Sport mit Handicap? So funktioniert Inklusion im Schulsport

Foto: Wigbertschule

Wie fühlt es sich an, wenn man nicht gut laufen, sehen oder hören kann? Diese Frage stellten sich die Schülerinnen und Schüler der Sportklasse 5s unter der Leitung von Sportlehrer Johannes Maisch. Organisiert hatte diesen außergewöhnlichen Projekttag die Klassenlehrerin für die neue Sportklasse Sabine Mielke.

Ein Text der Wigbertschule

Zu Gast an der Wigbertschule waren an diesem Tag Sabine Longerich und Cordula Kraft von der Unfallkasse Hessen gemeinsam mit Paralympics-Goldmedaillen-Gewinnerin Kirsten Bruhn und Rollstuhlbasketball-Trainer Sebastian Arnold an die Wigbertschule gekommen. Kirsten Bruhn sitzt seit einem Unfall vor 28 Jahren wegen einer Querschnittlähmung im Rollstuhl.

An diesem Vormittag galt es nun, die Kinder vor völlig neue Aufgaben zu stellen: Die Schülerinnen und Schüler konnten unter anderem im Rollstuhl oder mit Gehhilfen die Barrierefreiheit an der Wigbertschule testen oder mussten mit verdunkelten Brillen und Ohrenschützern erfahren, wie es ist, nichts sehen oder hören zu können.

Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, was es bedeutet an einem Rollstuhl gefesselt zu sein und welche fundamentalen Beeinträchtigungen damit verbunden sind. Alles in allem kamen sie jedoch mit dem Rollstuhl noch verhältnismäßig gut zurecht. Mit der abgedunkelten Brille fühlten sie sich allerdings sehr unsicher und waren sich einig, dass man mit solch einer Einschränkung zunächst hilflos ist und insofern auf Hilfe angewiesen sei. Sie begriffen aber auch, dass man aber auch lernen müsse, um Hilfe zu bitten, diese anzunehmen und einem Mitmenschen zu vertrauen. Sich in diese außergewöhnlichen Situationen zu begeben war für die Schülerinnen und Schüler eine „wertvolle Erfahrung“.

Am Mittag stand ein weiteres von der Unfallkasse Hessen organisiertes Ereignis an: In der Sporthalle zeigte ihnen Rohlstullbasketball-Trainer Sebastian Arnold, wie es ist, mit einer massiven körperlichen Beeinträchtigung Sport zu treiben. Die Schülerinnen und Schüler erhielten die Gelegenheit, in speziellen Rollstühlen, die von der UKH zur Verfügung gestellt wurden, miteinander Rollstuhlbasketball zu spielen. Zeitgleich führte Kirsten Bruhn mit ihnen Sportübungen durch, die manch einen Fünftklässler ordentlich zum Schwitzen brachten.

Die Unfallkasse Hessen, kurz UKH, ist die Unfallversicherung des Landes Hessen für die Schadensregulierung von Unfällen an Schulen. Die UKH organisiert darüber hinaus aber u.a. auch Projekttage wie die an der Wigbertschule, um präventiv für Bewegung bei Schülerinnen und Schülern und am heutigen Tag vor allem um Verständnis für Inklusion, speziell im Sportunterricht, zu werben.

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