Landesgartenschau: Aueweiher in Fulda soll Strand bekommen

Aueweiher Fulda
Luftaufnahme vom Aueweiher in Fulda. (Foto: Joscha Reinheimer)

Der Aueweiher wird bis zur Landesgartenschau 2023 in Fulda ein anderes Gesicht bekommen. Die Stadt plant unter anderem einen Strand im Süden des Weihers. Eine andere Idee musste sie hingegen verwerfen. Dennoch dürfen sich die Fuldaer auf viele schöne Veränderungen freuen.

Ein bisschen Stolz schwingt bei Marcus Schlag mit, wenn er mit dem Zeigefinger über den Plan fährt und erläutert, was sich in Fulda anlässlich der Landesgartenschau (LGS) im Jahr 2023 ändern wird. Vom im Südosten gelegenen Stadtteil Galerie über Neuenberg, am Feuerwehrmuseum vorbei bis zum Aueweiher wird sich ein grünes, farbenfrohes Band ziehen. Neue Naherholungsgebiete mit Sport- und Freizeitmöglichkeiten werden entstehen, dazu weitere Gastronomieangebote.

Schlag wird künftig die Geschäfte der LGS GmbH führen. Ihm ist bewusst, dass die Neugestaltung des Aueweihers medial und in vielen Gesprächen zwischen Fuldaern großen Raum einnimmt. Während einer Bürgerbeteiligung hatten sich viele dafür ausgesprochen, im Aueweiher eine Badestelle einzurichten. Dementsprechend floss diese Idee in den Entwurf des Architekturbüros A24 Landschaft aus Berlin ein (s. Grafik). Dieser Entwurf sicherte sich den ersten Platz eines Ideenwettbewerbs anlässlich der LGS in Fulda.

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LGS 2023: Siegerentwurf von A24 Landschaft aus Berlin. Hier ist die mögliche Badestelle noch eingezeichnet. (Grafik: A24 Landschaft)

Keine Badestelle im Aueweiher in Fulda

Die Stadt hat daraufhin prüfen lassen, ob eine Badestelle im Aueweiher möglich ist. Das Resultat: „Wir können keine Badestelle betreiben“, sagt der künftige LGS-Geschäftsführer Marcus Schlag. Der Grund: die Wasserqualität des Weihers. Dessen Wasser ist laut Schlag hochgradig eutrophiert. Heißt: Es ist stark mit Nährstoffen wie Nitrat und Phosphat gesättigt. Dadurch droht der Weiher jedes Jahr zu kippen. Erst im vergangenen Sommer sind dort massenhaft Fische wegen Sauerstoffmangels gestorben. Die Feuerwehr rückte an, wälzte das Wasser mit Pumpen um, damit der Sauerstoffgehalt wieder steigt (siehe Video).

Eine Möglichkeit, die Wasserqualität dauerhaft sicherzustellen, sieht die Stadt nicht. Die Fulda an den Weiher anzuschließen und durch ihn fließen zu lassen, um so einen ordentlichen Zu- und Abfluss zu gewährleisten, würde das Problem nicht lösen. „Der Aueweiher speist sich fast ausschließlich durch Sickerwasser der Fulda“, sagt Schlag. „Die hohen Nitrat- und Phosphatwerte des Weihers stammen von ihrem Wasser.“

 

Ein abgeschlossener „Naturpool“ hätte die Lösung des Problems sein können. Er wäre ein vom Rest des Weihers abgetrennter Bereich gewesen. Praktikabel erscheint die Lösung nach Schlags Erläuterungen jedoch nicht. „Um Baden im Aueweiher zu ermöglichen, müssen gewisse Grenzwerte eingehalten werden“, sagt er. „Mit Hilfe einer Verrieselungsanlage – sie filtert Wasser – könnten wir den Wert geradeso unterschreiten.“ Allerdings könne die Stadt nicht permanent das Wasser des „Naturpools“ kontrollieren und ihn sperren, wenn der Grenzwert überschritten sei. Zudem sei eine solche Badestelle wegen verschiedener Auflagen nicht möglich.

Strand im Süden, Wasserpark im Norden

Stattdessen wird im Südosten des Weihers sehr wahrscheinlich ein Strand entstehen. Möglicherweise mit Beachvolleyballfeld und Work-out-Geräten. Das sind bisher jedoch nur Ideen. Der Strand könnte grob 30 mal 50 Meter messen. Ein Holzsteg soll ihn vom Wasser trennen. Die Liegewiese im Rücken des Strandes bliebe bestehen. „Unter Umständen pflanzen wir dort weitere Bäume“, sagt Schlag.

Auch im Norden des Weihers wird sich etwas tun. Dort soll ein Wassergarten entstehen (s. Grafik). Die länglichen Ufer hingegen – also im Osten und im Westen – bleiben dem Naturschutz zugeordnet – zumindest größtenteils. Es kann sein, dass bei der Segelhalle eine Gastronomie mit Terrasse entsteht. „Das müssen wir aber auch noch mit dem Pächter klären“, sagt LGS-Mann Schlag. Um die Wasserqualität zu erhöhen, werden zudem unter Umständen beide Teile des Weihers zusammengelegt, in der Mitte bliebe eine bewachsene Insel. Hier wartet die Stadt allerdings die Auswertung eines Gutachtens ab.

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So würde der Wassergarten aussehen, wenn die Stadt das Konzept des Siegerentwurfs umsetzen würde. (Grafik: A24 Landschaft)

Markante Veränderungen wird es im Zuge der LGS auch an der Frankfurter Straße und in der Nähe des Heimtiergartens geben. Der Park neben McDonald‘s in der Frankfurter wird aufgemotzt. Aktuell sind die Sitzmöglichkeiten dort teils windschief. Wer sich auf eine der Bänke dort legt, droht herunter zu kullern. Künftig soll er über eine weitere Grünfläche an den Aueweiher angebunden werden. Brücken und spielerische Elemente für Kinder könnten über den Fuldakanal, der an dem Park fließt, führen.

Panoramabrücke beim Heimattiergarten

Beim Heimattiergarten plant die Stadt einen Panoramabrücke. Sie soll in die eine Richtung einen guten Blick über Fuldas Zentrum mit Dom bieten. In die andere Richtung können Fußgänger durch Baumwipfel über den Heimtiergarten blicken. Dort soll ein Gebäude mit Räumen für den Tiergarten und einem Bistro entstehen. Über große Teile des LGS-Geländes werden sich so genannte Gestaltungsbänder verteilen. Sie sollen Platz für Wiesen, Aussaaten, Freizeitangebote, Picknicks, Pflanzenbeete und Schaugärten bieten.

Wie alles am Ende wirklich aussehen wird, ist noch nicht zu 100 Prozent klar. Die Pläne werden jedoch konkreter. Und was die Gestaltung des südlichen Endes des Aueweihers mit einem Strand anbelangt, herrscht laut Marcus Schlag eigentlich Einvernehmen. Beim Thema Baden wird sich nichts ändern. Die Stadt schreibt uns dazu: „Laut städtischer Satzung ist das Baden in Gewässern, die keine natürlichen Gewässer sind, grundsätzlich nicht erlaubt. Das gilt auch in den Aueweihern. Das Baden ist also nicht erlaubt, auch wenn keine Schilder dort stehen.“

Titelbild: Joscha Reinheimer | move36

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