Ein Treffpunkt von Menschen mit und ohne Handicap für Menschen mit und ohne Handicap – das möchte das “antons meet&eat” in der Robert-Kircher-Straße sein. In dieser Woche öffnete der außergewöhnliche Laden seine Pforten. Inklusion, das ist ein Miteinander von Menschen, egal, welcher Herkunft, mit welchen körperlichen Voraussetzungen, welcher Religion. In keiner Region in der Bundesrepublik gibt es so viele inklusive Projekte wie in Fulda, bestätigte 2015 die Stadtwette zwischen dem damaligen Oberbürgermeister Gerhard Möller und dem Rainer Sippel, Geschäftsführer des antonius Netzwerk Mensch. Ein weiteres ist in dieser Woche dazugekommen: das “antons meet & eat”. Ein Jahr arbeitete das antons-Team daran, das Bistro vorzubereiten. Und was sie da geschaffen haben, ist ein echtes Schmuckstück im Herzen Fuldas.

Dieses Schmuckstück haben sie am Donnerstagabend bei der feierlichen Eröffnung präsentiert und ihre Gäste zu Holunderlimonade, selbstgemachten Pommes und Ofenkartoffeln mit unterschiedlichen Toppings und Sandwiches eingeladen. Im hinteren Bereich des Bistros gibt es einen Co-Working-Space, in dem es sich gemütlich Arbeiten lässt. Es gibt Wlan, einen coolen Kicker, den die Azubis der Firma Jass gebaut haben, und an jeder Wand hängen Bilder der Freunde des “antons meet & eat”. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Christian Auth, der das Bistro leiten wird, nicht von Gästen, sondern von Freunden spricht, wenn er einlädt, auf einen Imbiss vorbeizukommen. Zur Eröffnung haben sich die sechs Jugendlichen mit Behinderung, die fünf, die ihr freiwilliges Soziales Jahr bei antonius absolvieren, und ihre Köchin Sandra Röbig und Christian Auth, der das “antons” leiten wird, einen echten Stargast eingeladen: Bengio schenkte dem “antons” gleich zwei Songs und untermalte damit die Festveranstaltung. Wie kam es dazu? “Weil der Christian so ein sympathischer Typ ist”, lacht Bengio und fügt ernst hinzu: “Das Projekt ist eine tolle Möglichkeit, Vorurteile aus dem Weg zu räumen.”

“Mit dem ‘antons’ versuchen wir, einen neuen Weg zu gehen”, sagte antonius-Geschäftsführer Rainer Sippel. Denn es geht nicht nur um ein Bistro, es geht auch darum, einen inklusiven Arbeitsplatz zu schaffen, der jungen Menschen die Basis bietet, ihre Talente auszuleben, sie fördert. Dafür ging nicht nur antonius in Eigenleistung, auch Stadt und Land sowie die Aktion Mensch gaben finanzielle Starthilfe.

Foto: Mariana Friedrich

“Ich bin begeistert und fassungslos”, sagt Maren Müller-Erichsen, Beauftragte der Hessischen Landesregierung für Menschen mit Behinderung. “Es ist fantastisch.” Sie erinnerte in ihrer Begeisterung an die UN-Behindertenkonvention, die 2009 verabschiedet wurde. “Darin steht in Artikel 4, man solle Inklusion nach und nach entwickeln. Manchmal denk ich, wir machen zu kleine Schritte. Dennoch weiß ich, dass wir bereits eine Menge realisiert haben. Und Fulda ist in Hessen und Deutschland ein Vorbild für den Einsatz für inklusive Arbeitsplätze.” Bürgermeister Dag Wehner (CDU) sprach dem Projekt einmal mehr seine Unterstützung aus und überreichte einen Scheck für die weitere Förderung. “Mit dem Bistro hat antonius einen weiteren Punkt für gelebte Inklusion gesetzt.”

Mit Segen und viel Unterhaltung

Mit “Liebe, Gastfreundschaft und Fröhlich sein” sollen sie ihre künftigen Gäste begrüßen, wünschten Bruder Othmar, Leiter des Franziskanerkonvents auf dem Fuldaer Frauenberg, und Pfarrer Stefan Buß dem Team und segneten das Haus. Jetzt kann es also endlich losgehen. Und das tut es gleich in der kommenden Woche mit einem Highlight. Denn gemeinsam mit dem Kulturzentrum Kreuz lädt das “antons meet & eat” zum Kneipenquiz ein. Termine, News und Infos gibt es auf der Facebookseite und natürlich in unserem Eventkalender.

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