unterschiedliche Genres. Den richtigen Mix zu finden, um die Leute zum Feiern zu bewegen, das ist meine Motivation”, so der DJ.

DJ Chris Grooves – eine kleine Mixtape-Auswahl

Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.