Rucksack auf und los: Drei Jungs machen sich auf in den Nahen Osten. Mit dabei haben sie Kamera und Mikrofon. Sie sammeln Eindrücke, Stimmen und atemberaubende Bilder. Gut ein Jahr später haben sie aus ihren Aufnahmen einen Film zusammengeschnitten, der Israel und Palästina aus der Perspektive eines jungen Reisenden, nicht aus der eines Touristen, Historikers oder Politologen, zeigt. Die Doku wird am heutigen Freitag, 24. August, im Offenen Kanal Fulda ausgestrahlt. Geplant oder gebucht haben Daniel Frevel, Niko Lipschik und Linus Fischer vor ihrer Abreise nichts. „Es war uns besonders wichtig, spontan auf alles zu reagieren. Wir haben kein Hotel gebucht und hatten keine feste Reiseroute, sondern haben uns vom Schicksal treiben lassen“, berichtet Autor und Moderator der Doku, Daniel Frevel. Das hätten er und sein Schulfreund Niko, der für Kamera und Schnitt verantwortlich ist, nicht zum ersten Mal so gemacht. Schon 2015 starteten sie mit drei mitreisenden Kumpels auf einen Interrail durch Europa und machten einen Film aus ihren Reiseaufnahmen. „Die Filme, die wir zusammen gemacht haben, waren schon immer Herzensprojekte zu Themen, die wir selber spannend fanden.“

Kultur, Probleme und Friedenswillen auf einem Flecken Erde, der kleiner ist als Franken

So sei letztes Jahr die Idee entstanden, nach Israel und Palästina zu reisen „und diese wahnsinnig vielfältige und aufregende Region vorzustellen“, erklärt Daniel. Die Fuldaer übernachteten über Couchsurfing größtenteils bei Privatleuten. „Das hat es uns sehr erleichtert, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.”Die Protagonisten sind größtenteils junge Locals aus den beiden Staaten, eine „wilde Kombination“ aus Historikern, Köchen, Studenten, Barbesitzern und mehr. „Sie alle erzählen, wie sie ihr Land und ihre Geschichte wahrnehmen, wie sie den Nah-Ost-Konflikt sehen und was er für ihr tägliches Leben bedeutet.“ Insbesondere in Palästina erfahren die drei Jungs von einem Leben, das durch Wasserknappheit und einer Grenze zu Israel geprägt ist. „Man sieht alles, was wir auch gesehen haben: Kultur, Menschen, Essen, Konflikt, Probleme, Friedenswillen – und das alles auf einem Flecken Erde, der kleiner ist als Franken.“

„Der Zuschauer braucht kein Vorwissen. Er begleitet einfach junge, normale Leute.”

Ausgestrahlt wird die Reportage heute um 19 Uhr im Offenen Kanal Fulda. Anschließend, um 19.30 Uhr, startet eine Talkrunde zum Film, die der 21-jährige Daniel selbst moderiert. Die Gäste: Dr. Andreas Herberg-Rothe, Politologe an der Hochschule Fulda, Experte für den Nah-Ost-Konflikt und vielfacher Buchautor, Linus Fischer, der Dritte im Bunde, und Alice Jacobi, die in Jerusalem ein Praktikum absolviert hat. Die Studentin kommt auch in der Doku vor und ist Mitglied der Deutsch-Israelischen Gemeinschaft. „Ich denke die Reportage macht Spaß, weil man nicht viel Vorwissen braucht. Die Zuschauer begleiten einfach junge, normale Leute bei ihrer zweiwöchigen Reise durch eine unglaublich spannende, emotionale und vielfältige Region. Das ist mal eine ganz andere Perspektive“, sagt Daniel. Für alle, die kein Deutsch sprechen, oder den Film lieber auf Englisch verfolgen möchten, erscheine nach der Ausstrahlung eine „international version“ auf Youtube.

Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.