Foto: Constanze Gollbach

Wandel findet sich in allen Bereichen des Lebens. Die Gesellschaft verändert sich wie auch die Natur. Bei den 32. Fuldaer Schultheatertagen standen diese Veränderungen im Vordergrund. Schulklassen und Theater-AGs der regionalen Schulen präsentierten am vergangenen Freitag im Schlosstheater ihre Interpretationen zu Wandel.

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt.“ Mit diesem Zitat des indischen Menschenrechtlers Mahatma Gandhi begrüßte Constanze Schneider, Landeskoordinatorin KulturSchulen des Hessichen Kultusministerium den vollbesetzten Saal des Schlosstheaters Fulda. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Torsten Bartsch moderierte und organisierte sie am vergangenen Freitag die 32. Fuldaer Schultheatertage, die dieses Jahr unter dem Thema Wandel standen.

Die Darstellungen der elf teilnehmenden Schulen hätten dabei unterschiedlicher nicht sein können. Schon die kleinsten zeigten mit Tanz-Choreografien und eingesprochenen Texten, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Gesellschaft hat. So wurden beispielsweise die Jahreszeiten tänzerisch dargestellt oder gezeigt, dass ein nachhaltigeres Leben ohne beispielsweise Plastik einen positiven Wandel auf die Natur und den Menschen haben kann.

Nicht nur Klimawandel ist ein Thema

Bei den älteren Klassen spielte aber auch der demografische und gesellschaftliche Wandel eine große Rolle. So zeigten die Schüler und Schülerinnen des Deutsch-Grundkurses des Marianum einen kritischen Blick auf die in einigen Bereichen immer noch vorhandene Ungleichheit zwischen Männern und Frauen. Sie stellten beispielsweise schauspielerisch ein Paar mit “traditioneller” Rollenverteilung dar. Oder eine fiktive Bewerbungssituation, bei der der männliche Bewerber trotz minderer Qualifikation bevorzugt wurde. Aber auch hier fand während des Stücks ein Wandel statt: Die Schülerinnen stellten protestierende Frauen dar, die sich für die Gleichberechtigung starkmachen. Mit einem Plakat ” Wer sich nicht wehrt, landet am Herd”, bestärkten die Schülerinnen und Schüler ihr Statement.

Zum Ende der Vorstellung bekamen die Lehrer der jeweiligen Schulen Zeit, um ihre Interpretation von Wandel darzustellen. Unter dem Motto „Nur mal schnell die Welt retten“ stellten die Pädagogen mit darstellendem Spiel verschiedenen Emotionen wie Wut, Hektik, aber auch Freude dar, die mit Wandel in Verbindung stehen können.

Es gibt auch negativen Wandel

„Das Thema war dieses Jahr sehr anspruchsvoll. Was die Kinder und Lehrer geleistet haben, ist beeindruckend“, sagte Dr. Michael Imhof, Schulamtsdirektor im Anschluss an die Veranstaltung. 1986 hatte Imhof die Schultheatertage in Fulda initiiert. Die Schüler und Schülerinnen hatten ihre Stücke in drei Workshop-Tagen geplant und geprobt. „Es ist wichtig, den Kindern eine Bühne zu geben, um sich auszuprobieren. Neue Darstellungsformen zu testen und diese als Impuls an Mitschüler und Mitschülerinnen weiterzugeben“, ergänzte Imhof. Für ihn seien die Schultheatertage jedes Jahr ein Highlight.

Am Ende der Veranstaltung betonte Constanze Schneider in ihrem Schlusswort: „Es gibt positiven, aber auch negativen Wandel. Nicht jeder Wandel ist gut für die Gesellschaft oder Natur. Das wird besonders in der aktuellen Politik immer präsenter. Wichtig ist es, sich selbst zu fragen ‚Wo stehe ich?‘ und nicht jeder Strömung nachzugehen.“


Diese Schulen haben teilgenommen:

Marianum (Von jetzt an läuft’s nach unserem Programm, Fulda), Brüder-Grimm-Schule (Unser persönlicher Wandel, Fulda), Winfriedschule (Metamorphose, Fulda), Konrad-Adenaur-Schule (Circle of Life, Petersberg). Lüderthalschule (Verwandlungsschlaf, Großenlüder), St. Georg (Wandel der Dinge, Großenlüder), Steinkammerschule (Von Winterfreuden zur Frühlingslust, Rückers), Rhönschule (Schön?!, Gersfeld), Dieffenbachschule (Nachtwandel, Schlitz), Ottilienschule (Evolution, Niesig) und Florenbergschule (Bad Karma?, Pilgerzell)

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