„Beim Thema Nachhaltigkeit hat Fulda noch einiges zu tun“ – Markus und Arthur veranstalten die Nachhaltigkeitswoche Fulda

Markus und Arthur organisieren in Fulda die Nachhaltigkeitswochen. (Foto: Constanze Gollbach)

Nachhaltigkeit geht uns alle was an: Das hat sich vor einem Jahr auch eine Gruppe Studierende der Hochschule Fulda gedacht. Sie hat die Nachhaltigkeitswoche ins Leben gerufen, die im Dezember in die dritte Runde geht. Wir haben mit Markus Müller (Interkulturelle Sozialwissenschaft) und Arthur Schulz (Ökotrophologie) aus dem Orga-Team über die Anfänge der Woche und zukünftige Aktionen gesprochen.

Ihr habt innerhalb eines Jahres schon drei Nachhaltigkeitswochen veranstaltet, wie kam euch die Idee dazu?

Arthur: Letztes Jahr gab es an der Hochschule einen „Plastikfrei-Workshop“, der von der Slow-food-youth initiiert wurde. Der Workshop bekam sehr gute Resonanzen von den Studis und war wirklich gut – nur leider zu kurz. Deswegen haben wir uns überlegt, diese Workshops und Vorträge in eine Woche zu packen. Und somit ist zum Wintersemester 2018 die erste Nachhaltigkeitswoche entstanden.

Du redest von „wir“: Wie viel Leute seid ihr?

Arthur: Momentan sind wir etwas mehr als zehn Studierende aus den Fachbereichen Sozial- und Kulturwissenschaften, Ökothrophologie und Soziale Arbeit.

Markus: Das sind Leute, die man klischeehafterweise auch in der Gruppe erwarten würde. Studis aus anderen Fachbereichen wie BWL oder Informatik konnten wir leider noch nicht so richtig erreichen. Da müssen wir noch besser werden, um aus unserer Blase rauszukommen.

Als ihr die erste Woche hinter euch hattet, was für Resonanzen habt ihr bekommen?

Markus: Durchweg positive. Wir hätten nicht mit so vielen Besuchern gerechnet.

Arthur: Danach haben wir zu Ostern auch direkt zwei Wochen geplant. Aber es ist trotzdem jedes Mal eine Überraschung, wie viele Leute kommen. Das hängt auch vom Zeitpunkt ab: Sind Semesterferien, ist natürlich weniger los.

Das Thema Nachhaltigkeit ist vielfältig, was ist euch besonders wichtig, wenn ihr die Woche plant?

Markus: Besonders wichtig ist, dass wir mit regionalen Initiativen zusammenarbeiten, wie beispielsweise der L14 zwo, dem Kleidertauschladen, Kino35 und so weiter. Trotzdem wollen wir auch Themen ansprechen, die global relevant sind.

Arthur: Uns ist außerdem wichtig, dass wir ein breites Spektrum abdecken. Also sowohl Workshops anbieten als auch Vorträge mit anschließenden Diskussionen.

Ihr organisiert die Woche neben eurem eigentlichen Studium. Ist das nicht ganz schön zeitintensiv?

Arthur: Ja schon, aber es ist eine Herzensangelegenheit von uns. Und deshalb findet man die Zeit. Außerdem sind wir ja auch eine größere Gruppe. Jeder hat seine Aufgabe, ansonsten würde das nicht funktionieren.

Am Montag startet eure dritte Nachhaltigkeitswoche. Was steht auf dem Plan?

Arthur: Wir haben wieder einiges in petto: einen Filmabend, einen Vortrag von Dr. Heike Hübner, die Kleidertauschparty oder eine Führung durch die Mensa. Für jeden ist also etwas dabei.

In Fulda gibt es einige Initiativen, die sich viel mit Nachhaltigkeit beschäftigen. Findet ihr, dass die Stadt genug macht?

Markus: Ehrlich gesagt hat Fulda beim Thema Nachhaltigkeit noch einiges zu tun. Für mich ist auch hier vieles Symbolpolitik. Man brüstet sich beispielsweise gerne mit dem E-Bus, der hier jetzt rumfährt, aber die Innenstadt platzt weiterhin vor Autos, während die Radinfrastruktur in vielerlei Hinsicht eine Katastrophe ist. Konsequent wäre es, den Menschen echte Alternativen, in diesem Fall zum Auto, zu bieten

Arthur: Es wäre außerdem schön, wenn die Initiativen oder unsere Woche mehr gefördert würden und sich das Bewusstsein der Fuldaer für Nachhaltigkeit ändern würde.

Flyer: Nachhaltigkeitswoche

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