Eine Szene aus “Prinzessin Mononoke” (Bild: Studio Ghibli)

Animefans können sich freuen: Erstmals sind die beliebten Filme von Studio Ghibli bei einem Streaminganbieter verfügbar. Aber nicht nur Fans von japanischem Zeichentrick sollten einschalten – die Ghibli-Filme sind nämlich echt heißer Scheiß.

Lange Zeit waren sie nur auf DVD und Blu-Ray zu bekommen, jetzt können Netflix-Nutzer sie sich bequem per Knopfdruck ins Wohnzimmer holen: Prinzessin Mononoke, Chihiro, Totoro und Co., die Figuren aus den Animes des japanischen Studios, sind bereits weltweit bekannt und beliebt. Ghibli, “das japanische Disney”, setzt bei seinen Filmen auf klassische Produktionstechniken anstatt auf die mittlerweile gängige Computeranimation. Das mag ein Grund dafür sein, dass die Streifen zeitlos sind und seit 1984 mehrere Generationen in ihren Bann ziehen. 2003 wurde “Chihiros Reise ins Zauberland” mit einem Oscar als bester Animationsfilm ausgezeichnet. Zurzeit entsteht in Japan sogar ein großer Ghibli-Vergnügungspark.

Nun also sicherte sich Netflix die Exklusivrechte für die Ghibli-Filme, kurz bevor mit Disney+ Ende März ein neuer Streaming-Konkurrent an den Start geht. Gut für uns, denn die Filme sind wirklich sehenswert, auch wenn man sonst vielleicht kein großer Animefan ist. Die Geschichten sind nicht nur wunderschön gezeichnet, sondern auch originell und fantasievoll, manchmal geradezu abgedreht. Auch die Figuren sind bis zum kleinsten Nebencharakter liebevoll durchdacht. Regie führte bei den meisten Produktionen Mastermind Hayao Miyazaki, Mitbegründer des Studios.

Gesellschaftskritik und Umweltthemen verpackt in Fantasiewelten

Obwohl einige Streifen zunächst wie niedliche Feelgood-Movies wirken, haben sie doch meist einen ernsten Kern. So geht es neben Freundschaft und Liebe auch oft um den Tod oder gesellschaftskritische Themen. Das Online-Magazin “Bento” benennt die Natur als ein zentrales Thema der Ghibli-Filme. Häufig wird dargestellt, welchen Einfluss die Menschen auf die Umwelt haben und so zu deren Zerstörung beitragen. So wird in “Chihiros Reise ins Zauberland” ein erzürnter Flussgott vom Müll befreit und “Prinzessin Mononoke” thematisiert die Zerstörung eines Waldes durch den Menschen. So wird ein über 23 Jahre alter Film aktuell wie nie. Auch wenn die Kritik abstrakt verpackt ist – sie ist spürbar und schafft es, dass der eine oder andere die Kraft der Natur ein wenig ehrfürchtiger betrachtet.

Nach und nach bringt Netflix die Filme nun also auf unsere Fernseher, seit dem 1. Februar können wir bereits Klassiker wie “Mein Nachbar Totoro” streamen, in zwei weiteren Wellen soll der Rest bis Anfang April nachrücken. Einzig das tieftraurige Kriegsdrama “Die letzten Glühwürmchen” von 1988 konnte das Streamingportal aus Lizenzgründen nicht für sich gewinnen – schade, denn das ist nicht nur einer der erschütterndsten, sondern auch sehenswertesten Filme aus dem Hause Ghibli. Nun sind wir aber erst mal froh, bald einen Marathon mit allen anderen wichtigen Ghibli-Filmen starten zu können.

Seit 1. Februar:

  •  „Das Schloss im Himmel“
  •  „Mein Nachbar Totoro“
  •  „Kikis kleiner Lieferservice“
  •  „Tränen der Erinnerung – Only Yesterday“
  •  „Porco Rosso“
  •  „Flüstern des Meeres – Ocean Waves“
  •  „Die Chroniken von Erdsee“

Ab 1. März:

  •  „Nausicaä aus dem Tal der Winde“
  •  „Prinzessin Mononoke“
  •  „Meine Nachbarn die Yamadas“
  •  „Chihiros Reise ins Zauberland“
  •  „Das Königreich der Katzen“
  •  „Arrietty – Die wundersame Welt der Borger“
  •  „Die Legende der Prinzessin Kaguya“

Ab 1. April:

  •  „Pom Poko“
  •  „Stimme des Herzens – Whisper of the Heart“
  •  „Das wandelnde Schloss“
  •  „Ponyo – Das große Abenteuer am Meer“
  •  „Der Mohnblumenberg“
  •  „Wie der Wind sich hebt“
  •  „Erinnerungen an Marnie“
(Bild: Netflix Deutschland)

Für Animefans bietet Netflix übrigens noch einiges mehr. Im Programm findest du neben Ghibli-Produktionen beispielsweise auch folgende Highlights:

  • “Death Note”
  • “Bleach”
  • “Attack on Titan”
  • “Tokyo Ghoul”
  • “Neon Genesis Evangelion”
  • “Fullmetal Alchemist”
  • “Sword Art Online”

Bei so viel heißem Scheiß in der Watchlist dürfte dir erst mal nicht langweilig werden. Viel Spaß beim Ansehen!

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