„Was macht ihr denn da? Lasst die Finger von dem Anime! Als Realfilm kann das nur ein Flop sein!“ In 90 Prozent der Fälle ist das die richtige Reaktion, wenn dir jemand einen Anime mit echten Schauspielern als cool verkaufen will, bei Bleach nicht. Die Realverfilmung ist verdammt heiß.

Ich war gerade an der Uni eingeschrieben, da hat mich ein Freund auch schon auf Bleach aufmerksam gemacht. „Den Anime musst du sehen!“ Gut, dachte ich mir, schaust du mal rein. Eine Episode gesehen, noch eine, noch eine … Bevor das erste Semester zu Ende war, hatte ich alle bis dato erschienenen Folgen durchgesuchtet. 

Die Geschichte der Protagonisten Ichigo und Rukia ist einfach Hammer. Als Shinigami, also Todesgötter, machen sie mit einem Katana bewaffnet Jagd auf Hollows beziehungsweise böse Geister. Krasse Action, Special Attacks, epische Fights, aber auch gefühlvolle Momente, Verletzlichkeit, Gewissenskonflikte. Bleach deckt einfach alles ab. Soweit meine Hommage an den Anime. Aber was ist mit dem Realfilm, den’s seit Kurzem auf Netflix gibt?

Dicht am Manga

Der überzeugt auf ganzer Linie. Die Macher bleiben dicht an der Mangavorlage und erzählen, wie Ichigo zum Shinigami geworden ist. Sie blicken in seine Vergangenheit, zeigen den Tod seiner Mutter, seinen glorreichen Sieg über ihren Mörder, den Hollow Grand Fisher. Während ich mir das alles ansehe, denke ich, ‚Du schaust da einen Anime‘, nur halt nicht animiert, sondern in real.

Hier stimmt einfach alles. Es gibt keine billigen Special Effects, keine gewollt komisch wirkenden Dialoge. Der Film ist so genial, dass er einfach Bock auf mehr macht. Das merkst du am ehesten, wenn du ihn auf Japanisch mit Untertiteln schaust. 

Am liebsten hätte ich sofort die DVDs des Anime eingelegt und alle 366 Folgen nochmal von vorn geschaut. Das ist zwar gescheitert, aber nur weil ich die DVDs gar nicht habe. Es zeigt aber, wie viel Mühe sich die Schauspieler, die Produzenten und alle anderen Beteiligten gegeben haben, damit Bleach eben keine Enttäuschung à la Dragon Ball Evolution oder Death Note wird. Ich schaue mir den sicher noch ein- oder zweimal an. 

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