“Ihr wart einfach saugeile Lehrlinge!” Marco Gretsch, Obermeister der Schreiner-Innung Fulda-Hünfeld, fand starke Worte für die 27 Schreinergesellen aus der Region, die in diesem Jahr ihre Ausbildung beendet haben. Sie wurden bei einer Feierstunde im Vonderaumuseum freigesprochen. Ein Text von Jessica Vey und Bernd Loskant Als einziger Handwerksberuf müssen Schreiner am Ende ihrer Ausbildung ein Gesellenstück fertigen, das in die Prüfungsnote mit einfließt. „110 bis 120 Arbeitsstunden stecken in jedem Gesellenstück. Ihr habt hier nochmal drüber geschliffen, da nochmal geölt und ihr kamt mit Sicherheit oft ins Schwitzen. Außenstehende können sich kaum vorstellen, welche Herausforderung unsere Schreinergesellen meistern mussten. Das muss ein junger Mensch erst mal stemmen“, sagte Gretsch. „Aus unserem Urstoff, dem Holz, habt ihr etwas Großartiges geschaffen“, lobte er.

Werke, für die Ewigkeit gemacht

Ob Küchenblock, Bett oder Lounge – die Werke der 27 Schreinergesellen wurden bei der Freisprechungsfeier der Schreiner-Innung Fulda-Hünfeld in höchsten Tönen gelobt. Bis Sonntag sind die Gesellenstücke im Vonderau Museum zu sehen. Insgesamt lag die Durchschnittsnote in diesem Jahr bei einer “guten Zwei”, wie Gretsch betonte. „Was ihr könnt, das kann keine Industrie“, betonte er. Was die Gesellen geleistet hätten, sei “nicht Handwerk 4.0, sondern Handwerk 8.0”, sagte der Obermeister und erklärte auch warum: Im Schreinerberuf sei “Acht-samkeit” eine zentrale Tugend, zudem sei die Acht, horizontal geschrieben, das Symbol für die Unendlichkeit. Und unendlich, also für die Ewigkeit gemacht, seien auch die Werke der Schreiner.

Kreisbeigeordneter Hermann Müller (CDU), der den Landrat vertrat, richtete sich an die Gesellen: „Schreiner ist ein Beruf, der einem täglich neue Fertigkeiten abverlangt. Es kommt nie zu Langeweile“, führte er aus und betonte: „Es gibt keine Produkte von der Stange, sondern individuelle Lösungen für die Kunden. In jedem Stück steckt daher auch immer eine persönliche Note. Fantasie und Gestaltungskraft werden von ihnen gefordert. Aber sie haben mit der Ausbildung beste Zukunfts­chancen.”

Ausstellung der Gesellenstücke im Vonderaumuseum

Prüfungsbester ist in diesem Jahr Daniel Käthner von der Schreinerei Auth aus Flieden. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Winfried Schmitt (Kött, Fulda) und Fabian Müller (Inspirationen aus Holz, Fulda). Sieger des Wettbewerbs „Die Gute Form“, bei der die besten Gesellenstücke prämiert wurden, ist Marius Friedrich von der Fuldaer Schreinerei Weber mit einem besonders platzsparenden Küchenblock. Doch auch die anderen Gesellenstücke – eine Lounge aus Eichenholz, eine Weinbar aus Apfel oder ein Bett in Nussbaum –  sind sehenswert. Geöffnet ist die Ausstellung im Vonderaumuseum bis Sonntag täglich von 10 bis 17 Uhr.

Freigesprochene Schreiner-Gesellen: Andreas Bauer (Fensterbau Schlehuber, Weyhers) Stephanus Bauer (Schreinerei Hubert Wald, Fulda) Josef Diegelmann (Schreinerei Eugen Schramm, Petersberg) Maximilian Fey (Schreinerei Fröhlich, Fulda) Marius Friedrich (Bau- und Möbelwerkstätten Joachim Weber, Fulda) Tim Fröhlich (Klüber, Steinbach) Vincent Gutberlet (Emil Brehler, Bad Salzschlirf) Sebastian Hess (Grümel, Fulda) Daniel Käthner (Schreinerei Norbert Auth, Schweben) Pascal Könnecke (Schreinerei Hartmut Both, Tann) Leon Kube (Bau- und Möbelschreinerei Stefan Koch, Hauswurz) Dominik Kümmel (Schreinerei Walter Vogel, Edelzell) Stephan Lemmer (Schreinerei Bormann, Petersberg) Björn Magerhans (Rhönwerk Matthias Kirchner, Gersfeld) Dennis Mehler (Schreinerei Münkel, Eiterfeld) Leonard Möller (Schreinerei Vogler, Sargenzell) Fabian Müller (Inspirationen aus Holz Marco Gretsch, Fulda) David Pahr (Klüber, Burghaun) Leon Post (Schreinerei Heiko Brehler, Bad Salzschlirf) Jalina Rogers (Grümel, Fulda) Philipp Schenk (Inspirationen aus Holz Marco Gretsch, Fulda) Winfried Schmitt (Rolf Kött Tischlermeister, Fulda) Leonard Schwalbach (Holzwerkstätten Matthias Sauerbier, Eiterfeld) Jannik Theobald (Tischlerei Maul, Haimbach) Niklas Wahl (Schreinerei Christoph Bickert, Kämmerzell) Johannes Weber (Paltian Treppenbau, Motten) Simon Wehner (Julius Vey, Reulbach)

Sieger des Wettbewerbs „Die Gute Form“:

  1. Marius Friedrich
  2. Leon Kube
  3. Tim Fröhlich

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