Kennst du schon …? Jede Woche kommen neue Alben, Bücher, Serien, Filme, Gadgets auf den Markt – neuer Kram, den wir unbedingt haben müssen. Wir picken uns aus Neuerscheinungen den besonders heißen Scheiß raus und geben unseren Senf dazu. Heute: der Netflix-Anime “A.I.C.O. Incarnation” und “Super Humans” von Good Weather Forecast.

“Ich bin gar kein Mensch?” – Warum mich “A.I.C.O. Incarnation” packte

Eins vorweg: Sci-Fi ist nicht so mein Ding. Den Netflix-Anime “A.I.C.O. Incarnation” habe ich mir aber trotz des Settings gegeben. Ich dachte mir: So für zwischendurch kann der ganz nett sein. Dass der Anime aber so fesselt und flasht, habe ich nicht erwartet.

Ein Text von Toni Spangenberg

Insbesondere aus zwei Gründen kann ich auch jedem Nicht-Sci-Fi-Fan nur empfehlen: Schau dir “A.I.C.O Incarnation” an. Der Anime besticht durch eine packende Story begleitetet von einem wahren Zukunftsmusiks-Orchester. Die Schülerin Aiko Tachibana hat einen schweren Autounfall. Sie hätte sterben müssen. Doch eine weltweit einzigartige Operation rettet ihr Leben – und stürzt dafür unzählige andere in den Tod.

Aus künstlichen Organismen kreieren Wissenschaftler ein Körperduplikat von Aiko inklusive eines voll funktionsfähigen Gehirns. Allerdings lebt die Kopie ohne dieses Wissen, ahnt nicht, dass es sie zweimal gibt. Am Tag ihrer Operation kommt es zur Katastrophe, dem sogenannten Ausbruch. Die Gehirne des Originals und Duplikats werden getauscht. Künstliche Organismen breiten sich infolgedessen ungehindert aus, wuchern wie ein Geschwür und verschlingen alles in ihrem Weg. Ein riesiges Gebiet wird verseucht.

Maßgeblich verantwortlich dafür ist Yuya Kanzaki. Er will Aikos Kopie durch das infizierte Gebiet zum Primärpunkt, den Ort des Ausbruchs, bringen, um diesen zu beenden. Dort befindet sich das Aiko-Original zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder. Die Kopie soll zum Wohle des Originals geopfert werden. Ein Menschenopfer! Sie hat ein eigenes Bewusstsein, hat Gefühle. Sie will ihre Mutter und ihren Bruder um jeden Preis retten. Wie kann man da davon sprechen, dass sie künstlich, nicht menschlich ist? Ein Gewissenskonflikt.

Die Story für sich allein hätte mich aber nicht hinterm Ofen vor gelockt. Die Charaktere haben ihren Teil dazu beigetragen. Sie machen eine unglaubliche Entwicklung durch. Wie muss es sich anfühlen, heute noch Schüler und morgen Weltretter zu sein? Was mag in einem vorgehen, der erfährt, gar nicht menschlich zu sein? Wie geht Kanzaki mit dem Wissen um, für all das Leid verantwortlich zu sein?

Nach 12 Episoden “A.I.C.O. Incarnation” war ich einfach nur sprachlos, habe eine ganze Weile über die moralische Dimension des Animes nachgedacht. Wenn ich mir jetzt den Teaser anschaue, bekomme ich sofort Lust, einfach nochmal einzuschalten.

“Super Humans” von Good Weater Forecast

Ein weiteres Pop-Album einer weiteren Pop-Band … Ja und nein. Good Weather Forecasts neue Platte “Super Humans” ist weich und poppig. Aber sie versprüht auch das Gefühl, jede Hürde überwinden zu können.

Ein Text von Mariana Friedrich

Good Weather Forecast

Foto: John Pride

Fränkischer Pop, der so gar nicht nach Deutschland, sondern viel mehr nach den sonnigen Stränden von Florida klingt, das sind Good Weather Forecast. Wer noch nicht von den Brüdern Florian, Johannes und Dave Stielper und ihren Bandkollegen Titos Hailom und Timo Kästner gehört hat, wird das höchstwahrscheinlich sehr bald. Denn die Fünf haben alles, was es für eine Boyband braucht: Sie machen sanften Schmusepop, der sich easy mitsingen lässt, ihre Songs vermitteln das wunderbare Gefühl, dass alles möglich ist.

Und brauchen wir das nicht alle ein wenig? Ein wenig mehr Zuversicht? Das Gefühl, die Welt verändern zu können? Vielleicht sollte uns das öfter jemand sagen, damit wir es auch tun und nicht immer nur kopfschüttelnd vorm Fernseher hängen, wenn die Welt mal wieder aus den Fugen gerät. Nur wer sich bewegt, kann auch was erreichen.

“I heard them say we’re underdogs | Cause we don’t live for the applause | We’re not afraid to fall down”

Doch einfach nur Boyband wäre zu kurz gegriffen. Denn Songs wie oben zitierter “Underdog” oder der titelgebende “Super Humans” haben mehr in petto, fühlen sich tiefer an als die üblichen Friede-Freude-Eierkuchen-Titel, von denen der Musikmarkt derzeit überschwemmt wird. Nicht, dass es die auf der Platte nicht auch gäbe. “Wer wirklich etwas erreichen will, der ist in der Lage, Grenzen zu sprengen”, sagt Florian Stielper über die Platte. Wie das geht, beweisen die fünf Franken selbst. Immerhin haben sie sich mit ihren ersten beiden Alben in die Herzen von Fans in über 17 Ländern gespielt. Mit “Super Humans” jedenfalls kann der Frühling kommen.

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