Schwarzer Humor in Regenbogenfarben

Marcel Mann ist der Synchronsprecher unter den deutschen Comedians, sozusagen „The Voice of Comedy“. Sein Gesicht ist neu in der Medienbranche, die Stimme kennt hingegen jeder aus allen möglichen Filmen und Serien. Bevor er am 17.01.2018 mit seinem Programm „Weil ich ein Männchen bin“ im Stadtcafé Hünfeld zu sehen ist, haben wir mit ihm über sich und seine Show gequatscht.Du bist der Synchronsprecher der Comedyszene – Klingt spannend. Was ist das?

Da ich seit über zehn Jahren als Synchronsprecher arbeite und mittlerweile in über 200 Produktionen mitgesprochen habe, ist das natürlich ein großer Teil meines Lebens. Also habe ich irgendwann beschlossen, auf der Bühne davon zu erzählen. Von den absurden Situationen am Mikrofon, den seltsamsten Rollen und lustigsten Versprechern. Den Leuten einfach einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. So wurde von meinem Arbeitsalltag als Synchronsprecher zu erzählen Teil meiner Show.

Dein erstes Soloprogramm heißt „Weil ich ein Männchen bin“. Was macht deiner Meinung nach einen richtigen Mann aus?

Die wichtigere Frage wäre doch: Was ist ein falscher Mann?

In der Ankündigung zu deinem Programm steht „Schwarzer Humor in Regenbogenfarben“ – Hast du ein Beispiel?

Mein Humor kann manchmal etwas böse und morbid sein, aber da ich eher zart und putzig daher komme, ergab sich diese Wortschöpfung. Ich spreche zum Beispiel über den Tod meiner Großeltern und wie dadurch die Nazivergangenheit meines Ur-Großvaters ans Licht kam. Ein Thema, was im ersten Moment vermutlich nicht als lustig eingestuft werden würde. Aber so wie ich es dann erzähle…

Du bist im Schwabenländle geboren und wohnst jetzt in deiner Wahlheimat Berlin. Was kann die Hauptstadt vom Schwaben lernen?

Beide haben voneinander gelernt. Wie man einen Bahnhof plant und einen Flughafen eröffnet. Der Berliner ist arm, der Schwabe geizig. Das schenkt sich unterm Strich nichts. So jedenfalls das gängige Klischee.

Du bist aufgrund künstlerischer Differenzen mit der Führungsspitze aus der katholischen Kirche ausgetreten. Welche Differenzen waren das?

Ich habe im Kommunionunterricht unbequeme Fragen gestellt. Meine investigativen Recherchen in Sachen unbefleckter Empfängnis trafen nicht auf ein offenes Gehör. Da war’s dann schnell aus mit uns.

Ergänze folgenden Satz: Mein Leben ohne Mikrofon wäre …
für weniger Menschen akustisch verständlich.

Wie findest du deine Themen?

Die finde ich in Gesprächen mit Freunden, die mich darauf aufmerksam machen, dass ich das auf der Bühne erzählen sollte. Oder mir erzählt jemand aus seinem Leben, und das inspiriert mich zu einer Geschichte, die am Ende damit eigentlich gar nichts zu tun hat. Es sind meist Aha-Erlebnisse oder Missverständnisse, die gute Geschichten ergeben.

Was ist deine Message, wenn du auf der Bühne stehst?

Dass man in allem Negativen auch etwas Positives finde sollte. Ich sehe es nicht ein, warum manche Erlebnisse beziehungsweise Erfahrungen einfach nur schlecht sein sollen. Oft sind sie im Nachhinein für irgendwas gut gewesen. Mein Motto: Humor ist die Fähigkeit, im Gegenwind zu segeln.

Bisher ging deine Karriere steil bergauf. Welcher ist der nächste Schritt?

2018 wird ein spannendes Jahr. Ich arbeite derzeit an einer regelmäßigen Theatershow in Hamburg, und es sind noch ein, zwei Fernsehformate in der konkreten Vorbereitung. Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Es könnte immer noch etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommen.

Warum sollte ich mir deine Show anschauen?

Weil die Tickets noch erschwinglich sind. Und wenn man Lust auf optimistische Comedy gewürzt mit Sarkasmus und Spitzfindigkeit und Lebensfreude im Abgang hat, ist man bei mir genau richtig. move36 verlost 2×2 Karten für das Soloprogramm von Marcel Mann „Weil ich ein Männchen bin“ am 17.01.2018 im Stadtcafé Hünfeld.

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