(Foto: Feuerwear)

Yogahosen aus Plastikflaschen, Tassen aus Kaffeesatz, Lampen aus Käsereiben: Es gibt die skurrilsten Produkte, die alten Sachen durch Wiederverwertung neues Leben einhauchen. Upcycling hat sich längst vom Trend in unseren Alltag etabliert und sagt der Wegwerfgesellschaft den Kampf an. Wir haben doch alle schon mal auf einer Sitzbank aus Europaletten gesessen, oder? Diese Woche haben wir ein Upcycling-Label mal genauer unter die Lupe genommen: “Feuerwear” aus Köln produziert Taschen und Accessoires aus alten Feuerwehrschläuchen – und die sind heißer Scheiß.

Was ist Upcycling?
Upcycling ist ein Wortspiel aus den englischen Wörtern “up” (“nach oben”) und “recycle” (“wiederverwerten”). Am ehesten könnte man es mit dem Begriff “aufwerten” übersetzen, denn der Grundgedanke des Upcyclings ist, etwas Altes oder etwas Gebrauchtes nicht einfach in den Müll zu schmeißen, sondern ihm nochmal einen Sinn zu geben, indem man etwas ganz Neues daraus macht. Im Idealfall erhält das Produkt, das dabei rauskommt, einen höheren Wert als das, woraus es entstanden ist.

Die Mission: lückenlose Nachhaltigkeit

Sie haben viele tausend Kubikliter Wasser transportiert, wurden durch Dreck und Schlamm gezogen und einiges an Hitze ausgehalten: Feuerwehrschläuche sind ziemlich robust. Auch nachdem sie ausgedient haben, hält das Material noch so einiges aus. Zu schade, um auf dem Müll zu landen – das dachten sich auch zwei Kölner Jungs und gründeten das Label “Feuerwear”.

(Foto: Feuerwear)

Aus den alten Feuerwehrschläuchen produzieren die Brüder Martin und Robert Klüsener nachhaltige und vegane Accessoires wie Taschen, Rucksäcke, Handyhüllen und Geldbörsen. Die sind nicht nur handgemacht, sondern auch individuell: Jedes Stück im Onlineshop ist ein Unikat. Martin kümmert sich um die Designs, Robert um die durchweg nachhaltige Produktion in Europa. Die CO2-Emissionen, die durch den Transport entstehen, gleicht das Label durch Klimaprojekte aus.

(Foto: Feuerwear)
Vom Einsatz im Brandfall zum Einsatz im Alltag: So sieht der Produktionsweg aus, den so ein Feuerwehrschlauch durchläuft, bevor er zu deinem langjährigen Begleiter wird. (Foto: Feuerwear)

Robust, funktional und trotzdem modisch

Die roten und weißen Schläuche werden erst mal gestutzt und gründlich mit umweltverträglichem Waschmittel gereinigt, bevor sie in Handarbeit zu den neuen Stücken verarbeitet werden. Und die sind echte Alltagshelden: robust, funktional, und sie sehen nebenbei durch ihre außergewöhnliche Optik ziemlich cool aus. Sogar ein schwarzes Design ist möglich, hierfür werden die weißen Schläuche einfach von Innen nach Außen gedreht. Der Nachhaltigkeitsgedanke hört nach dem Kauf nicht auf: Falls doch einmal eine Naht kaputtgeht, kannst du dein Lieblingsstück von “Feuerwear” reparieren lassen. Alles in allem also eine echt gute Sache, die das Prädikat “heißer Scheiß” mehr als verdient hat.

Natürlich musst du nicht immer Geld ausgeben, um ein schickes Upcycling-Teil zu besitzen. Du kannst auch selbst Hand anlegen: In unserer neuen Ausgabe findest du beispielsweise eine Anleitung, wie du aus einer langweiligen, alten Vase ganz easy ein echtes Unikat zaubern kannst.

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