„Es ist toll, zu sehen, wenn ein junger Mensch über sich hinauswächst“ – Timm Fütterer, Regisseur von „Still und Stumm“, im Interview

Tada! Da ist er – der offizielle Trailer zum Fuldaer Spielfilm „Still und Stumm„. Viele Leute sind schon mega gespannt auf das Drama, das Gewalt an Kindern zum Thema macht. Regisseur Timm Fütterer (25), Initiator des Projekt „Von der Straße ins Studio“ (VDSIS) und Referendar an der Konrad-Adenauer-Schule, hat uns erzählt, warum ihn das Thema bewegt und wie die Kinder beim Dreh damit umgegangen sind. Nächste Woche ist die Premiere deines ersten Spielfilms im Cinestar Fulda – bist du schon aufgeregt?

Aufgeregt bin ich nicht. Ich bin allerdings sehr gespannt, wie die Leute auf den Film reagieren. Wir alle freuen uns schon sehr auf die Premiere. Wir auch.

Warum hast du diesen Film gemacht? Ich wollte schon die ganze Zeit mal einen eigenen Film umsetzen, und jetzt war es einfach an der Zeit dazu. Alles hat gepasst: Ich konnte bei VDSIS über die vergangenen Jahre ein großartiges Team zusammenstellen, das hochprofessionell arbeitet. Ich wusste, dass wir dazu in der Lage sind, ein solches Mammutprojekt zu stemmen. Auch haben wir gerade so viele talentierte Kinder im Projekt wie nie zuvor.

Hast du selbst schon mal Gewalt an Kindern miterlebt? Es kommt wirklich darauf an, wie man Gewalt definiert und was man als Gewalt ansieht. Ich bin sehr sensibel, was die Seele eines jungen Menschen angeht, und ich sehe sehr häufig seelische Gewalt gegenüber Kindern. Das können Kleinigkeiten sein, die vielen Menschen vermutlich gar nicht auffallen. Körperliche Gewalt kenne ich eher von Jugendlichen untereinander. Da habe ich in acht Jahren Projektgeschichte schon einiges mitbekommen.

Wie sind die Kinder beim Dreh mit dem Thema umgegangen? Wir haben den Kindern natürlich erklärt, worum es in dem Film geht. Danach sind alle absolut professionell mit dem Thema umgegangen. Unsere Kinderhauptrollen Janis Bausch und Kristo Krebs haben einen unglaublich tollen Job gemacht und die Sache diszipliniert durchgezogen. Noch wichtiger als das schauspielerische Talent sind bei einer solchen Geschichte die Persönlichkeit, die Arbeitsbereitschaft, soziale Kompetenzen und der persönliche Wille. Beiden Kindern kann ich in diesem Zusammenhang meinen größten Respekt zollen. Ich hoffe für die beiden, dass sie sich diese kindliche Energie auch im Erwachsenenalter beibehalten können.

Sollte Gewalt an Kindern mehr thematisiert werden? Ich denke schon, dass man dem Thema Gewalt mehr Aufmerksamkeit schenken sollte. Häufig höre ich von Kindern und Jugendlichen, dass Erwachsene ihre Probleme nicht wirklich ernst nehmen würden. Ich glaube, vielen Erwachsenen fällt es schwer, sich in junge Menschen hineinzuversetzen. Sie sehen die Welt zu sehr durch ihre Augen, anstatt durch die Augen des Kindes.

Was war das schönste Erlebnis für dich beim Dreh? Für mich war es immer wieder schön zu sehen, wie die Kinder es geschafft haben, meine – und ich vermute auch ihre eigenen – Erwartungen zu übertreffen. Es ist toll zu sehen, wenn ein junger Mensch über sich hinauswächst. Das wirkt unheimlich motivierend und gibt einem Antrieb auch selbst niemals auszulernen – unabhängig davon wie alt man ist.

Die Fuldaer Spielfilmproduktion „Still und Stumm“ feiert am Sonntag, 25 Februar um 14 Uhr, Premiere im Cinestar. Die bekannte Fuldaer Schauspielerin Marianne Blum moderiert das Event, bevor der Film gezeigt wird. „Das wird eine richtige Premierenfeier“, so Timm Fütterer. Ein bisschen Unterhaltung, ein paar Redner, aber Timm möchte noch nicht zu viel verraten.

Mehr zum Thema: „Still und Stumm“ – was verbirgt sich hinter dem Spielfilm aus Fulda? Kinderchor singt im Musikvideo zum Fuldaer Film „Still und Stumm“

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