Neuauflage von „Hallo, Herr Lehrer“: Projekt VdSiS sucht 300 Kinder

Multimedia-Team, jung, aus der Region, sucht: 300 Kinder. Ja, es geht mal wieder um das SMOG-Projekt Von der Straße ins Studio, bereits bekannt durch seinen Spielfilm „Still und Stumm“. Timm Fütterer hat neue Pläne. Für die Neuauflage seines Anfang des Jahres veröffentlichten Songs „Hallo, Herr Lehrer“ sucht er Protagonisten. Mitmachen lohnt sich.

Ein ganz normaler Morgen. Der Wecker klingelt, ein Junge schreckt aus dem Schlaf. Er springt aus dem Bett, macht sich auf den Weg ins Bad. Er läuft durch den Flur über Pizzaschachteln und leere Dosen, vorbei an halbvollen Bierflaschen. „Guckt in das Schlafzimmer. Eltern, sie schlafen. Es war lange laut gestern Abend“, rappt eine Stimme, während das Gesicht des Jungen aus der Nähe gezeigt wird. Ein Blick in die Kamera. Er wäscht sich das Gesicht, im Becken liegen Kippenschachteln. Er rennt los, kommt zu spät in die Schule, bekommt Ärger. Doch warum ihm das dauernd passiert, weiß keiner.

Mit dieser Szene beginnt das Musikvideo zu „Hallo, Herr Lehrer“, das „Von der Straße ins Studio (VdSiS)“ Anfang des Jahres veröffentlichte. Der Junge ist Kristo, bekannt aus dem Film „Still und Stumm“, die Stimme im Hintergrund die von Timm Fütterer, Initiator des Projekts VdSiS.

„Mit den Reaktionen hätten wir nicht gerechnet“

Die Produktion hat mittlerweile mehr als zwei Millionen Klicks und über 2800 Kommentare auf YouTube – unter anderem von Schülern, die sich von dem Song verstanden fühlen, denen es genauso geht wie dem Jungen im Video. „Mit den Reaktionen hätten wir nicht gerechnet“, erklärt Timm. Ursprünglich entstanden sei der Song während seines Studiums im Zuge einer Hausarbeit. Der Text sei schon alt.

Doch das Thema ist präsenter denn je: „Das Lied trifft auf mich zu“, kommentiert zum Beispiel einer, „Meine Lebensgeschichte“ ein anderer. Auch viele Lehrer hätten reagiert, berichtet der 26-Jährige. „Manche fanden es nicht so gut, manche dagegen sehr.“

Wegen der „krassen“ Resonanz wird „Hallo, Herr Lehrer“ jetzt neu aufgelegt. Die Protagonisten: 300 Kinder. In einem Videoaufruf animiert Timm Kids von überall her, sich anzumelden. Etliche hätten das schon getan, freut er sich: „Wir haben schon Anmeldungen aus Köln, Dortmund, Frankfurt und Kassel. Es ist schön, dass so viele mitmachen wollen.“ Trotzdem gibt’s noch ein paar freie Plätze.

Jetzt sind die Kleinen dran

Ein Datum stehe bislang nicht fest. Auch der Song muss noch geschrieben werden. „Den schreibe ich mit den Kindern zusammen“, erklärt Timm. Die Kleinen sollen dann rappen. „Auch wegen des Drehbuchs und der Location müssen wir noch überlegen. Es wäre cool, wenn wir wieder in derselben Schule wie im ersten Video drehen dürften, damit das Ganze einen Wiedererkennungswert hat.“

Was es bringt, mitzumachen? Auf jeden Fall extrem viel Spaß, meint der Initiator. Bei einem Videodreh bekämen die Kids Gelegenheit, Dinge zu tun, die sie normalerweise nicht in der Schule machen – zum Beispiel durch die Gänge rennen oder Papier im Klassenraum herumschmeißen. „Außerdem lernen sie, was an so einer Produktion alles dranhängt. Sie bekommen ein Gefühl dafür, was für eine Arbeit hinter den Videos steckt, die sie sich auf Youtube anschauen.“ Außerdem inspiriere das Projekt vielleicht dazu, selbst kreativ zu werden.

Du bist interessiert oder kennst jemanden, der bei der Neuauflage von „Hallo, Herr Lehrer“ dabei sein möchte?

Hier erklärt Timm Fütterer nochmal alles wichtige zum Projekt und zur Anmeldung:

Und hier gibt’s noch mehr über das Projekt „Von der Straße ins Studio“ zu lesen:

Fuldaer Rap-Song „Sag mir, wo mein Papa ist“ geht auf YouTube durch die Decke

„Still und Stumm“ – was verbirgt sich hinter dem Spielfilm aus Fulda?

Es ist toll, zu sehen, wenn ein junger Mensch über sich hinauswächst – Timm Fütterer, Regisseur von „Still und Stumm“, im Interview

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