Say cheese! Im Vonderau Museum kannst du Selfies mit historischen Fuldaer Migranten machen

Foto: Constanze Gollbach

Ein Selfie mit einer bekannten Person zu bekommen, ist wie eine Trophäe, die Jugendliche aber auch Erwachsene auf ihrem Handy sammeln. Also warum nicht ein Selfie mit bekannten Gesichtern aus Fulda machen, die nicht nur das Stadtleben, sondern auch die Einwanderung in Fulda geprägt haben? Dafür haben die Schüler der Winfriedschule, Heinrich-von-Bibra-Schule und Freiherr-vom-Stein-Schule die Ausstellung „Ein Selfie mit historischen Fuldaer Migranten“ im Vonderau Museum ins Leben gerufen.

Migration und Selfies: beides Themen, die auf ihre eigene Art und Weise aktuell sind. Migration ist im Prinzip ein Dauerbrenner, sie gibt es schon seit Jahrtausenden. Während dieser Zeit hat es auch einige nach Fulda verschlagen, wie beispielsweise den heiligen Bonifatius oder Lioba von Tauberbischofsheim. Anlässlich des Stadtjubiläums wurde daher im Vonderau Museum die Dauerausstellung „Ein Selfie mit historischen Fuldaer Migranten“ eröffnet. Ziel der Ausstellung ist es, dass der Besucher ein Selfie mit den ausgestellten Bildern, und somit mit den historischen Migranten macht.

Am Mittwoch hatten die Schüler, die gleichzeitig auch Aussteller sind, Gelegenheit, ihre Ideen und Interpretationen ihren Mitschülern nahezubringen. Dabei stand der Entwicklungsprozess bis zum fertigen Produkt im Vordergrund. „Die Idee war es, den Schülern das Thema Migration und Integration nahezubringen und gleichzeitig die Selfie-Kultur mit ins Spiel zu bringen“, erklärt Constanze Schneider, Landeskoordinatorin KulturSchule und Initiatorin der Dauerausstellung. „Bevor es ans Malen und Fotografieren ging, haben sich die Schüler auf Entdeckungstour gemacht. Es wurde sich intensiv mit den historischen Personen beschäftigt“, so Schneider. Dabei stellten sich die Schüler die Fragen: „Warum flüchten Menschen?“ oder „Wie schaffe ich es in einem anderen Land, Anschluss zu finden?“.

Ganzkörper, Portrait und Fotografie

Gemeinsam mit den zuständigen Kunstlehrern Hana Blahova, Ursula Feling, Caren Zimmermann Werner Döppner und Museumspädagogin Kornelia Wagner entstand somit eine Ausstellung, die historische Migranten aus Fulda zeigt. Dabei verwendeten die Schüler unterschiedliche Darstellungsformen: „Die Kunstklassen der Jahrgansstufe sechs der Winfriedschule haben sich beispielsweise auf große Flächen gelegt, die Umrisse gezogen und diese in die historische Person verwandelt“, erklärt Constanze Schneider. Für die Schüler hieß es dabei auch, ihre eigenen Vorstellungen und Fantasien in die Bilder einfließen zu lassen.

Neben der Jahrgansstufe sechs stellten auch Schüler der neunten Klasse der Heinrich-von-Bibra-Schule ihre Bilder aus. Sie porträtierten ihre ausgewählten Migranten in schwarzweiß und auf Leinwand – ein Kontrast zu der sonst Farbenfrohen Darstellung der jüngeren Schüler.

Auch Bonifatius war ein Migrant

Eine ganz andere Form der Kunst wählten die Schüler der Jahrgangstufe 13 der Freiherr-vom-Stein-Schule. Aus ihren recherchierten Daten entwickelten die Schüler eine Fotoreihe. Die Akteure darauf? Die Schüler selbst. Das Thema Migration und die historischen Fuldaer Migranten werden somit in verschiedenen Facetten gezeigt.

„Leider sind die Themen Migration und Integration immer noch häufig negativ behaftet. Menschen, die in ein anderes Land kommen, werden teilweise nicht akzeptiert und bei der Integration nicht richtig unterstützt“, sagt Constanze Schneider. Für sie sei die Ausstellung ein Weg zu zeigen, dass Fulda durch Migranten wie Bonifatius, der aus England nach Fulda kam, erst entstanden ist.

Selfietime

Am Ende der Vorstellung konnten Selfies mit den Bildern der Ausstellung gemacht werden. Diese landen an der dafür gestalteten Fotowand. Zudem sollten die Schüler neben ihren Bildern den Satz „Wenn du mit einer Person, einer Situation oder einem Land nicht vertraut bist, hilft dir…“, vervollständigen und ihre Antworten mit Post-its daneben hängen.

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