Weltweiter Klimastreik: 400 Teilnehmer in Fulda erwartet | Einige Geschäfte schließen

Fridays for Future Fulda
Fridays for Future Fulda: Jugendliche demonstrieren auf dem Bahnhofsvorplatz für den Klimaschutz.

Am Freitag organisiert „Fridays for Future“ einen „weltweiten Klimastreik“. In Fulda rechnen die Organisatoren mit 400 Demoteilnehmern. Einige Geschäfte in der Innenstadt werden aus Solidarität für zwei Stunden schließen.

Seit etwa neun Monaten gehen Schüler und Studenten auf die Straße und demonstrieren für mehr Engagement im Kampf gegen den Klimawandel – auch in Fulda. Die Bewegung „Fridays for Future“ pocht auf die Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens. Das besagt unter anderem, dass die Erderwämung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Wert begrenzt wird. Um das zu Ereichen, hat die Bewegung mehrer Forderungen gestellt.

Für diesen Freitag ruft „Fridays for Future“ zum „weltweiten Klimastreik“ auf. Auf ihrer Website heißt es, Städte aus 120 Ländern würden an den Protesten teilnehmen, allein in Deutschland mehr als 450. In Fulda geht’s um 11 Uhr an der Gellingshalle los. Die befindet sich zwischen Magdeburger Straße, Berliner Straße und Willi-Glotzbachweg. Von dort geht es über die Petersberger Straße in Richtung Bahnhofsvorplatz. Dort wird es eine Zwischenkundgebung geben. Ziel ist um 12.30 Uhr der Uniplatz. Hier hat „Fridays for Future“ mehrere Reden, Infostände und Aktionen geplant.

Fulda reagiert mit Aktionen auf „Klimastreik“

Wie die Fuldaer Zeitung am Donnerstag schreibt, erwarten die Veranstalter in Fulda 400 Teilnehmer. Zudem würden einige Fuldaer Geschäftsleute aus Solidarität zwischen 12 und 14 Uhr ihre Läden schließen. Darunter:

Atelier Imke Gatzemeier, Bettenhaus Köhler, Buchhandlung Ulenspiegel, Die Murmel, Emmas Unverpackt, Fotoatelier Rammler, Marleen Records, Rösterei Kaffeekultur, schön&gut fairtrade eco fashion, Taschenwelten, Unikat – Einfach selbstgemacht, Weltladen Fulda

Derweil greift die Stadt Fulda den von der Klimabewegung „Fridays for future“ ausgerufenen „Klimastreik“ am Freitag, 20. September, auf und setzt selbst Zeichen in der Klimadebatte, wie sie am Mittwoch in einer Pressemitteilung schreibt. Diese Mitteilung liest du weiter unten vollumfänglich im Wortlaut. „Nicht indem die Stadt selbst zum Streik aufruft, sondern indem wir Fragen der Zukunft und des Klimas zum Thema in unseren städtischen Kinder- und Jugendeinrichtungen machen“, kündigte Bürgermeister Dag Wehner als städtischer Schul- und Jugenddezernent darin an.

Erst am Montag ist die Bewegung „Fridays for Future“ im Fuldaer Kreistag Thema gewesen. Die Fraktion der AfD hatte den Kreistag aufgefordert, sich gegen Demos in der aktuellen Form auszusprechen. Wie aus einem Resolutionsantrag der Fraktion hervorgeht, befürchtet die Partei eine Radikalisierung von Schülern durch Kontakt mit „linksextremistischen Kräften“. Zumindest für Fulda sind solche Kontakte nicht bekannt. Von den anderen Fraktionen bekam die AfD starken Gegenwind.

„Weltweiter Klimastreik“: Pressemitteilung der Stadt Fulda

Die Stadt Fulda greift den von der Klimabewegung „Fridays for future“ ausgerufenen „Klimastreik“ am Freitag, 20. September, auf und setzt selbst Zeichen in der Klimadebatte: „Nicht indem die Stadt selbst zum Streik aufruft, sondern indem wir Fragen der Zukunft und des Klimas zum Thema in unseren städtischen Kinder- und Jugendeinrichtungen machen“, kündigte Bürgermeister Dag Wehner als städtischer Schul- und Jugenddezernent an. Dies sei nur folgerichtig, weil es zu den Kernaufgaben der Kinder- und Jugendhilfe gehört, „dazu beizutragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien zu erhalten sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen“, wie es im Kinder- und Jugendhilfegesetz heißt.

 

So finden in den meisten städtischen Kitas und Jugendeinrichtungen Aktionen, Projekte und Initiativen zum Klimaschutz statt. Das reicht vom verpackungsfreien Frühstück, einer Themenwoche zur nachhaltigen Entwicklung, Müllsammelaktionen, Besuchen auf dem Bauernhof, Werbung für die Aktion „Zu Fuß zum Kindergarten“ bis hin zu Kochaktionen mit vegetarischem und veganem Essen und zur Auseinandersetzung mit Massentierhaltung. Viele Einrichtungen haben sich zu einem sparsameren Umgang mit Papier verpflichtet, in einer Einrichtung gibt es eine Pinnwand, wo die Eltern sich gegenseitig mit guten Ideen anregen können.

 

In einem Jugendtreff wurde das Thema Urlaubsreisen mit dem Flugzeug vertieft, in einer Kita der Müll einer Woche im Eingang aufgehängt, um die Verschmutzung der Meere einmal aus der Perspektive der Fische zu betrachten (siehe Foto). „Die Umsetzung ist sehr individuell und unterschiedlich, weil alle Projekte und Aktionen gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen entwickelt, geplant und umgesetzt wurden und werden“, erklärt Stefan Mölleney, der Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Senioren; denn „Kinder und Jugendliche sind die Motoren der aktuellen Klimabewegung.“ Er ist davon überzeugt, dass gesellschaftliche Reformen wesentlich von einer praxisverändernden Bildungsarbeit ausgehen und getragen werden. Und Bürgermeister Wehner ergänzt: „Kinder- und Jugendhilfe hat nicht nur den Auftrag, sich für Kinder einzusetzen, sondern auch Kindern zu einer Stimme zu verhelfen und sie in ihren Rechten auf Leben und Zukunft zu unterstützen.“

Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.

Fehlerbericht

Der folgende Text wird anonym an den Autor des Artikels gesendet: