Pulvernahrung: Fuldaer Studenten starten Selbsttest – und brechen ihn ab

Hochschule Fulda
Zwei Studenten aus Fulda haben getestet wie es ist, jede Mahlzeit durch aufgelöstes Pulver zu ersetzen.

Zwei Studenten aus Fulda wollten sich eine Woche lang nur von Pulvernahrung ernähren. Während dieser Zeit begleitete sie ein Ernährungswissenschaftler der Hochschule. Durchgehalten haben sie nicht. Und auch das Fazit, das der Wissenschaftler zieht, ist nicht gerade berauschend.
Wer unter Prüfungsstress steht, fühlt sich dann und wann so, als renne ihm die Zeit davon. Aufwendig kochen, um den Körper mit dem Nötigsten zu versorgen, ist da nicht immer drin. Ist Flüssignahrung da eine Alternative?
Klara Wittmer (24) und Niklas Hommen (22) wollten das herausfinden. Für einen Beitrag des HR-Fernsehens haben die Studenten aus Fulda einen Test gestartet: Eine Woche lang wollten sie jede Mahlzeit durch aufgelöstes Pulver einer us-amerikanischen Firma ersetzen.

Nur Pulver? Haut für Klara und Niklas nicht hin

Nach dem vierten Tag haben Klara und Niklas das Experiment abgebrochen. Beide haben sich schlecht gefühlt. Niklas ist schlapp gewesen, hatte leichte Kopfschmerzen und etwas „in Richtung Sodbrennen“, wie er im Bericht sagt. Zudem sei sein Kreislauf etwas instabil gewesen. Klare ist es zunehmend schwergefallen, ihren WG-Mitbewohnern beim Essen zuzusehen.
Begleitet hat die beiden während dieser Zeit Professor Marc Birringer. Er ist Ernährungswissenschaftler an der Hochschule Fulda. Was Pulver- beziehungsweise Flüssignahrung angeht, ist Birringer skeptisch. Dem HR sagt er, dass er Mangelerscheinungen und Überdosierungen befürchte. Schließlich handele es sich bei dem Pulver um standardisierte Ernährung. „Jeder ist aber unterschiedlich und hat andere Bedürfnisse.“
Zudem gebe es Untersuchungen, die gezeigt hätten, dass die Mundgesundheit durch Nichtkauen oder Flüssignahrung beeinträchtigt sein kann. „Zähne verlieren den Halt, sie können ausfallen“, sagt Birringer in. James Collier, Mitgründer der Firma, die das Pulver verkauft, kontert: „Es gab Studien mit Probanden, die keine Zahnfleisch- oder Zahnprobleme bekommen haben.“

Darm durchlässiger gegenüber Giften

Da nach einer so kurzen Testphase wie bei Klara und Niklas keine Langzeitfolgen zu erkennen sind, hat Professor Birringer deren Darmflora untersuchen lassen. Das Ergebnis: Die Anzahl bestimmter guter Keime ist heruntergegangen. „Das kann eventuell zu Stoffwechselstörungen führen“, sagt der Ernährungswissenschaftler. Außerdem habe sich die Durchlässigkeit des Darms gegenüber Toxinen – also Giften – erhöht. „Trifft das öfter auf, kann das zu Problemen führen.“ Firmenmitgründer Collier findet diese Ergebnisse merkwürdig. Solche Probleme hätten sie noch nie gehabt, sagt er.
Also generell Finger weg von solchen Pulvern? So weit möchte Birringer nicht gehen. Geht es nach ihm, ist gelegentliche Pulverernährung durchaus möglich.
Screenshot: HR-Fernsehen; Bearbeitung: move36

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