Showdown in Fulda? Die “Demo für alle”, die den Sexualkundeunterricht in Hessen kritisiert, trifft kommenden Dienstag mit ihrem “Bus der Meinungsfreiheit” auf Widerstand. Ab 14.45 Uhr berichtet move36 live vom Uniplatz.

Der “Bus der Meinungsfreiheit” der “Demo für alle” kommt nach Fulda. Kommenden Dienstag, 15 Uhr, auf dem Uniplatz äußern die Initiatoren ihre Kritik am Sexualkundeunterricht an den Schulen. Auf Ihrer Website inszenieren sie sich als Verteidiger von Ehe, Familie und Meinungsfreiheit. “Denn obwohl uns das Grundgesetz in Artikel 5 die freie Meinungsäußerung garantiert, sieht die Realität inzwischen anders aus”, schreiben die Initiatoren.

Ihr selbsterklärtes Ziel ist der “Schutz der Kinder gegen die übergriffige Sexualerziehung in Schule und KiTa” durch den “Protest gegen die zerstörerische Sexualpädagogik”. Die Initiative tritt dafür ein, dass eine Familie nur aus Vater, Mutter und Kindern bestehe. Die “Ehe für alle” lehnen sie ab. Daher solle der Unterricht in seiner jetzigen Form aus den Schulen verschwinden. Mit dieser Forderung positioniert sich die “Demo für alle” gegen die aktuelle Rechtssprechung.column]

“Demo für alle” und “Liebe für alle statt Demo für alle” in Fulda

Justiz erklärt Sexualkundeunterricht für rechtens

In einer Urteilsbegründung des Europäischen Gerichtshofs vom Januar heißt es: Staatliche Erziehung müsse Kinder auf soziale Realitäten vorbereiten. Kinder und Jugendliche sollten durch Aufklärung vor sexueller Gewalt und Ausbeutung geschützt werden. So würden schwere psychische und körperliche Schäden vermieden. Geklagt hatte eine Mutter, die ihr siebenjähriges Kind vom Sexualkundeunterricht befreien lassen wollte.

Hessens LGBTQ-Gemeinde positioniert sich gegen die “Demo für alle” und steht damit auf Seiten der Richter. “Solidarität und Akzeptanz sind die bindenden Kräfte einer offenen, lebendigen und gut funktionierenden Gesellschaft”, heißt es im Einladungstext zur Gegendemo auf Facebook. Mit dabei sind “Hessen ist geil“, “#proudFFM”, “LGBT* – Life get’s better together”, “pride36”, die Aidshilfe und “Fulda stellt sich quer”. Auch das Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt hat sich angemeldet. Mit ihrer Demo gegen den “Bus der Meinungsfreiheit” wollen die Initiativen “ein Zeichen für mehr Zusammenhalt und Wertschätzung in den Communities und der Gesellschaft setzen.”

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