Die Geschichte der Herzberg-Sonne

Alles begann 2004 mit einem Foto von einer schwangeren Frau auf dem Burg Herzberg Festival, auf deren Bauch ein Künstler eine mandala-artige bunte Sonne gemalt hatte. Das Logo des Festivals war geboren. Der Fuldaer Marcel Diegelmann hat daraus ein Kunstwerk gemacht, er stellt Herzberg-Sonnen aus Holz her. move36 hat er eine zum Verlosen vermacht.

Neun geschwungene Strahlen hat sie – die Herzberg-Sonne, die sicher viele Fuldaer schon mal irgendwo gesehen haben, aber vielleicht nicht zuordnen konnten. Marcel „Celly“ Diegelmann, Bruder des Gastronomen Jens von der ehemaligen Kultkneipe Sonne, hat sie zwar nicht entworfen – der Künstler, der sie 2004 auf den Bauch einer schwangeren „Herzbergerin“ malte, ist unbekannt. Doch Marcel hat sie zur Marke gemacht. Für den 48-Jährigen ist sie nicht allein Ästhetik, „sie hat auch eine spirituelle Bedeutung für mich und wird mich mein Leben lang begleiten.“

Celly hält die Herzberg-Sonne, die er move36 zum Verlosen vermacht hat.

2008 hat das Herzberg-Team das Foto, auf dem auch ein Althippie zu sehen ist, in den Festivalkalender aufgenommen. „Mit der Festlegung des Logos ging das ganze Merchandise ja erst richtig los“, erzählt Celly. Doch erst seit 2012 hat er „die Sonne so richtig explodieren lassen“. Damals hörte er auf, die Elektrik aufm „Berch“ zu organisieren, wollte aber weiter einen Beitrag leisten. „Irgendwas mit der Sonne war sofort klar“, sagt er. Neben Brand-Stempeln mit dem Symbol oder Schmuck schnitzte er die Sonne. Drei Berufe, darunter Elektriker, habe er gelernt, die alle nichts mit Holz zu tun haben, „aber ich bin immer wieder zum Werkstoff Holz zurückgekommen.“

Nach dem „Schablonieren“, schneidet er die Sonne mit der Stichsäge aus, dann schleift er sie fein und lackiert oder ölt sie. Bis zu zehn Stunden dauert das, mit Verzierungen kann’s schon mal 20 beanspruchen. Jede hat er mit Größe und Nummer katalogisiert, inzwischen ist er bei rund 150 Holz-Sonnen angekommen. Der durchschnittliche Preis von 50 Euro ist für diese Handarbeit eigentlich zu wenig, dennoch werden ihm die Kunststücke nicht gerade aus der Hand gerissen.

Retro-Adidas-Jacken mit der Herzberg-Sonne

Auf dem diesjährigen Herzberg Festival wird Diegelmann Restbestände seiner Sonnen anbieten – und noch mehr. Er verkauft Retro-Adidas-Jacken, die mit dem Sonnen-Logo bestickt sind – allerdings nicht an einem eigenen Stand. Zu finden ist er beim „astrologischen Notdienst“ des Festivals. Zudem plant er, in seiner Künzeller Werkstatt einen kleinen Showroom einzurichten, wo er seine Holz-Sonnen und weitere Merchandise-Artikel anbieten möchte. „Jeden ersten Samstag im Monat öffne ich nachmittags, ich mache dann ‚en Topf Supp‘, das wird ganz gemütlich“, sagt er. Konkretes gebe er aber noch bekannt.

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