Jacqueline und Stephan vor der Höhle
Foto: Jacqueline Bohrmann

Jacqueline Bohrmann und Stephan Depta aus Fulda reisen seit einem halben Jahr durch Südostasien. Im Moment leben sie auf der Ferieninsel Phuket. Mit ihrem Roller haben sie jetzt eine Tour aufs thailändische Festland gemacht.

Mann, tat uns der Hintern weh. Kein Wunder nach fünf Tagen Rollerfahren. Aber das Sitzfleisch hat sich gelohnt. Von Phuket aus, wo wir im Moment ja wohnen, haben wir einen Roller-Ausflug auf die andere Seite der Phang Nga Bucht gemacht. Wir wollten uns noch mehr vom thailändischen Festland ansehen und über die Insel Koh Yao Yai zurück nach Phuket kommen.

Phuket ähnelt der deutschen Insel Fehmarn. Beide Inseln sind über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Also war es kein Problem mit dem Roller aufs thailändische Festland zu fahren. Vorbei an Palmöl-Plantagen, kleinen Dörfern und streunenden Hunden war unser erster Halt ein kleines Fischerdorf. Wobei Dorf schon zu groß klingt. An der Küste standen ein paar Häuser auf Stelzen, in denen vorwiegend Fischer gewohnt haben. Von dort aus hatten wir einen beeindruckenden Ausblick in die Phang Nga Bucht. Sie ist für ihre unzähligen Steinfelsen berühmt, die mitten aus dem Wasser ragen und irgendwie unwirklich aussehen. Kurz mit Sonnencreme einschmieren und weiter ging die Fahrt. Auch wenn wir schon über ein halbes Jahr in Thailand unterwegs sind, benutzen wir ab und zu noch Sonnencreme. Besonders wenn wir mehrere Stunden bei strahlendem Sonnenschein auf dem Roller sitzen.

Unser Tagesziel war die Stadt Phang Nga, die der gesamten Bucht ihren Namen gibt. Dort haben wir uns eine Höhle angeguckt. Die liegt in einem großen Felsen, der ein bisschen so aussieht wie ein liegender Elefant. In der Höhle sind wir erst mit einem Schlauchboot durchs Wasser gefahren. Als die Höhle dann zu eng wurde, mussten wir auf ein Bambusfloß wechseln und sind danach noch zu Fuß durchs Wasser gewatet. Die Höhle war echt beeindruckend, total dunkel und sehr lang. Fledermäuse haben an der Decke gehangen und kleine Mini-Krabben im Wasser gelebt. Wieder draußen haben wir beschlossen noch ein bisschen weiter zu fahren Richtung Krabi. Weil wir für die Nacht noch keine Unterkunft gebucht hatten, haben wir uns dann in einem kleineren Ort auf die Suche nach einem Schlafplatz gemacht. Das stellte sich als gar nicht so einfach heraus. Die ersten zwei Unterkünfte waren nämlich nicht dort, wo Google sie uns angezeigt hatte. Bei der dritten Unterkunft hatten wir dann aber Glück und bekamen eine einfache Holzhütte inklusive Moskitonetz. Eine Reissuppe zum Frühstück gab’s auch noch dazu.

Am nächsten Morgen war der Weg bis nach Krabi dann gar nicht mehr so weit. In Krabi selbst ist gar nicht so viel los, dafür hat die Umgebung viel zu bieten. Zum Beispiel den Tiger Cave Tempel. Auf dem Tempelgelände liegt ein großer Steinfelsen, auf den wir geklettert sind. 1237 Stufen mussten wir erklimmen und nicht eine Stufe hat die gleiche Höhe wie die andere. Es war so anstrengend und hat locker 45 Minuten gedauert, aber der Weg hat sich gelohnt. Wir hatten einen Rundumblick auf Krabi und die Felsen. Dann waren wir noch am lauten Ao Nang Strand, der uns sehr stark an den Ballermann erinnert hat. Wir sind über Brücken durch einen Mangrovenwald gelaufen und haben die ganze Gegend mit unserem Roller erkundet. Dabei haben wir nach längerem Suchen auch ein Boot gefunden, dass uns inklusive Roller auf die Insel Koh Yao Yai bringen konnte. So mussten wir nicht den kompletten Weg wieder zurück fahren, sondern konnten durch die Bucht zurück nach Phuket. Unser Roller wurde dann auch kurzerhand auf ein Longtailboot gehoben. In Thailand ist es manchmal echt unkompliziert.

Koh Yao Yai hat uns besonders gut gefallen. Die Insel ist drei Mal kleiner als Phuket und sehr muslimisch geprägt. Das Leben der Inselbewohner ist hier noch nicht so sehr vom Tourismus beeinflusst und es gibt viele kleine und verlassene Strände. Nach einer Nacht im Hostel sind wir dann mit der Fähre zurück nach Phuket gefahren, wo unser Housesitting auch bald endet. Danach geht’s Richtung Norden nach Chiang Mai.

Jacquelines vorangegangene Storys

Thailand-Tagebuch (1): Touri-Attraktionen und eine Horror-Tour

Thailand-Tagebuch (2): Bootsfahrt, Hippie-Insel und Full Moon Party

Thailand-Tagebuch (3): Ein Loch im Knie und brutale Kämpfe

Thailand-Tagebuch (4): Wildlebende Hunde im thailändischen Dschungel

Thailand-Tagebuch (5): Korallen, ein kleiner Hai und ein atemberaubender Ausblick

Thailand-Tagebuch (6): Hinduistische Tempel und verrückte Affen

Thailand-Tagebuch (7): „Singapur ist die teuerste Stadt der Welt“

Thailand-Tagebuch (8): Housesittung auf Phuket

Thailand-Tagebuch (9): Alltag und ein kleiner Schlangen-Zwischenfall

Thailand-Tagebuch (10): Gänsehautmomente in Laos

Thailand-Tagebuch (11): Weihnachten unter Palmen

Thailand-Tagebuch (12): Silvester und Neujahr am Strand bei 30 Grad

Ein Jahr Thailand

Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.