Nach Sting und Shaggy kamen a-ha: Wir waren auch beim zweiten diesjährigen Domplatzkonzert, bei dem es etwas länger als am Vortag dauerte, bis der Funke übersprang.

Keine Frage: Hits, insbesondere solche, die jede Partycrowd zum Ausrasten bringen, hat das norwegische Pop-Trio a-ha in seiner über 30-jährigen Karriere en masse abgeliefert. Wenn diese dann noch an einem lauen Sommerabend vor der Wahnsinnskulisse des Fuldaer Doms gespielt werden und der Name der Tour („Electronic Summer“) schwülstige Synthisounds und herrlich klirrende Gitarrenriffs erwarten lassen, dann sollte einem großartigen Konzertabend nichts im Wege stehen.

Überspringen wir also zunächst die ersten elf Songs des Abends und kommen zu den wahrhaft großartigen Momenten. Ab Nummer 12 („Manhattan Skyline“) bis 18 (dem großen Finale mit „Take on me“) ist die Stimmung ausgelassen, der Domplatz gerät in Ekstase, ein Massenchor singt bei „Hunting High and Low“, „The Sun always shines on TV“ oder der James-Bond-Hymne „The Living Daylights“ begeistert mit. Die Stimme von Sänger Morten Harket, immerhin inzwischen 58, ist so süß und stark wie eh und je. Gitarrist und Songwriter Pal Waaktaar-Savoy, der bei fast jedem Song die Gitarre wechselt, stellt unter Beweis, dass er immer noch in der höchsten musikalischen Liga spielt. Keyboarder Magne Furuholmen versucht sich auf Deutsch und interagiert wunderbar mit dem Publikum – und dann sind da noch sechs Gastmusiker, darunter drei Streicher, die für einen satten Sound auf dem Domplatz sorgen.

Vielleicht lag es an der Auswahl der Songs, dass die Stimmung in der ersten Hälfte des Konzerts ein wenig – sagen wir mal – zurückhaltend war. Vielleicht lag es auch an Morten Harket, der immer noch aussieht wie ein junger Gott, sich aber, das war etwas verstörend, wie eine Mumie auf der Bühne bewegte, seine Sonnenbrille erst abnahm, als die Sonne hinter ihm schon lange verschwunden war, und wie ein unnahbarer, introvertierter Popstar erschien. Jedenfalls schafften es Songs wie „Minor Earth Major Sky“ oder „Lifelines“ bei vielen Besuchern nicht, den berühmten Funken überspringen zu lassen.

Dass a-ha mit dem Video zu „Take on me“ 1985 Vorreiter bei der Visualisierung von Musik war, ist übrigens gut nachzuvollziehen, wenn man die LED-Technik auf der Bühne betrachtet. Jeder Song wurde passend zum Text und schön bunt auf einer bühnenbreiten Videowand bebildert. Obwohl der Domplatz mit 5000 Besuchern nur zu zwei Dritteln gefüllt war und jeder, der es drauf anlegte, einen Platz kurz hinter dem Front-of-Stage-Bereich ergattern konnte, wären Videowände, die die Musiker auch den Besuchern auf den Rängen in Nahaufnahmen gezeigt hätte, das Tüpfelchen auf dem i gewesen.

Von Elton John über Sting bis a-ha: Die Liste der Weltstars, die auf dem Domplatz waren, wird immer länger. Die diesjährigen Konzerte haben die Erwartungen fürs die nächsten Jahre auf jeden Fall hochgeschraubt.

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