Fulda ist in diesem Sommer deutsche Musical-Hauptstadt: Nach der „Päpstin“ steht im Schlosstheater aktuell der „Medicus“ auf der Bühne. Die Geschichte des jungen Briten, der über eine besondere Gabe verfügt und sich in Persien zum „Medicus“ ausbilden lässt, wird bereits im dritten Jahr aufgeführt – und büßt auch nach zwei Spielzeiten nichts von ihrer Faszination ein. Zur Premiere kamen am Wochenende wieder Musical-Fans aus nah und fern nach Fulda, darunter auch Promis wie der ehemalige Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD). Sie erlebten ein fetziges, lustiges, farbenfrohes, zuweilen auch sehr emotionales Stück. „Der Medicus“ wurde gegenüber dem Vorjahr weiter optimiert: das Bühnenbild noch aufwändiger, die Story noch dichter, das Licht ausgetüftelter – insgesamt ist die Inszenierung runder als in den Vorjahren, und man fragt sich, wo das noch steigerungsfähig sein soll. Choreografisch ist der „Medicus“ sicher das aufwändigste aller Spotlight-Musicals. Das Ensemble legt atemberaubende Tänze hin, die vom Premierenpublikum immer wieder mit Johlen und Szenenapplaus quittiert werden. Auch schauspielerisch gibt es nichts zu meckern. Mary Cullen, die große Liebe von Rob Cole, wird in diesem Jahr von Judith Jandl gespielt und harmoniert toll mit Hauptdarsteller Friedrich Rau. Der 35-jährige Thüringer entwickelt sich immer mehr zum Spotlight-Star, auch bei der Neuaufnahme der „Schatzinsel” (18. Augus bis 2. September) wird er dabei sein.

Übrigens: Wir haben uns mit Friedrich für unser Juni-Magazin über das Theater und seinen Blick auf Fulda unterhalten. Hier einige seiner Antworten:

Was war dein allererster Eindruck von Fulda? Das war eigentlich das Esperanto. Damals, das muss 2014 oder so gewesen sein, habe ich das Showcase für „Friedrich“ gespielt. Das war ganz schön stressig, da habe ich von der Stadt nicht viel mitbekommen. Zwischenzeitlich habe ich aber schon mal gedacht: Das ist eine Stadt, in der man gut leben könnte. Du lebst mit deiner Familie in Leipzig. Was hat Leipzig, was Fulda nicht hat? In Leipzig ist vielleicht ein bisschen mehr los, was das Theater angeht. Ich finde, es ist schon ein Unterschied, ob man eine Oper, mit der MuKo, der Musikalischen Komödie, ein Operettentheater und ein Gewandhausorchester hat. An Fulda ist aber besonders, dass im Sommer mit spotlight eine Art festes Ensemble da ist, mit dem man schon ein wenig mehr machen kann und ein Team, das sich etwas traut.

Foto: Mariana Friedrich

Wo bist du, wenn du nicht probst? Die Probenzeit ist schon ein wenig wie Klassentreffen. Wir kennen uns alle jetzt schon eine Weile und sind dann natürlich auch abends oft zusammen unterwegs. In der „Wiesenmühle“ sind wir sehr gern, auch in der „Havanna Bar“. Ich gehe auch gern ins Rosenbad, ins Kino. Fulda hat wirklich genug zu bieten. Die Stadt hat einfach Urlaubsflair, zumal wir immer im Sommer hier sind. Aber während der Shows spiele ich nicht alle Termine und kann immer wieder zu meiner Familie fahren. Was gehört für dich zum Fulda-Besuch? Ich fahre jeden Sommer mindestens einmal auf die Wasserkuppe zur Sommerrodelbahn. Ich bin sogar schon mit meiner Tochter von Gersfeld aus dort hochgewandert. Wenn du wissen möchtest, welche Rolle Friedrich am liebsten spielt und worauf er sich diesen Sommer besonders freut: Das vollständige Interview gibt’s in der Juni-Ausgabe des move36-Magazins.

Der Musicalsommer

Seit 14. Juli ist „Der Medicus“ erneut die Fuldaer Bühne zu sehen. Den Abschluss des Musicalsommers leitet ab 18. August „Die Schatzinsel“ ein. Im Anschluss gibt es im August noch ein paar besondere Leckerbissen. Jeden Donnerstag lädt die „Late Night Live“ im Theaterhof zu Live-Musik im traumhaften Ambiente ein. Das Programm im Überblick: Donnerstag, 2. August: CUBA LIBRE – Lateinamerikanische Musik und mediterrane Lebensfreude Donnerstag, 9. August: DEUCE – Livemusik. Unplugged mit Groove, guter Laune und viel Gefühl. Donnerstag, 16. August: STEFAN KLING TRIO – eine Jazzgruppe ganz im Stil der klassischen Jazz-Trios. Donnerstag, 23. August: MÜNKEL – Hauptsache es groovt. Oder rockt. Oder klingt einfach gut. Oder es berührt die Zuhörer mit den deutschen Texten, die vom noch jungen Leben erzählen. Donnerstag, 30. August: SISTA – Vier außergewöhnliche Musikerinnen, die sich Themen widmen, die emotional bewegen – mal melancholisch, mal rockig, mal humorvoll. Infos gibt es beim Tourismus und Kongressmanagement Fulda. Tickets für die Musicalvorführungen gibt‘s in den Geschäftsstellen der Fuldaer Zeitung und online. Du hast den “Medicus” noch nicht gesehen? Bei uns gibt es Tickets zu gewinnen Und wie ein Musical entsteht, haben wir zur Uraufführung des “Medicus” im move36-Magazin beschrieben.

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