Gans mit Klößen, Plätzchen und viel, viel Süßes – Weihnachten ist das Fest des Schlemmens. Und jede Familie hat ihre eigenen Rituale, wie sie das Fest begeht. Johanna Pircher (16) von der Freiherr-vom-Stein-Schule hat im vergangenen Jahr einen Schüleraustausch nach Frankreich gemacht und erzählt, wie das traditionelle Weihnachtsessen bei unseren Nachbarn aussieht.

Wie ist Weihnachten in anderen Ländern? Im vergangenen Jahr war ich mit der YFU, das steht für Youth for understanding, eine gemeinnützige Austauschorganisation, in Frankreich und habe viel über das Land und die Kultur erfahren. Unter anderem, wie in Frankreich Weihnachten gefeiert wird.

Weihnachten ist von Land zu Land mit unterschiedlichen Bräuchen verbunden. Auch wenn Frankreich und Deutschland geographisch nicht sehr weit auseinanderliegen, gibt es doch ein paar Unterschiede. So isst man zum Beispiel als traditionelles Dessert die „Bûche de Noël“, eine Art Biskuitrolle mit Schokoladencreme, die optisch an einen Baumstamm erinnert. Damals habe ich dieses Weihnachtsessen mit meiner Gastschwester vorbereiten dürfen. Es ist schon etwas anderes, ob man nur in einem Schulbuch darüber liest oder es dann wirklich selbst erlebt, vorbereitet und natürlich auch probieren kann.

Johanna Pircher

Foto: Johanna Pircher

Am Heiligen Dreikönigstag gibt es bei den Franzosen die „Galette des rois“, einen Marzipankuchen, in den eine kleine Figur eingebacken wurde. Beim Anschneiden des Kuchens versteckt sich das jüngste Kind unter dem Tisch und teilt die angeschnittenen Kuchenstücke den jeweils anwesenden Personen zu. Derjenige, der die Figur erhält, ist König des Tages. Meine Figur liegt bis heute noch als Glücksbringer neben meinem Schreibtisch.

Austausch auf Umwegen

Jedes Jahr kommen etwa 550 Austauschschüler aus aller Welt mit YFU nach Deutschland und wollen hier unser Land, unsere Kultur und unsere Sprache kennenlernen. Umgekehrt sind in den letzten 60 Jahren um die 60.000 deutsche Schüler für ein Jahr in ein anderes Land gereist. Eigentlich wollte ich gar nicht nach Frankreich, sondern hatte mich für ein Parlamentarisches Patenschafts-Programm in den USA beworben. Aber meist kommt es ja anders als geplant. Die YFU hat damals die Gespräche für dieses Programm in unserer Region geführt. Lange Rede kurzer Sinn: Ich habe das Stipendium nicht bekommen, wollte aber trotzdem für ein Jahr mal was anderes erleben. Und so kam es zu Frankreich.

Für mich war diese Zeit sehr prägend, voller neuer Erlebnisse, Abenteuer, ich konnte meine Sprachkenntnisse vertiefen, internationale Freunde finden und tatsächlich auch eine zweite Familie. Die Erfahrungen, die mir meine Zeit in Frankreich gebracht haben, werden in jedem Fall in meiner Zukunft erhalten bleiben. Seit ich selbst in Frankreich war, unterstütze ich die YFU als ehrenamtliche Mitarbeiterin, denn ich finde es gut, wenn Schülern ermöglicht wird, diese Erfahrungen zu machen.

So kannst du selbst einen Austausch machen

Es gibt viele Organisationen wie die YFU. Welche für dich die richtige ist, findest du am besten heraus, indem du die Angebote für dich vergleichst und mit den Organisatoren sprichst. Die YFU bietet Austausche in über 40 Länder an, sucht aber hier auch immer nach Gastfamilien, die einen Austauschschüler aufnehmen würden.

Für die Organisation eines solchen Austausches, solltest du auf jeden Fall Zeit einplanen. Johanna hat sich bereits im Sommer 2015 für das das Programm in den USA beworben. Erst 2016 startete sie dann wirklich in Richtung Frankreich. “Nach der Aufnahme ins Programm kommt Haufen Papier, den es zu bewältigen galt, bevor ich auf eine Vorbereitungstagung eingeladen wurde.” Dabei wurde sie fit gemacht für ihre Zeit in Frankreich. Ein Jahr verging insgesamt, wobei die Organisation den größten Teil der Arbeit für dich übernimmt. Es kann auch schneller gehen, aber ein wenig zeitlichen Puffer einzubauen, ist nicht verkehrt.

Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.