Who the fuck is Mister Mandrill? Wer oder was steckt hinter dem bunten Affenkopf? Es ist das Cocktail-Catering des Fuldaers Kevin Hartjen, das der 26-Jährige dort vor etwa einem Jahr gegründet hat – in der Hansestadt eine große Nummer. Am Wochenende mixt Kevin seine fancy Drinks auf dem Fuldaer Stadtfest. Er freut sich schon drauf, „ein Stück Großstadt“ in seine Heimatstadt zu bringen, sagt er.

Angefangen hat alles vor etwa elf Jahren im Fuldaer Museumscafé. Dort jobbt Kevin neben seinem Studium: Wirtschaftsingenieurwesen. Ein Gutschein von seiner Chefin führt den Fuldaer zum ersten Mal in die Bullerei, Restaurant von Fernsehkoch Tim Mälzer, nach Hamburg. Ein Besuch, der alles verändert. Ihm wird klar: Hier gehöre ich hin. Eine Bewerbung genügt. Kevin lässt sich in der Bullerei zum Restaurantfachmann ausbilden.

Während er dort und obendrein im Off-Club, einem weiteren Lokal von Mälzer, sowie im Restaurant von Rapper Samy Deluxe Gastronomieerfahrung sammelt, entdeckt er seine Vorliebe für Drinks. „Ich habe am Anfang alles so Jugend-forscht-mäßig in den Mixer geknallt und herausgefunden, wie man Stoffe durch Alkohol löst. Das fand ich total spannend“, berichtet er. Lege man beispielsweise Rote Bete in Rum ein, habe man nach ein paar Tagen ein rotes Gemisch, das dezent nach der Rübe schmeckt. „So bekommt man ohne industrielle Zusätze, nur aus frischen Früchten, farbige Drinks.“ Kevin schreibt sich auf die Fahne, klassische Cocktails auf diese Art neu zu interpretieren.

Name aus Kinderlexikon

Vor rund einem Jahr gründet er Mister Mandrill, einen Cocktail-Catering-Service mit kreativen Eigenkreationen und ausschließlich natürlichen Inhaltsstoffen. Die Idee spinnt er zusammen mit Stanley Wortmann aus. Der ursprüngliche Gedanke: ein Open-Air-Festival, Kevin mixt die Getränke. „Wir haben beide viel gegrübelt. Dann habe ich irgendwann gesagt: Egal, was es wird – irgendwas muss gegründet werden.“

Auf der Suche nach einem passenden Namen für sein Vorhaben blättert er Kinderlexika durch. Und stößt so auf den Mandrill. „Ich wollte sowas Markantes wie ‚Grüner Panda‘. Als ich den Mandrill entdeckt habe, war mir sofort klar: Das wird’s – Mister Mandrill.“ Eine Künstlerin aus Berlin habe das Logo entworfen: einen Mandrill, schwarz-weiß, die Schnauze in bunten Neonfarben, mit einem Cocktail in der Hand.

Mit einer Klappbar auf Events

Mit einer mobilen Klappbar fährt Kevin mit seinem Team aus drei Freunden heute zu Firmenevents und Partys und bietet dort seine Mixes an. Im kommenden Juli geht’s für die junge Gruppe auf die Millerntor Gallery: ein Termin, auf den sie besonders stolz sind. „Das ist eine Charity-Veranstaltung zugunsten von Viva con Agua, einer Institution, die sich für Trinkwasser in Afrika einsetzt. Da erreichen wir genau das Publikum, das wir ansprechen wollen“, freut sich Kevin: „jung, kreativ und sehr ‘St. Pauli'”.

Bis dahin haben die Jungs und Mädels vielleicht schon einen zu einer Bar umfunktionierten Anhänger. „Für vereinzelte Events bekommen wir eventuell auch mal den Foodtruck von Tim Mälzer.“ Der Fernsehkoch, in dessen Restaurant Kevin nach wie vor als Leiter des Bistros arbeite, stehe ihm bei seinem Konzept hin und wieder beratend zur Seite. Die Führung hat er allein.

Noch vor der Millerntor Gallery wartet auf das Team hinter dem Affenkopf aber das Fuldaer Stadtfest, wo Mister Mandrill von Donnerstag bis Sonntag auf dem Uniplatz vertreten sein wird. Neben einer Auswahl ihrer eigenen Getränke wie beispielsweise dem Rote-Bete-Daiquiri – Kevins Lieblingscocktail – wird’s dort auch Klassiker geben, verspricht der Gastronom: „Wir haben letztes Jahr festgestellt, dass der Bedarf an normalen Drinks wie Bacardi-Cola hoch ist.“ Wer mittags noch keinen heben will, für den gibt’s außerdem hausgemachte Limonaden. Und als Goodie zum Mitnehmen: selbstgestaltete Hoodies.

Auf Locationsuche in Fulda

Kevin steht damit schon das zweite Mal mit seinem Projekt auf dem Fuldaer Stadtfest hinter der Theke. „Mit meinem eigenen kreativen Gastronomiekonzept nach Hause zu kommen, ist ein cooles Gefühl“, sagt er. Er freue sich schon auf das große Wiedersehen mit all seinen Freunden und Bekannten. „Das ist wie ein kleines Klassentreffen.“

Ob es den Osthessen irgendwann wieder dauerhaft zurück in seine Heimat zieht? Nun, so viel kann er schon mal verraten: „Wir haben da eine witzige Idee, was Fulda angeht und sind gerade insgeheim auf Locationsuche.“ In Aussicht sei ein Foodprojekt, „ein junges, kreatives Ding“ mit hausgemachten Limonaden, viel Take-away und abends Barbetrieb. Mehr will Kevin jetzt aber noch nicht verraten. Man darf gespannt sein, wo Mister Mandrill als nächstes aufschlägt.

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