Verantwortungsvolles Wirtschaften braucht tragfähiges Denken und Handeln

Unternehmer und Bio-Pionier Wolfgang Gutberlet in der adventlich geschmückten Mensa der RiMS Foto: Wigbertschule

Im Rahmen der Veranstaltung „Wirtschaft im Advent“ bot die Richard-Müller-Schule erneut ein Forum für die Frage, ob und wie nachhaltiges Wirtschaften möglich ist. Diesmal sprach Wolfgang Gutberlet (ehemals tegut), der sich als Biopionier und Visionär einen Namen auf dem Gebiet der Lebensmittelforschung und –distribution gemacht hat.

Von Johanna Frank

Als Schule für Berufe und schulischen Ausbildungsgänge im Bereich Wirtschaft und Verwaltung sieht Direktorin Claudia Hümmler-Hille eine besondere Verantwortung darin, der neuen Generation Denkanstöße zu geben, etwas anderes zu wagen und „es besser zu machen“. Dass nachhaltiges beziehungsweise tragfähiges Handeln nicht unbedingt wirtschaftlich, aber auf jeden Fall besser sei, davon ist Gutberlet fest überzeugt. In diesem Sinne sei es wichtig, zukunftsorientiert zu denken, eine moralische Fantasie zu entwickeln und Kräfte zu bündeln, die eine andere Art von Gemeinschafts- und Meinungsbildung ermöglichen. Der mit seinen Ideen überzeugende Unternehmer bemängelt vor allem, dass zu wenig vom Ende her gedacht werde, dass zu viele Entscheidung aufgeschoben anstatt rechtzeitig getroffen würden.

Wo werde ich gebraucht?

Er fordert von der Gesellschaft den Mut, Dinge zu bedenken und langfristig das „Wahre, Schöne, Gute zu bewahren“. Gutberlet bezog in seinen Vortrag immer auch von Schülerinnen und Schülern formulierte Fragen mit ein und wirkte daher sehr publikumsnah. Auf die Frage etwa, wie man heute erfolgreich sein könnte, sagte er mit den Worten des Philosophen Peter Sloterdijk, viele würden heute denken, man könne irgendwo ankommen, ohne den Weg gegangen zu sein, man könne Geld verdienen, ohne gearbeitet zu haben. Die Frage müsse aber eigentlich lauten: „Wo werde ich gebraucht?“. Nur so könne man einen sinnvollen Beitrag für die Gemeinschaft leisten.

Besonders interessant sind auch die Ideen, die Gutberlet und seine Frau in ihrem „LindenGut“, einem landwirtschaftlichen Bio-Betrieb mit Gästehaus in Dipperz, realisieren und erforschen (lassen). Das LindenGut ist nicht nur baubiologisch durchdacht, sondern auch CO2-neutral, mithilfe einer eigenen PV-Anlage und Speicher. Lebensmittel, die auf dem Hof produziert werden, sind im wahrsten Sinne „Lebens-Mittel“ und werden von einem Team von Forschern der W-E-G wertschätzend.entwickelnd.gemeinschaftend.) und KWALIS überprüft.

Denken, Fühlen, Wollen, Tun

Ja, in Dipperz wird geforscht! Und zwar auch zu Fragen, die Dimensionen betreffen, die einigen von uns eher fremd erscheinen, zum Beispiel zur Vitalität von Eiern und Tomaten und dessen Auswirkungen auf uns Menschen, die Bedeutung von Licht und verschiedenen Lichtarten auf unser Leben. Die Motivation, die hinter den Visionen Gutberlets und seinem Team steht, könnte man  gleichsam als ein Lebensmotto des Unternehmers auffassen: Denken, Fühlen, Wollen, Tun.

Für die teilweise sehr persönlichen Einblicke in seine Überzeugungen waren der Organisator seitens der RiMS, Rainer Thomas, und die zahlreichen Gäste,  unter denen sich Schüler*innen und Lehrer*innen, deren Partner sowie der RiMS verbundene Vertreter aus der Wirtschaft befanden, ihrem Gast sehr dankbar. Der inspirierende und gemütliche Abend in der adventlich dekorierten Mensa der Schule wurde mit regionalen Leckereien kulinarisch und der Schülerband musikalisch abgerundet.

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