Ein Gemeinschaftsprojektes aller technischen Hochschulen in Hessen will mehr Abiturientinnen für technisch-naturwissenschaftliche Studienfächer begeistern.

Ein Text des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst

Abiturientinnen für technisch-naturwissenschaftliche Studienfächer begeistern – das ist das Ziel des Hessen-Technikums, eines Gemeinschaftsprojektes von fünf hessischen Hochschulen. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst stellt dafür insgesamt 667.500 Euro zur Verfügung. Bei dem Projekt ist die  Hochschule Darmstadt federführenden, außerdem ist die Frankfurt University of Applied Sciences, die Hochschule Fulda, die Hochschule RheinMain und die Technische Hochschule Mittelhessen beteiligt. Das Fördergeld stammt aus dem Europäischen Sozialfonds und dem Innovations- und Strukturentwicklungsbudget des Landes.

„Vielen Abiturientinnen und Fachabiturientinnen fehlt es an weiblichen Vorbildern und Praxiserfahrungen im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich“, erläutert Wissenschaftsminister Boris Rhein. „Daher müssen wir neue Wege suchen, damit mehr interessierte Frauen den Mut finden, ein Studium im MINT-Bereich – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – aufzunehmen, wenn sie dafür qualifiziert sind. So können die Teilnehmerinnen dieses Projektes die Vorbilder von morgen werden.“

Sechs Monate Praktikum und ein Schnupperstudium

Das Hessen-Technikum fußt auf den Erfahrungen eines erfolgreichen Pilotprojekts der Hochschule Darmstadt. Über einen Zeitraum von sechs Monaten testeten dort junge Frauen ein MINT-Studium und sammelten parallel in Unternehmen erste Erfahrungen im Berufsalltag. Dieses Programm wurde überarbeitet, neu ausgerichtet und wird nun auf alle hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften übertragen. Dort soll es verstetigt werden.

Im neuen Hessen-Technikum nehmen die Frauen ein halbes Jahr lang an einem Vollzeit-Orientierungsprogramm teil. Es umfasst zwei dreimonatige, vergütete Berufspraktika bei Kooperations-Unternehmen, die Eindrücke vom Beruf der Ingenieurin, der Naturwissenschaftlerin, der Informatikerin oder der Mathematikerin vermitteln. Dass zwei Praktika angeboten werden, ist eine Besonderheit des Hessen-Technikums. Dadurch bekommen die Teilnehmerinnen Einblicke in verschiedene Berufsfelder. Zudem durchlaufen die „Technikantinnen“ ein Schnupperstudium an einer Hochschule, lernen MINT-Fachbereiche kennen, besuchen Lehrveranstaltungen, Werkstätten und Labore.

Weitere Kooperationsunternehmen werden gesucht

Ein zusätzlicher Vorteil: Entscheiden sie sich für ein Studium, dann haben sie meist schon das Pflichtpraktikum für technische Studiengänge in der Tasche.

„Mit unserer Förderung tragen wir dazu bei, das Hessen-Technikum zu einem hessenweiten Studien- und Orientierungsprogramm auszubauen, das Frauen jeder sozialen Herkunft anspricht. Zukünftig sollen vor allem noch weitere Kooperationsunternehmen aus den verschiedensten Branchen gewonnen werden, insbesondere auch der Biologie, Chemie und den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.