Es hat was von „Fluch der Karibik“ und bringt richtig Action auf die Bühne: Mit der „Schatzinsel“ feierte am Samstagabend das dritte und letzte Stück des diesjährigen Musicalsommers eine umjubelte Premiere im Fuldaer Schlosstheater.

Von Bernd Loskant

Bereits vor drei Jahren hatte das Stück Musicalfans aus nah und fern wie ein Magnet nach Fulda gezogen – und auch diesmal zeigte sich schon bei der Premiere, dass die spotlight-Produktionen inzwischen die ganze Republik begeistern. Da waren zum Beispiel Sabrina Dressel und Heidi Kremling, die eigens aus dem sächsischen Plauen im Piratenoutfit angereist waren, um das laut Produzent Peter Scholz weltweit einzige große Piratenmusical zu erleben. „Wir haben uns garderobemäßig dem Anlass angepasst“, sagten die zwei Damen, die im Getümmel der fein gekleideten Premierengäste auffielen.

Die Schatzinsel, spotlight musicals

Foto: ©spotlight musicals GmbH / Fotograf Michael Werthmüller

Was die „Schatzinsel“ von anderen Stücken der Fuldaer Musicalschmiede spotlight unterscheidet: Es werden zwei Geschichten gleichzeitig auf die Bühne gebracht, nämlich die Entstehung des über 100 Jahre alten Abenteuerromans von Robert Louis Stevenson und eben der Roman um die beiden Hauptfiguren Long John Silver und Jim Hawkins selbst. Die Schauspieler haben mehrere Rollen, was hohe Ansprüche an die Darsteller stellt. So ist der brillante Hauptdarsteller Friedrich Rau nicht nur eben der Autor R. L. Stevenson, sondern auf der Suche nach dem Schatz auch Schiffsarzt David Livesey und schließlich auch der wahnsinnig gewordene Pirat Ben Gunn. Eine Meisterleistung.

Wie schon vorher bei „Päpstin“ und „Medicus“ wurde das Musical gegenüber der Ursprungsversion optimiert. Produzent Scholz sagt: „Wir haben dieses Jahr ein neues Lichtdesign und einige neue Bühnenbilder und Projektionen in einigen Szenen. Darüber hinaus ist das Tanz-Ensemble größer, was die Ensembleszenen packender wirken lässt. Es gibt ein neues Sound Design mit Surround-Effekten. Kostüme und vor allem Masken und Perücken sind deutlich aufwändiger gestaltet als bisher. Dazu kommen natürlich spannende neue Darsteller in einigen Rollen.“

Die Schatzinsel, spotlight musicals

Foto: Bernd Loskant

Die Effekte sind in der Tat grandios: Die Maskenbildner haben wunderbar schaurige, angsteinflößende Kreaturen geschaffen. Wenn die Hispaniola, das Schiff, das die Mannschaft zur Schatzinsel bringen soll, in schweren Sturm gerät, dann scheint auch die Bühne im Schlosstheater zu wanken. Und wenn der Zuschauerraum von den Piraten plötzlich geentert wird, diese sich über den Gestank beschweren und nach dem Schatz durchsuchen, dann ist das Publikum mitten drin in der Geschichte um das verschwundene Gold.

Wie es ausgeht, wird hier nicht verraten. Am Ende gab es stehende Ovationen und nicht enden wollenden Applaus für eine Inszenierung, die viele aufgrund der Leichtigkeit des Themas für die beste im Reigen der Fuldaer Musicals halten. Auf der Premierenparty feierten Schauspieler und Gäste bis in die frühen Morgenstunden eine große Party – ohne Rum zwar, aber mit reichlich Wein. Die „Schatzinsel“ läuft noch bis zum 2. September im Fuldaer Schlosstheater. Tickets gibt es in den Geschäftsstellen der Fuldaer Zeitung.

Wie sehr sich Musicaldarsteller Friedrich Rau auf die Wiederaufnahme gefreut hat, hat er uns im Juni-Magazin erzählt. 

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