Im Interview: Der Hesse, der die Kulissen für „Game of Thrones“ erschafft

Das Fantasy-Epos „Game of Thrones“ ist in die finale Endschlacht zwischen den Lebenden und den Toten gestartet. Sven Sauer, der aus dem südhessischen Groß-Gerau stammt, macht die Welt, die Autor George R. R. Martin in seinen Büchern erschaffen hat, sichtbar. Er zeichnet Burgen und andere Kulissen für die Serie. Eigentlich sagt er die meisten Interviewanfragen aus Zeitmangel ab. Doch weil er beim Bonifatius-Musical im Sommer auf dem Domplatz für die Leinwandprojektionen verantwortlich ist, hat sich der 39-Jährige Zeit für move36 genommen.

Wie kommt ein Hesse dazu, bei einer der erfolgreichsten Serien des Globus mitzuarbeiten, die in den USA produziert wird? Wie kam HBO auf eure Firma?

Wie die meisten wichtigen Dinge im Leben war das ein Zufall. Wir hatten zu der Zeit gerade einen Oscar für den Film Hugo Cabret gewonnen. Diese Produktion hat HBO gesehen und uns dann angefragt. Aber alles, was ich geplant habe, hat langfristig nie funktioniert. Alles Gute, was mir widerfahren ist, waren Zufälle – meistens auch Sachen, denen ich anfangs kritisch gegenüberstand.

Musstest du dich trotz HBO-Anfrage irgendwie beweisen? In Form eines Castings oder Ähnlichem?

Nein, wir haben ein Treatment zugeschickt bekommen. Das sind etwa zwei Seiten, die grob die Produktion erklären und mit Geheimhaltungsverträgen gekoppelt sind. Aber es sind keine offenen Jobs, um die sich jeder kloppen kann. Vor zehn Jahren, als die erste Staffel gedreht wurde, gab es nicht viele Firmen, die das Volumen von „Game of Thrones“ überhaupt stemmen konnten. Es gab ein paar in London, ein paar in Vancouver, in Frankfurt und in Stuttgart. Heute gibt es eine Handvoll mehr Firmen, die den Aufwand leisten könnten, aber die Branche ist immer noch ziemlich klein. Deswegen trifft man bei Produktionen auch oft bekannte Gesichter.

Welche bekannten Kulissen stammen denn von dir?

Zum Beispiel Drachenstein, Harrenhal oder Teile aus Königsmund. Aber bei fast bei allen Burgen, die man in der Serie sieht, war ich beteiligt.

Folgst du dabei einem Zeichenstil?

Bei einer Produktion wie „Game of Thrones“ kann man nicht wirklich von Stilen sprechen. Man muss nämlich versuchen, so realistisch wie möglich zu arbeiten; ich zeichne ja vor allem digital. Sobald man einen Stil erkennt, hat man eigentlich versagt. Das ist generell bei unserer Kunst so: Sobald man erkennt, dass wir eingegriffen haben, haben wir unseren Job falsch gemacht. Und wenn wir unseren Job richtig machen, sieht im Idealfall niemand was. Das ist sehr undankbar. Die Herausforderung dabei ist, unsichtbar zu bleiben. Bei verschiedenen Projekten ist das nicht immer möglich. Trotzdem darf der Zuschauer nicht über etwas im Film stolpern. Es muss sich alles so ineinanderfügen, dass es glaubhaft bleibt. Damit man der Handlung folgt und nicht rausgerissen wird.

Hand aufs Herz – was erwartet uns in der kommenden Staffel?

(lacht) Das werde ich nicht verraten. Ich würde es nicht einmal, wenn ich es dürfte. Damit würde ich euch den ganzen Spaß nehmen.

Natürlich haben wir Sven noch einiges mehr gefragt und auch viele weitere Bilder von ihm bekommen. Das Interview in voller Länge und noch mehr Zeichnungen, die uns Sven zur Verfügung gestellt hat, findest du in der April-Ausgabe von move36.

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