Tamara Stumpf aus Wüstensachsen kämpft gegen Leukämie

Leukämie, Wüstensachsen, Ehrenberg
Tamara aus Wüstensachsen mit ihren Eltern.

Tamara Stumpf aus Wüstensachsen ist mit zehn Jahren an Leukämie erkrankt. Jetzt ist sie zwölf und noch nicht gesund – aber es geht ihr besser. Um einem Verein zu danken, der sie und ihre Familie in schwersten Zeiten unterstützt hat, wird in Wüstensachsen am Wochenende vom 30. August bis 1. September ein großes Benefizfest gefeiert.

Von Jessica Vey

Was eine Familie mit einem todkranken Kind durchmacht, das ist nur schwer nachzuvollziehen. Manfred Stumpf gibt einen Einblick. Der 49-Jährige aus Wüstensachsen spricht offen über die Zeit, in der seine Tochter Tamara die Diagnose Leukämie bekam.

„Sie war oft müde“

Das war im Spätsommer 2017: Die damals Zehnjährige kam in die fünfte Klasse und auf eine neue Schule. „Wenn sie nach Hause kam, hat sie sich immer auf die Couch gelegt. Sie war oft müde“, erzählt Mutter Simone.

Das haben die Eltern so nicht von ihr gekannt. Normalerweise ging sie tanzen, fuhr Fahrrad und Inline-Skates und war gern draußen in der Natur. Von der Energie, die ihre Tochter versprühte, war plötzlich nichts mehr zu spüren.

„Man denkt erst mal nichts Schlimmes“, sagt ihre Mutter. „Als Tamara die Beine wehgetan haben, dachten wir, es ist, weil sie eben im Wachstum ist. Dann kam sie kaum mehr die Treppen hoch und bekam Fieber. Auch dann vermuteten wir eher eine Viruserkrankung.“

Mit zehn Jahren: Diagnose Leukämie

Sie gingen zum Arzt, der ihr Blut abnahm. „Daraufhin wurde sie sofort mit dem Rettungswagen nach Würzburg in die Kindernotaufnahme gebracht“, sagt Manfred Stumpf. Seit diesem Tag – dem 29. September 2017 – hat die Familie Gewissheit: Tamara leidet unter einer akuten lymphatischen Leukämie (ALL).

Auf der Station „Regenbogen“ in Würzburg musste die Zehnjährige eine Chemotherapie machen. Ihr fielen die Haare aus und ihr Immunsystem war so schwach, dass alles um sie herum steril gehalten werden musste.

Ihre Eltern sind monatelang täglich zwischen Wüstensachsen und Würzburg hin- und hergependelt. Denn Tamara hatte einen Platz in der Uniklinik bekommen, die einen Schwerpunkt auf Kinderonkologie legt. „Es war eine wirklich schwierige Zeit“, sagt Vater Manfred.

Heute geht es Tamara besser. Die Zwölfjährige geht wieder zur Schule, zum Tanzen und zum Reiten. Ihre Haare sind gewachsen. Die braunen Locken sind fast schulterlang. Schwach fühlt sie sich nur noch manchmal, sagt sie.

Das Risiko von Rückfällen wird sie ihr Leben lang begleiten

Ihre Krankheit hat Tamara noch nicht besiegt. „Eventuelle Folgen der Chemotherapie und das Risiko von Rückfällen werden unsere Tochter ihr Leben lang begleiten“, sagt Vater Manfred. „Aber wenn es gut läuft, muss sie bald nur noch monatlich, und dann schrittweise viertel- oder halbjährlich zu Kontrolluntersuchungen.“

Dass die Zwölfjährige stabil ist, gibt auch ihren Eltern Zeit zum Durchatmen. „Der Alltag im Krankenhaus war ein Wahnsinn“, betont Manfred Stumpf. Doch damals bekamen er und seine Familie, zu der auch Sohn David (14) gehört, viel Hilfe und Unterstützung. Deshalb ist es nun Zeit, Danke zu sagen, findet er. Und zwar mit einem Benefizfest am Ehrenberger Bürgerhaus. Als Ortsvorsteher hat er in Wüstensachsen seine Kontakte genutzt, um ein Fest auf die Beine zu stellen. „Ich dachte an etwas Kleines.“ Doch es wurde etwas Großes daraus.

Riesenfest in Ehrenberg

Sämtliche Vereine aus Wüstensachsen haben ihre Hilfe zugesagt und schnell sind aus einem Festtag drei geworden. Der Erlös geht an die Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg.

„Vor allem in den ersten Wochen wurden wir von der Elterninitiative so toll unterstützt. Gerade in der Zeit, als wir nicht wussten, ob unser Kind überlebt, hat der Verein uns geholfen. Mir kommen da fast die Tränen, wenn ich daran denke“, sagt Manfred Stumpf.

Tamara freut sich auf das Fest am Wochenende. Immerhin gibt’s da viele Attraktionen, bei denen die Zwölfjährige ihre Energie versprühen kann, die sie mittlerweile wieder ein bisschen zurückgewonnen hat.

Der Verein:

Der Verein Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg war 1983 zunächst als eine Selbsthilfegruppe aus betroffenen Familien gegründet worden, aus der ein Jahr später ein gemeinnütziger Verein entstand. Die Mitglieder unterstützen betroffene Familien in der Klinik, beispielsweise durch die Finanzierung zusätzlicher Arzt- und Schwesternstellen, durch psychosoziale Betreuung und durch die Bereitstellung von Elternwohnungen. Spendenkonto: Sparkasse Schweinfurt, IBAN: DE57 7935 0101 0570 0150 16, BIC: BYLADEM1KSW.

Fotos: privat

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