50 Jahre ist sie her – die globale Jugendrevolte der 60er und frühen 70er. In der aktuellen move36 erzählen Fuldaer Zeitzeugen in interessanten und witzigen Anekdoten, wie der Geist der 68er auch unsere Region aufgewirbelt hat. Zum Jubiläumsjahr haben wir hier einige der besten Filme gesammelt, die sich diesem Jahrzehnt der gesellschaftlichen Umwälzungen widmen.  

Easy Rider

Um diesen Kultklassiker kommt man nicht umhin: Im Roadmovie Easy Rider von 1969 düsen die beiden freiheitsliebenden Rebellen Peter Fonda als Wyatt und Dennis Hopper als Billy auf ihren Choppers von Los Angeles nach New Orleans und stoßen dabei auf Ablehnung, aber auch auf eine Hippiekommune, wo sie sich dem ein oder anderen Rausch hingeben. Der Film gehört zu den ersten, bei dem nicht allein eigens komponierte Filmmusik zur Untermalung eingesetzt wurde, sondern auch zeitgenössische Rockmusik – wie natürlich “Born to be wild” von Steppenwolf.

Fear and loathing in Las Vegas

Dieser Kultfilm mit Johnny Depp in einer seiner besten Rollen darf natürlich nicht fehlen: Hunter S. Thompsons Buch “Fear and loathing in Las Vegas” basiert – man kann es kaum glauben – auf einem wahren Drogen- und Psychotrip mit seinem Anwalt durch die Stadt in der Wüste, der seinesgleichen sucht. Angelegt im Jahr 1971, als die Hippie-Hochphase schon verflogen war, zeichnet Regisseur Terry Gilliam hier ein innovatives und abenteuerliches Bild des damaligen Geistes. “Bei aller selbstzerstörerischen Energie der Protagonisten ist der Film von der melancholischen Erkenntnis geprägt, dass die Offenheit und Dynamik einer vergangenen Epoche heutzutage nicht mehr möglich sind”, schreibt das Lexikon des internationalen Films.

Taking Woodstock

Wer die Geschichte dieses einmaligen Festivals kennenlernen möchte, ist bei Taking Woodstock richtig. Der junge Elliot Tiber lebt mit seiner Familie auf dem Land und träumt von einer Karriere als Innendesigner. Doch das Motel seiner Eltern läuft nicht so richtig und er unterstützt sie weiterhin. Als einem groß angekündigten Open-Air-Konzert die Erlaubnis entzogen wird, wittert er seine Chance und bietet den Veranstaltern an, das Event auf der Kuhwiese seiner Familie zu machen. Was dann passiert, hätte er niemals gedacht: Eine halbe Millionen Hippies ziehen los, um eines der größten Happenings der Geschichte zu feiern. Eine liebevolle Komödie über eine Familie, die mehr oder weniger in dieses monumentale Hippie-Event hineinmanövriert wurde.

The Doors – When You’re Strange

Wohl kaum eine andere Band hat das Aufbegehren der Jugend in den 60ern so verkörpert wie The Doors mit dem charismatischen und 1971 verstorbenen Jim Morrison als Frontmann. The Doors – When You’re Strange ist eine Musikdoku, die den unverwechselbaren Sound der Rockmusiker und deren bedingungslosen Hang zu künstlerischer Freiheit beschreibt. Erzählt wird die Geschichte von Johnny Depp.

Apocalypse Now

Der Vietnamkrieg war ein zentrales Mobilisierungsmoment für den Protest der Jugend. Apocalypse Now setzte nicht nur Maßstäbe für Antikriegs-Filme, sondern zählt zu den besten Filmen des 20. Jahrhunderts. Es geht vor allem darum, wie die Sinnlosigkeit und Grausamkeit des Krieges die menschliche Psyche zerfressen. Martin Sheen bekommt als Militärpolizist Captain Willard den waghalsigen Auftrag, mit einer kleinen Truppe tief im Dschungel einen wahnsinnig gewordenen, hochrangigen US-Militär zu liquidieren, der sich hier mit seiner Truppe verschanzt hat. Zwei weitere Antikriegs-Epen von ähnlichem Kaliber sind Full Metal Jacket und Platoon.

Hair

Der Musikfilm Hair von 1979 basiert auf dem gleichnamigen Musical, das 1968 Premiere am Broadway feierte und zu einem der erfolgreichsten Bühnendarbietungen überhaupt wurde. Es erzählt die Geschichte vom jungen Claude Hooper Bukowski, der von Oklahoma nach New York kommt, wo er zur Musterung muss. Im Central Park trifft er auf eine Gruppe Hippies, die ihn sofort aufnehmen. Er verliebt sich in Sheila, doch das Militär ruft. Was dann passiert? Sieh selbst.

Wer wenn nicht wir

So viel wir den 68ern zu verdanken haben – den militanten Irrweg in den linken Terrorismus der Roten Armee Fraktion darf man dabei nicht ausblenden. Neben dem bekannteren Baader Meinhof Komplex rückt Wer wenn nicht wir die Geschichte einer Randfigur in den Vordergrund, die von Bernward Vesper, der Anfang der 60er gegen das System rebelliert und während dem Studium mit Gudrun Ensslin, der späteren R.A.F.-Terroristin, zusammenkommt. Während sie immer mehr in den bewaffneten Untergrund abtaucht, verfällt Bernhard zusehends der Drogensucht. Regisseur Andreas Veiel gibt sich in seinem ersten Spielfilm der tiefen Frage hin, warum Menschen tun, was sie tun.

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