Stephan und Jacqueline vor dem Patuxai.
Foto: Jacqueline Bohrmann

Die Fuldaer Jacqueline Bohrmann und Stephan Depta sind seit einem halben Jahr auf Südostasienreise. Dieses Mal nehmen sie Dich mit auf ihre Reise nach Laos.

Von Jacqueline Bohrmann

Oh wow, habe ich viel zu erzählen. Wir sind gerade aus Laos zurückgekommen und haben dort so viel erlebt, gesehen und entdeckt: Den wohl schönsten Wasserfall überhaupt, abenteuerliche Zug- und Busfahrten und original französisches Essen. Aber am besten ich fange von vorne an.

Von Phuket aus, wo wir im Moment wohnen, sind wir nach Bangkok geflogen. Der Grund dafür war eine Zugfahrt, wir wollten nämlich unbedingt mal Nachtzug fahren. Und von Bangkok fährt ein Nachtzug nach Laos. Also eigentlich nur kurz bis vor die Grenze von Laos, aber dazu gleich. Nach unserer Landung und vor dem Start des Nachtzugs, hatten wir in Bangkok noch ein bisschen Zeit. Also haben wir was Leckeres gegessen und sind noch in einem riesen großen Shoppingcenter, dem MBK, gelandet. Danach ging es Richtung Bahnhof, denn um 20 Uhr ist der Nachtzug losgefahren. Der Bahnhof war kleiner, als ich ihn mir vorgestellt habe, dafür war er aber gut besucht. Viele Menschen haben in kleinen Grüppchen auf dem Boden gesessen und auf ihren Zug gewartet, auch einige Mönche waren in der Wartehalle. Als wir ankamen, stand unser Zug schon bereit, sodass wir direkt eingestiegen sind.

Netflix im Zug

Im Zug hatten wir zwei Liegeplätze reserviert. Die untere Liege war noch zu zwei Sitzplätzen umfunktioniert. Wir haben unsere mitgebrachten Getränke und Snacks ausgepackt und es uns mit Netflix gemütlich gemacht. Die Fahrt ging langsam los, alleine in Bangkok haben wir bestimmt noch fünf Mal gehalten und Leute eingesammelt. Später kam dann ein Schaffner, der uns die Sitze zur Liege umgebaut und auch die Betten bezogen hat. Dann war Nachtruhe. Also mehr oder weniger. Die Liegen waren erstaunlich bequem und gemütlich, man konnte auch einen Vorhang zuziehen. Schallschutz gab es aber nicht. Deswegen haben wir immer mal wieder die Telefonate des Nachbarn gehört und auch ein- und aussteigende Gäste mitbekommen. Mit einigen Unterbrechungen haben wir trotzdem ganz gut schlafen können. Kurz vor der Grenze zu Laos wurden wir dann geweckt, morgens um 5:30 Uhr.

Total verschlafen sind wir aus dem Zug geklettert. Einfach über die Grenze fahren ist nämlich nicht. Über die Grenze fährt nur ein ganz besonderer Zug. Die zwei Waggons sahen ein bisschen aus wie aus einer anderen Zeit, passend zu Laos, wie wir noch erfahren würden. Dieser Zug fährt also tagein, tagaus nur ein paar Kilometer zwischen Thailand und Laos hin und her, einmal über den Mekong. Bis wir den Grenzfluss überqueren konnten, mussten wir aber noch gut eine Stunde an der Haltestelle warten, dann erst fuhr der Zug planmäßig los. In Laos angekommen, haben wir unseren Visa-Antrag ausgefüllt und sind durch die Immigration gegangen.

Französisches Essen in Laos

Es heißt, Vientiane sei die kleinste Hauptstadt der Welt. Auch wenn das nicht ganz stimmt, würden wir den Satz sofort unterschreiben. In zwei Tagen Vientiane haben wir (gefühlt) alles gesehen, was es zu sehen gibt. Vientiane ist eher vergleichbar mit Fulda als mit Berlin. Es gibt ein paar Sehenswürdigkeiten, einige nette Läden und viele gute Cafés und Restaurants. Laos war ja nach dem zweiten Weltkrieg einige Jahre von Frankreich besetzt, was man heute vor allem noch am Essen merkt. Wir haben uns über die frischen Baguettes, Croissants und leckeren französischen Salate sehr gefreut. Eines der bekanntesten Wahzeichen Laos, das „Tor des Sieges“, erinnert doch sehr stark an den Triumphbogen in Paris, und das, obwohl das Tor zur Feier der Unabhängigkeit Laos von Frankreich gebaut wurde. Wir waren noch im Tempel Pha That Luang und haben die große, goldene Stupa bewundert. Und dann ging es auch schon mit einem abenteurlichen Nachtbus weiter Richtung Luang Prabang, einer kleineren Stadt im Norden von Laos, die zum Weltkulturerbe gehört. Und das vollkommen zurecht. Wir haben uns dort so wohl gefühlt.

Luang Prabang sieht von oben aus wie eine Halbinsel. Der Mekong und ein Nebenarm des Flusses schließen die halbe Stadt ein. Selbstgebaute Bambusbrücken, eine alte Eisenbahnbrücke, die nur mit Motorrollern befahren werden darf, und eine Autobrücke lassen uns den Fluss überqueren. In der Stadt gibt es viele kleine Boutiquen, liebevoll eingerichtete Cafés und schicke Restaurants, in denen wir einige Zeit verbracht haben. Wir konnten gar nicht so viel essen, wie wir gerne wollten. Immer wieder haben wir uns so gefühlt, als ob wir einige Jahrzehnte zurück gereist wären. Besonders bei unserem Ausflug zum Kuang Si Wasserfall haben wir in den kleineren Dörfern alte Webstühle gesehen und das laotische Leben bewundert.

Gänsehautmoment

Das absolute Highlight war dann aber doch der Wasserfall. Das Wasser fällt 60 Meter in die Tiefe, bevor es über unzählige Terrassen läuft und in mehreren natürlichen Pools Halt macht. Alleine von diesem Anblick haben wir Gänsehaut bekommen. Die wurde noch stärker, als wir schwimmen gegangen sind. Wasserfall-Wasser ist saukalt. Jetzt sind wir zurück auf Phuket und planen unseren nächsten Besuch in Luang Prabang. Bevor wir im März wieder nach Deutschland fliegen, wollen wir nämlich noch ein bisschen durch Südostasien reisen. Chiang Mai, Bangkok, Laos, Kambodscha und Vietnam stehen auf dem Plan. Außerdem kommen uns noch meine Eltern besuchen. Wenn Du davon nichts verpassen möchtest, folge uns doch auf Instagram @reiseriti.de.



Jacquelines vorangegangene Storys

Thailand-Tagebuch (1): Touri-Attraktionen und eine Horror-Tour

Thailand-Tagebuch (2): Bootsfahrt, Hippie-Insel und Full Moon Party

Thailand-Tagebuch (3): Ein Loch im Knie und brutale Kämpfe

Thailand-Tagebuch (4): Wildlebende Hunde im thailändischen Dschungel

Thailand-Tagebuch (5): Korallen, ein kleiner Hai und ein atemberaubender Ausblick

Thailand-Tagebuch (6): Hinduistische Tempel und verrückte Affen

Thailand-Tagebuch (7): “Singapur ist die teuerste Stadt der Welt”

Thailand-Tagebuch (8): Housesittung auf Phuket

Thailand-Tagebuch (9): Alltag und ein kleiner Schlangen-Zwischenfall



Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.