Messerscharfer Meisterdetektiv – „Knives Out“ ist unser heißer Scheiß der Woche

Daniel Craig will in seiner Rolle als Detektiv Benoit Blanc einen mysteriösen Todesfall aufklären. (Foto: Universum Film)

Wann hast du das letzte Mal einen richtig guten Krimi gesehen? Schon länger her? Dann ist unser heißer Scheiß der Woche genau das Richtige für dich. Wir berichten dir, warum die Krimikomödie „Knives Out – Mord ist Familiensache“ einer der Besten Filme des Jahres werden könnte, auch wenn 2020 sicher noch einige gute Streifen folgen werden.

Nach seiner Geburtstagsfeier wird das wohlhabende Familienoberhaupt Harlan Thrombey (Christopher Plummer) tot aufgefunden. Selbstmord, so scheint es. Doch wie aus dem Nichts taucht der sagenumwobene Privatdetektiv Benoit Blanc (Daniel Craig) auf und beginnt, einen Mörder zu suchen. Während die hinterbliebenen Familienmitglieder auf die Verkündung des Testaments warten, stellt sich heraus: Sie alle haben etwas zu verbergen.

Obwohl du als Zuschauer selbst schon recht früh erfährst, unter welchen Umständen der 85-jährige Schriftsteller zu Tode gekommen ist, bleibt der Film rasant und spannend. Und auch wenn alles zunächst völlig logisch scheint, ergeben sich immer wieder neue Löcher in der Geschichte und schnell ist klar, dass da etwas ganz und gar nicht stimmt.

Brilliante Charaktere und ein raffiniertes Drehbuch

Ein Highlight des Films ist definitiv sein Aufgebot an hochkarätigen Darstellern, die sich gegenseitig an die Wand spielen. Neben einem grandios schrullig schnüffelnden Daniel Craig mit Hosenträgern erleben wir unter anderem Jamie Lee Curtis als resolute Businessfrau oder „Captain America“ Chris Evans als überheblichen Schnösel-Enkel. Auch die Optik kann sich sehen lassen: Die schicken Kostüme und die noble Villa, in der sich der Großteil der Handlung abspielt, wirken wie direkt aus einem Cluedo-Spiel entsprungen. Aber nicht nur Look und Cast sorgen dafür, dass „Knives Out“ als Überraschungshit zur Oscar-Saison in aller Munde ist. Die Nominierung für das beste Drehbuch hat er zweifellos verdient.

Die bissigen Dialoge und cleveren Wendungen wirken beinahe wie aus einer „Agatha Christie“-Verfilmung. Kann ein so klassisch anmutender Krimi überhaupt noch überraschen? Kann er. Zwischen all den Irrungen und Wirrungen findet sich außerdem noch der eine oder andere aktuelle politische Kommentar, sodass die Story an keiner Stelle eingestaubt wirkt. Eine Fortsetzung ist übrigens bereits in Sicht und vielleicht erleben wir den brillanten Detektiv Benoit Blanc schon bald in einem weiteren packenden Fall.

Wenn du jedenfalls Lust bekommen hast, die Fassade der privilegierten Thrombeys bröckeln zu sehen, kannst du dir die schräge Krimikomödie von Star-Wars-Regisseur Rian Johnson aktuell im Kino anschauen. Mal sehen, ob du dich auf deine Menschenkenntnis verlassen kannst. Denn so einfach wie es das Sprichwort „Der Mörder ist immer der Gärtner“ nahelegt, ist es dieses Mal nicht. Einen Gärtner gibt es in dieser Geschichte nicht einmal. Vielmehr stellt sich die Frage, welche Rolle eigentlich die junge Pflegekraft Marta, die sich nach jeder Lüge übergeben muss, spielt.

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