(Foto: Luisa Hauser)

Unter dem Titel „Wie entsteht ein Musical? Von der Idee über das Casting bis hin zur Premiere“ startete am Mittwochabend die seit Jahren bundesweit erfolgreiche Kinderuniversität, in Fulda organisiert von der Kinder-Akademie und der Hochschule Fulda. Wissbegierige Kiddies zwischen acht und zwölf Jahren hatten die Möglichkeit, einen echten Profi mit ihren Fragen rund um die Bühne zu löchern – Peter Scholz von der hiesigen Musicalschmiede Spotlight.

„Wer von euch hat schon mal ein Musical gesehen?“ Viele kleine Hände schießen nach oben. Direkt zu Beginn hängen die 32 Kinder bereits an den Lippen von Peter Scholz, dem Geschäftsführer der Fuldaer Musicalproduktionsfirma Spotlight. Obwohl er mit dem anstehenden Musical „Robin Hood“ alle Hände voll zu tun haben dürfte, hat der Produzent direkt zugesagt, als Referent für die Kinderuniversität 2020 zur Verfügung zu stehen.

Jenny Schlensker und Peter Scholz gestalteten einen spannenden Nachmittag. (Foto: Luisa Hauser)

Peter Scholz, der mit Spotlight bereits acht Produktionen auf die Bühne brachte, erklärte den Nachwuchsstudierenden anschaulich, was alles beim Entstehungsprozess eines Musicals beachtet werden muss. Unterstützt wurde er dabei von Produktionsassistentin Jenny Schlensker. In kleinen Projektgruppen durften die teilnehmenden Kinder verschiedene Schritte selbst erarbeiten. Als „die Kreativen“ sollten sie sich zunächst ein Thema überlegen. Dabei kamen einige Ideen zusammen: von bereits bestehenden Vorlagen wie „Krabat“ oder „Das fliegende Klassenzimmer“ bis hin zu selbst ausgedachten Geschichten wie die eines Zauberers in einem magischen Schloss.

Wie entwickelt man spannende Charaktere?

Dann schlüpften die Kinder in die Rolle der geldgebenden Investoren: Welche Idee wird finanziert und kann umgesetzt werden? Gemeinsam stimmten sie ab und entschieden sich so für ein interaktives Detektiv-Musical, bei dem das Publikum beim Lösen der Rätsel mithelfen soll. Dann ging es weiter zur Entwicklung der Charaktere. Dabei schufen die Teilnehmer mögliche Protagonisten und deren Gegenspieler, gaben ihnen Namen, Alter und Eigenschaften.

Zwei junge Teilnehmer zeigten ihr musikalisches Talent am Klavier. (Foto: Luisa Hauser)

Zum Abschluss gab es ein spielerisches Casting. Alle Kinder, die für den Hauptcharakter „Hannes“ vorsprechen wollten, durften sich kurz vorstellen und ihr Talent beweisen. Einige Jungs und Mädchen beeindruckten mit vorgetragenen Monologen, andere sogar spontan mit Klavierspiel.

“Die Kinder waren super aufmerksam.”

Nach etwas über einer Stunde verließen glückliche Gesichter den Raum. „Mir hat’s richtig gut gefallen“, grinst Schüler Finn, der gemeinsam mit seinen Brüdern aktiv mitgearbeitet hat. „Am besten hat mir gefallen, sich eine Geschichte auszudenken.“ Auch die Erwachsenen waren zufrieden. „Da sind einige spannende Situationen entstanden“, so Museumspädagogin Martina Grohn, die das Projekt der Kinder-Akademie betreut.

„Die Kinder waren super aufmerksam, und es entstand eine tolle Gruppendynamik”, freute sich Peter Scholz. Der Musicalproduzent war begeistert davon, dass die Kinder so unbelastet ins Thema eingestiegen sind und fantasievolle Vorschläge gemacht haben. „Ein paar von ihnen hätte ich am liebsten für drei Wochen zusammengesetzt und das Stück weiterschreiben lassen. Man hat gemerkt, dass die richtig was draufhaben.“

Natürlich war auch noch Zeit für ein Gruppenfoto. (Foto: Luisa Hauser)

Die Kinderuniversität findet bis Mitte März immer mittwochs statt, das genaue Programm stellt die Kinder-Akademie auf ihrer Website vor. Die kommende Veranstaltung mit Bischof Michael Gerber ist bereits ausgebucht.

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