Jacqueline Bohrmann und Stephan Depta aus Fulda sind auf ihrer Langzeitreise durch Südostasien das erste Mal aus Thailand ausgereist. Ihr Ziel war die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur.

Von Jaqueline Bohrmann

Nach rund drei Monaten auf Koh Samui mussten wir jetzt das erste Mal aus Thailand ausreisen, das gibt unser Visum so vor. Warum also nicht das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden? Wir haben uns für unsere erste Ausreise für einen sechstägigen Städtetrip in Kuala Lumpur entschieden. Endlich mal wieder ein bisschen Großstadt-Feeling. Der Flug war angenehm, das Flugzeug fast leer, und nach eineinhalb Stunden waren wir auch schon in der Hauptstadt Malaysias angekommen.

Erstmal einen Überblick verschaffen

An unserem ersten vollen Tag in Kuala Lumpur haben wir eine Bustour gemacht. Du kennst doch bestimmt diese Hop-on-Hop-off-Busse, die es mittlerweile in fast jeder Großstadt gibt. Mit so einem fahren wir gerne durch für uns neue Städte, um einen ersten Eindruck und einen Überblick über die Stadt zu bekommen. Leider war dieser erste Eindruck nicht so toll. Die Innenstadt hat uns mit ihren Hochhäusern ganz stark an Frankfurt mit seiner Skyline erinnert. Leider hatten wir nach der Busfahrt das Gefühl, dass es außer den Wolkenkratzern und den unzähligen Shoppingmalls, die wir an jeder Ecke gefunden haben, nicht so wirklich viel zu entdecken gibt. Uns fehlte vor allem die Atmosphäre, die wir aus europäischen Großstädten so mochten. Ob wir in Rom, London oder Hamburg waren – jede dieser Städte hat ihr ganz eigenes Flair. Kuala Lumpur hingegen blieb für uns die ersten Tage irgendwie glatt und gesichtslos. Steph meinte zwischendurch: „Was will man auch von einer Stadt erwarten, deren Wahrzeichen zwei Türme sind, die von einem Ölkonzern gebaut wurden?“ Gemeint sind die Petronas Tower, Zwillingstürme, die man sofort mit Kuala Lumpur verbindet. Aber es wurde besser.

Botanischer Garten

Grüne Oasen mitten in der Stadt

Die folgenden Tage haben wir uns die einzelnen Stadtviertel vorgenommen und auch den botanischen Garten besucht. Der liegt mitten in der Stadt und ist etwa so groß wie der gesamte Schlosspark der Schlossfasanerie in Eichenzell. Auch sonst gibt es in Kuala Lumpur immer wieder grüne Stellen in der Stadt. Auf Parkhäusern wachsen Bäume, direkt neben der Straße sind Blumenbeete angelegt und rund um den Fernsehturm gibt es noch ein Stück Urwald.

Kuala Lumpur ist ein richtiger Melting Pot: Gut die Hälfte der Bewohner stammt aus China, 40 Prozent sind Malaien und sechs Prozent kommen aus Indien. Ansonsten leben noch einige Europäer, Indonesier, Araber, Sri Lanker und Philippiner in der Stadt und alle haben ihre eigenen Religionen mitgebracht. Besonders die Chinesen und Inder sind auch uns ins Auge gefallen. Natürlich haben wir uns Chinatown mit unzähligen gefälschten Klamotten, Taschen und Uhren und Little India mit typisch indischen Restaurants angeguckt.

Hinduismus live vor Ort kennenlernen

Beeindruckend war der Besuch im „Sri Mahamariamman“ dem ältesten hinduistischen Tempel der Stadt. Der steht aber nicht etwa im indischen Stadtteil, sondern mitten in Chinatown – ein Beispiel für das typische Zusammenleben vieler Kulturen in Kuala Lumpur. Wir hatten das Glück, dass gerade eine Zeremonie stattfand als wir ankamen. Und ich muss sagen, diese Zeremonie ähnelt unseren Gottesdiensten kaum. Es wurde laute Musik gespielt, die Gläubigen sind zusammen mit dem Priester von einem Altar zum nächsten gegangen und haben vor jedem gebetet. Außerdem war alles sehr lebendig und nicht so andächtig, wie oft bei katholischen Gottesdiensten.

Auch die hinduistischen Batu Höhlen waren ein Highlight für uns. Die bunten Treppen mit der großen, goldenen Statue davor hast du bestimmt schon auf einigen Insta-Bildern gesehen. Ja, so ein Foto haben wir natürlich auch auf unserem Profil @reiseritis.de Zum Glück waren wir am Vormittag bei den Höhlen, da waren noch nicht so viele Touristen da. Steph sollte helfen eine große Tüte mit Bananen hoch in die Höhlen zu tragen. Dabei wurde er auf den Treppen von mehreren Affen regelrecht angegriffen. Zum Glück konnte er die Angriffe abwehren und ist heile geblieben. Die Tüte Bananen hingegen nicht so ganz.

Die Reise geht weiter

Nach sechs Tagen Kuala Lumpur haben wir uns mit der Stadt ein bisschen versöhnt. Wir müssen sie nicht nochmal bereisen, aber es gibt echt schöne Ecken und immer wieder gutes Essen. Während ich diesen Text schreibe, sitze ich in einem Hotel in Phuket. In Thailand sind wir aber nur knapp zwei Wochen, dann steht die nächste Ausreise nach Singapur an. Für ein verlängertes Wochenende werden wir in dem asiatischen Stadtstaat sein, um dann wieder zurück nach Phuket zu kommen. Wenn du mehr über unsere Reisen erfahren willst, guck doch mal hier: www.reiseritis.de oder gedulde dich ein bisschen. Schon bald erscheint auch hier der nächste Text von unserem Leben in Südostasien.

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