“Der Mensch greift immens in die Körper der Tiere ein, um sie der Massentierhaltung anzupassen, anstatt umgekehrt die Haltung den Tieren anzupassen”, sagte Diplom-Agraringenieurin Stefanie Pöpken von der Tierschutzorganisation „Provieh“, als sie die Jahnschule Hünfeld im April anlässlich Tierschutzprojektes der Schüler besucht hat. Mit ihrem Film “Artgerecht – nicht ungerecht!” haben sich die Zehntklässler für den Hessischen Schulpreis zum Tierschutz beworben. Bereits 2015 haben sie ihn abgesahnt. 

Am Donnerstag, 24. August, geht der Film in der Mediathek des offenen Kanals Fulda und auf der Homepage der Schule online, außerdem wird er um 18.46 Uhr im TV ausgestrahlt. Bereits im April hatte move36 über das Projekt berichtet. Die Lebensbedingungen von Kühen, Schweinen und Hühnern in der Bio- und Mastzucht stehen hier im Mittelpunkt. “Es geht darum, das Thema artgerechte Haltung zu visualisieren”, sagt Lehrer Bernhard Sitzmann, der das Projekt angeleitet hat. 28 Hühner müssen in der Mastzucht beispielsweise auf einem Quadratmeter leben.

Ein Zugang zur Natur

Über Monate beschäftigten sich 25 Schüler teilweise neben dem Unterricht mit der Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und Ernährung – dass die momentanen Umstände enorme Probleme für Mensch, Tier und Umwelt mit sich bringen, steht außer Frage. Eine nachhaltige, ökologische Produktion rechne sich einfach nicht, sagen Landwirte oft.

“Doch im Zuge des Projekts haben wir das Gegenteil erfahren”, so Sitzmann. Drei osthessische Bauernhöfe, die ihre Tiere möglichst artgerecht halten, besuchten die Schüler, schauten sich die Lebensbedingungen an und interviewten Landwirte. “Vor allem geht es darum, dass die Tiere einen Zugang zur Natur haben”, betont Sitzmann. “Und keine Verstümmelungen, also keine ausgebrannten Hörner und keine gekürzten Schnäbel und Schwänze.”

Beim ersten Film vor zwei Jahren, in dem es um die Massentierhaltung ging, hätten sie viele Absagen von Landwirten bekommen, diesmal überhaupt keine, so Sitzmann. Es seien sehr offene, interessante Gespräche gewesen und tolle Tieraufnahmen dabei herausgekommen.

Das Studio im offenen Kanal herzurichten, sei ein Riesenakt gewesen. 35 Stunden haben acht Schüler neben der Schulzeit den Film produziert. Die Gewinner des Hessischen Schulpreises zum Tierschutz werden voraussichtlich im Oktober bekannt gegeben. Die 25 Jugendlichen haben nun ihren Realschulabschluss und gehen ihrer Wege. Das Projekt werde ihnen in sehr guter Erinnerung bleiben, haben sie ihrem Lehrer gesagt.

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