Foto: Tim Mossholder/Unsplash

Du liebst Sprachen? Bist kommunikativ? Hast aber noch keine Ahnung, was du damit anfangen kannst? Dann hat die Richard-Müller-Schule vielleicht das Richtige für dich. Zwei ehemalige Schülerinnen erzählen von ihrem Weg zur Fremdsprachensekretärin.

„Sprachen waren schon immer mein Ding, im Gegensatz zu naturwissenschaftlichen Fächern“, sagt Hanna Büttner aus Fulda. „Kurz vor meinem Abschluss musste ich mir Gedanken machen, was ich in Zukunft werden will. Meine Stiefmutter erzählte mir von der Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin. Und ich habe mich dann auch dafür beworben“, so die 20-Jährige.

Hanna Büttner managt bei Projekte und Arbeitsvorgänge bei einer Firma für Reitsportartikel.
(Foto: Constanze Gollbach)

Um die Ausbildung machen zu können, musste die Fuldaerin neben Englisch noch eine zweite Fremdsprache vorweisen. „Da ich die Ausbildung unbedingt anfangen wollte, habe ich in der freien Zeit zwischen Abschluss und Beginn der Ausbildung einen Latein-Kurs belegt. Damit hatte ich alle Voraussetzungen und konnte 2016 an der Richard-Müller-Schule starten“, erzählt Hanna.

Tourismus, Industrie, Verwaltung – es gibt viele Möglichkeiten

Zwei Jahre wurde die Fuldaerin auf den Beruf vorbereitet. Während dieser Zeit stehen für die Auszubildenden allgemeinbildende Fächer sowie berufsbezogene Lernfeldern auf dem Stundenplan. Als Fremdsprache wird zwischen Spanisch und Französisch gewählt. „Ich habe mich für Spanisch entschieden. Dazu kam noch Englisch und natürlich normaler Deutschunterricht“, erklärt sie.

Die Ausbildung an der Richard-Müller-Schule ist vollschulisch. Um Praxisluft schnuppern zu können, stehen Pflichtpraktika an. In dieser Zeit können die Azubis schauen, in welche Richtung es nach dem Abschluss gehen soll. Denn die Einsatzgebiete sind vielfältig: Tourismus, Industrie, Hotels, Verwaltung oder in der Spedition – eben dort, wo der Umgang mit ausländischen Geschäftspartnern allgegenwärtig ist. „Viele, auch ich, haben beispielsweise ein Praktikum in einem Hotel gemacht oder in internationalen Firmen“, sagt Hanna.

Fachoberschulreife ist möglich

2018 hat sie schließlich ihren Abschluss zur Fremdsprachensekretärin gemacht. „Und dann ging alles ganz schnell“, sagt Hanna und fährt fort: “Ich wurde bei einer Firma für Reitsportartikel eingestellt. Wir sind ein junges Team. Anfangs habe ich ‚klassische’ Aufgaben einer Sekretärin übernommen. Mittlerweile habe ich mehr Verantwortung, manage Projekte und koordiniere Arbeitsvorgänge. Und alles auf Englisch.“ Seit einem Jahr ist sie in dem Unternehmen beschäftigt. Direkt ins Berufsleben gestartet zu sein, habe sie bisher nicht bereut. „Ich bin überglücklich, so wie es momentan ist. Weiterbildungen kann ich auch noch später machen“, sagt sie. Da es sich bei der Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin um eine kaufmännische Ausbildung handelt, stehen ihr in vielen Bereichen die Türen offen.

Der direkte Einstieg ins Berufsleben mit eventuellen Weiterbildungen ist daher ein Weg, den die Auszubildenden gehen können. Während der Ausbildung haben die Schüler und Schülerinnen aber auch die Möglichkeit die Fachhochschulreife zu erlangen. Dafür sind vier Zusatzstunden und ein sechsmonatiges Praktikum notwendig. Danach können die Absolventen und Absolventinnen ein Studium an die Ausbildung anhängen.

“Ich habe alles ohne Pause durchgepowert”

Larissa Henkel aus Hofbieber ist diesen Weg gegangen. „Mein ursprünglicher Plan war es schon immer, Lehrerin zu werden. Mein Vater riet mir aber, vorher eine Ausbildung zu machen, damit ich ein Standbein habe“, sagt die 27-Jährige.

Sie entschied sich nach der Realschule für die Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin, ebenfalls an der RIMS. Nach ihrem Abschluss 2011 hatte Larissa weiterhin der Wunsch zu studieren. „Meinen Bachelor in Wirtschaftspädagogik mit der Fächerkombination Wirtschaft und Deutsch habe ich an der Uni Kassel gemacht und 2017 abgeschlossen. Danach habe ich meinen Master in in der gleichen Fachrichtung absolviert“, erzählt sie weiter. Eine anstrengende Zeit, wie sie sagt. „Ich habe alles ohne Pause durchgepowert, das geht schon an die Nerven. Aber schlussendlich hat es sich gelohnt.”

Larissa Henkel absolvierte ihren Abschluss 2011 an der RiMS.
(Foto: Larissa Henkel)

Derzeit warte sie darauf, dass ihr Vorbereitungsdienst an einer Schule im Landkreis startet. In der Zwischenzeit arbeitet Larissa an der Biebertalschule in Hofbieber überwiegend im Bereich Deutsch als Zweitsprache. „Da sind Schüler und Schülerinnen, die unter anderem aus Bulgarien, Usbekistan, Afghanistan, Kasachstan und der Türkei kommen. Ihnen bringe ich unsere Sprache von Grund auf bei“, so Larissa. Aus ihrer Ausbildung als Fremdsprachensekretärin habe sie vor allem im kaufmännischen Bereich während des Studiums wie auch aus ihrem aktuellen Job Vorteile schöpfen können. „Ich habe die Ausbildung nie als Sprungbrett genutzt, aber mittlerweile bin ich sehr froh, dass ich sie vor dem Studium gemacht habe“, betont sie.

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