Umweltbewusst und echt simpel – der Unverpacktladen in Fulda

Verdammt, unsere Welt geht unter! Das zumindest ist der Eindruck, der sich uns an allen Ecken und Enden aufdrängt. Stichwort Klimawandel. Wie wir unsere Erde zerstören – und wie wir sie retten können ist das Titelthema unseres frisch erschienenen Magazins. Dazu haben wir mit Elisabeth Rammler gesprochen, die kürzlich den Unverpackt-Laden am Luckenberg eröffnet hat. In den vergangenen Jahren hat sich dieses nachhaltige Konzept besonders in Großstädten bewährt. In Fulda ist es jetzt auch endlich so weit. 

 

Wie ist die Idee für den Unverpackt-Laden entstanden?

Ich persönlich lege sehr großen Wert auf biologische und regionale Lebensmittel. Mein Vater war strikt gegen Gift in der Landwirtschaft, und meine Tanten hatten damals einen Tante- Emma-Laden, in dem lose Lebensmittel verkauft wurden. Die Kunden konnten mit Metallschaufeln die Ware in Papiersäcke füllen. Diese Tradition hat mich bis heute stark geprägt. Zudem finde ich es wahnwitzig, wie wir mit Kunststoff umgehen. Kunststoff ist eine tolle Erfindung und hat auch seine Daseinsberechtigung, aber doch nicht für eine Einmalverpackung. In Göttingen habe ich dann den ersten Unverpackt-Laden besucht und war total begeistert. Von da an wusste ich: Dieses Unverpackt-Konzept muss ich auch in Fulda realisieren. Besonders die jungen Menschen motivierten uns weiterzumachen.

 

„Wir wollen die Plastikflut eindämmen.“

 

Immer wieder hört man, dass in Unverpackt-Läden die Ware genauso verpackt angeliefert wird, wie in anderen Läden. Stimmt das?

Nein. Einige Firmen haben sich darauf eingestellt, dass sie Gastrogrößen liefern, und auch der Großhandel der uns beliefert, hat große Papiersäcke, bis zu 25 Kilo. Das einzige, das in Plastik geliefert wird, sind die Nudeln. Da Nudeln Feuchtigkeit anziehen und viel schneller verderben, benötigen sie diese Platikverpackung. Die restlichen Lebensmittel werden zu 80 Prozent in Papiersäcken angeliefert. Die Gewürze werden wegen des Aromas in be- schichteten Gastropapierdosen angeliefert. Zukünftig werden wir auch ein Blecheimer-System einführen, sodass kein Verpackungsmüll entsteht.

Emmas Unverpackt-Laden befindet sich in der Galerie vom Fotografen Walter Rammler am Luckenberg 1.

 

Wie schwierig war die Suche nach passenden Lieferanten? Und gibt es beim Warentransport Herausforderungen?

Es war sehr schwierig Hersteller zu finden, die uns die Menge anliefern, die wir für unseren kleinen Laden brauchen. In erster Linie haben wir Hersteller gesucht, die kleinere Gebinde weit unter 25 Kilogramm liefern. Wir möchten verhindern, dass die Lebensmittel in unseren Laden-Silos verderben.

 

Habt ihr alle Produkte in Bio-Qualität?

Wir verkaufen biologische und regionale Produkte. Produkte von kleineren Herstellern sind in der Regel nicht zertifiziert, da die Kosten für eine Zertifizierung zu hoch sind. Die Interview, ist bei uns im Laden aber ebenso vertreten wie biologische Produkte. Wir legen großen Wert darauf, dass die Transportwege möglichst kurz sind und dass die Bauern ohne Gift arbeiten.

 

 

Sind Unverpacktläden viel teurer?

Wer auf Plastik verzichten möchte, kann bei uns Bio-Produkte kaufen, die preislich ähnlich sind wie in einem Bio-Laden.

 

Wie funktioniert der Einkauf in einem Unverpackt-Laden?

Viele Kunden kennen Unverpackt-Läden aus anderen Städten und bringen ihre privaten Behälter mit. Wenn sie keine Gefäße besitzen, haben wir einen Spendenbehälter, in dem gewaschene Gläser stehen. Die Behälter werden gewogen und die Tara wird an der Kasse wieder abgezogen. Natürlich stehen wir jedem neuen Kunden zur Seite und beraten ihn gerne.

 

Was wird es zukünftig im Sortiment geben?

Das Körperpflegesortiment wollen wir noch erweitern. Wir sind auch daran interessiert unser Lebensmittel-Angebot zu vergrößern. Stärkemehl oder Puddingpulver wollen wir auch anbieten. Unser Ziel ist es, dass die Leute ihre Einkäufe größtenteils bei uns erledigen können und nicht mehr woanders hin müssen.

 

Elisabeth Rammler (links), Doro Hoch und Doris Bauer (rechts) haben nach langer Planung ihren Unverpackt-Laden am Luckenberg.

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