Am 25. Juli wurden fast 300 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, durch Selbstmordattentäter des Islamischen Staats getötet. Um den Toten zu gedenken, versammelten sich am Montagabend mehrere Menschen auf dem Fuldaer Uniplatz zu einer Friedensdemonstration. Ein Text von Constanze Gollbach Mit Kerzen haben die knapp 50 Teilnehmer den Namen der Stadt auf den Uniplatz gelegt, im syrischen Swaida töteten vergangene Woche Selbstmordattentäter rund 300 Menschen. Um den Stadtnamen verteilten sie Rosen und Bilder einiger Verstorbenen. Trauernde hielten Plakate mit Schriftzügen wie „Es ist genug“ oder „No more War“ in der Hand. Musikalisch wurden sie mit Gesängen durch Jana Tegel (44), Dozentin für Deutsch an der Volkshochschule und Sprachschulen unterstützt. Außerdem gab es Ansprachen der Organisatoren. Gemeinsam setzten die Demonstranten ein friedliches Statement gegen Gewalt. „Dass Menschen ohne Grund sterben, macht mich wütend. Unsere Stadt hatte nie etwas mit Krieg zu tun. Wir dachten nicht, dass so etwas passiert.“ So Wansa Hamchoa (41), die die Demonstration mithilfe des Welcome In e.V organisierte. „Doch heute müssen wir 300 Tote beerdigen. Ich bin sehr dankbar, dass ich viel Unterstützung bekommen habe und dass viele gekommen sind, um mit uns zu trauern.“ Sie habe selbst Verwandte, die durch den Anschlag verletzt wurden.

Friedensdemo, Uniplatz, Fulda

Wansa Hamchoa (41) floh 2015 aus Syrien und machte in Deutschland ihren Bundesfreiwilligendienst in der Marbacher Flüchtlingsunterkunft.

“Wir müssen zusammenhalten”

Neben der friedlichen Atmosphäre gab es auch abschätzige Kommentare einiger Passanten. So habe Vera Stein (21), Studentin aus Fulda, und ihr syrischer Freund Ammar Nahli (26) Aussagen gehört wie: „Die Syrer sollten nicht hier sein“ oder „Sollen sie doch kämpfen, anstatt hier rumzusitzen.“ „300 sind nicht viele Menschen,“ war auch zu hören. Doch jeder Tote ist immer einer zu viel. Dass diese Menschen rundum verzweifelt sind und selbstverständlich nicht alle an Waffen ausgebildet wurden, wird hier wohl oft ausgeblendet. Zumal vermutlich sie selbst oft gar nicht wissen, für wen sie eigentlich kämpfen sollten angesichts des Chaos’ in Syrien. Doch der Zuspruch der geschätzt 30 Passanten war definitiv lauter. Sie kamen mit Blumen und Kerzen und nahmen Anteil. „Wir sind alle gleich. Wenn so etwas passiert, müssen wir zusammenhalten. Die Aktion ist wichtig, damit wir alle zusammen friedlich leben können,“ sagte Oliveiria Mingos Manuel (48), der gezielt an der Veranstaltung teilnahm.

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