Foto: Constanze Gollbach

It’s a Match! Nicht auf Tinder, sondern bei der DKMS werden jährlich passende Stammzellenspender für an Blutkrebs erkrankte Patienten gesucht. Den passenden Spender zu finden, ist nämlich gar nicht so einfach. Marius Schuster aus Fulda ließ sich vor zehn Jahren typisieren und bekam die Chance ein Leben zu retten. Mit move36 hat er über seine Spende gesprochen.

„Stäbchen rein, Spender sein“ – klingt so einfach. Ist es auch. Das sagt auf jeden Fall Marius Schuster aus Fulda. Der 28-jährige Disponent ließ sich vor zehn Jahren bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) als Spender typisieren. „Meine Eltern, beide in der Krankenpflege tätig, haben mich damals zu einer Typisierungsaktion in unserem Dorf mitgenommen“, sagt Marius. Das Prozedere sei einfach gewesen. „Mit einem Wattestäbchen wurde lediglich ein Wangenabstrich gemacht. Durch den Wangenabstrich werden später die Gewebemerkmale analysiert. Mehr ist es nicht“, so der 28-Jährige.

Laut der DKMS erhält in Deutschland alle 15 Minuten ein Patient die Diagnose Blutkrebs. Das sind 13.700 Patienten jährlich, so die Deutsche Krebsgesellschaft. Blutkrebs ist der Oberbegriff für die Erkrankung des Knochenmarks, die die normale Blutbildung durch die unkontrollierte Vermehrung von bösartigen Blutzellen stört. Für viele Patienten ist eine Stammzellenspende die letzte Chance zu überleben. Die DKMS hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, passende Spender für Patienten zu finden.

“Und plötzlich kannst du spenden”

Spenden kann jeder, der zwischen 18 und 55 Jahren alt ist. Momentan sind in Deutschland mehr als 800.000 Spender registriert. Ob man als Spender infrage kommt, ist nach der Typisierung erst einmal eine Frage der Zeit. Bei Marius dauerte es zehn Jahre, als unerwartet die DKMS am anderen Ende der Leitung hing. „Sie sagten mir, dass ich für einen Patienten als Spender infrage komme“, erzählt Marius. Für ihn sei sofort klar gewesen, dass er spenden will. „Wenn du die Chance hast, so unkompliziert ein Leben zu retten, denkst du nicht zweimal nach“, ergänzt er.

Mitarbeiter der DKMS haben ihm nach seiner Zusage einen Fragebogen geschickt. Der Bogen beinhaltete sowohl Fragen über seine Gesundheit, sowie vergangene Reisen. “Die wissen jetzt gefühlt alles über mich”, lacht er. Zusammen mit dem Fragebogen musste Marius Blutproben an die Organisation schicken. Durch das Blutbild wurden die Gewebemerkmale noch einmal bestätigt.

Eine Operation ist nicht unbedingt nötig

Bevor Marius spendete, entschieden die Ärzte, ob bei ihm eine periphere Stammzellenspende oder eine Knochenmarkspende infrage kommt. Bei der peripheren Spende werden die Stammzellen aus der Blutbahn entnommen. Für die Knochenmarkspende ist eine Operation notwendig, bei der aus dem Beckenkamm circa ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen wird. Marius spendete am Ende peripher. „Dafür musste ich mir fünf Tage vor der eigentlichen Spende den Wachstumsfaktor G-CSF in den Bauch spritzen“, so der 28-Jährige. Durch das Medikament wird die Anzahl der Stammzellen im Blut erhöht.

Am 18. Dezember war es dann soweit: Marius hat alle Kontrollen, Tests und Vorbereitungen hinter sich gebracht und konnte Spenden. „Bei der Spende selbst liegst du bequem in einem Bett und bist schön warm zu gedeckt. Ich habe in beide Arme jeweils einen Zugang gelegt bekommen, so dass das Blut zirkulieren konnte“, erklärt Marius.

Marius während der Spende (Foto: Marius Schuster)

Fünf Stunden harrte er aus. „Während der Spende musste ich wach bleiben. Das kann bei fünf Stunden liegen schwierig werden. Aber die Pfleger und Pflegerinnen waren wirklich nett und haben sich gut gekümmert“, erzählt er.

Für wen er spendete, wusste Marius zu diesem Zeitpunkt nicht. „Es war mir auch egal, Hauptsache ich kann ein Leben retten“, sagt er. Ein Jahr lang ist er nun für diesen einen Patienten geblockt, darf also für keinen anderen Patienten spenden. „Mir ist es daher wichtig, dass ich vielen die Angst nehmen kann. Die DKMS hat mir den ganzen Prozess so einfach wie möglich gemacht, alle Kosten übernommen und mein Wohlergehen und meine Entscheidungen an erste Stelle gestellt. Daher hoffe ich, dass sich noch ganz viele Menschen finden, die sich typisieren lassen und somit Leben retten“, sagt Marius.


Mehr über Marius’ Spende, findest du auf seinem Podcast: Let’s talk champ

Hier findest du außerdem weitere Infos über die Stammzellenspende:DKMS

Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.