Warum das Holi Festival Fulda ohne move36 lief

An dieser Stelle sollte eigentlich ein farbenfroher Bericht zum gestrigen Holi Festival Fulda stehen. Der fällt aus. Denn move36 wurde der Zutritt verweigert.

Ihr kommt hier nicht rein

Es wäre so schön gewesen. Wir hätten gerne Fotos von feierwütigen Holi-Besuchern in einem bunten Farbenmeer gemacht. Dazu ein paar nette Zeilen, wie super das Festival doch war. Vielleicht noch ein Zitat vom Veranstalter, der gesagt hätte, wie sehr ihn der riesige Andrang überwältigt hat. Darüber hätten wir echt gern geschrieben, durften aber nicht. Als ich auf das Gelände wollte, wurde ich von der Security abgewiesen. Der Sicherheitsmann sagte: „Von der Presse waren schon zwei Leute da. Damit ist die Berichterstattung für uns erledigt. Wenn du rein willst, musst du 15 Euro Eintritt bezahlen.“

Pressefreiheit geht anders

Denken wir mal kurz darüber nach. Der Veranstalter verlangt Geld dafür, dass ich meine Arbeit machen darf und bekommt dafür auch noch Aufmerksamkeit und Reichweite. Nö, danke. Das ist schon ein merkwürdiges Verständnis von der Pressefreiheit. Die einen dürfen berichten, die anderen nicht. Eigentlich kennt man sowas ja nur von Donald Trump und seinem Umgang mit CNN. Gut, ok. Wir sind vielleicht nicht ganz unschuldig an der Sache. move36 hat einen Bericht über die schlampige Organisation des Festivals veröffentlicht. Beispielsweise hat das Ordnungsamt der Stadt das Holi erst fünf Tage vor der Veranstaltung genehmigt, weil der Antrag des Veranstalters erst sehr spät eingegangen sei. Karten wurden natürlich schon viel früher verkauft, was eigentlich nicht okay ist. Wie konnten wir nur unseren Job machen und euch mit Infos versorgen? Daraufhin hat uns der Veranstalter Hanno Schuster von einem Besuch abgeraten.

Geht weg ihr Schaulustigen

War uns egal. Ich durfte zwar nicht auf das Gelände, man hat aber auch von außen ein bisschen was gesehen. Immerhin gab es keinen Sichtschutz. Das sorgte auch dafür, dass der Wind die Farbwolke ungehindert Richtung Mediamarkt blasen konnte. Auch der gegenüberliegende öffentliche Parkplatz blieb nicht verschont. Blöd für den, der da gerade geparkt hat. Das Gucken von außen wurde übrigens nicht gern gesehen. Die Security hatte alle Hände voll damit zu tun, Schaulustige zu vertreiben. Im Vorbeigehen höre ich, wie sich ein Passant darüber aufregt. „Wenn ihr keinen Eintritt zahlt, dann verpisst euch“, soll ihm die Security an den Kopf geworfen haben. So macht man sich Freunde. Mir ging es da ähnlich. Kaum hatte ich die Kamera in der Hand, wurde ich darauf hingewiesen, wo die Kassen sind.

Fuldas größtes Festival? Von wegen!

Ok, so wollte man wahrscheinlich erreichen, dass das Holi, wie angekündigt, wirklich zu „Fuldas größtem Festival“ wird. Laut Musikpark, der bei der Veranstaltung mit im Boot war, sollen ja 2000 Besucher da gewesen sein. Glaubt man den Berichten der Medien, die reingelassen wurden, ist das aber eine dreiste Lüge. Laut den Informationen der Kollegen durften gar nicht mehr als 1200 Karten verkauft werden. Insgesamt seien auch nur rund 900 Leute dagewesen, wie die Medien berichteten. Zum Vergleich: Das SchlossKlang konnte sich über mehr als 1000 Gäste freuen, das Festival des Bieres sogar über 13000 Besucher.

So kritisch waren die Besucher

Dafür war das Holi bestimmt viel familiärer und mit Sicherheit hatten jede Menge Leute ihren Spaß. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich einige mehr erhofft haben. Auf Jodel sagten Besucher ihre Meinung. Da lest ihr zum Beispiel: „Omg. Eben beim Holi vorbeigefahren. Lächerlich. Anlage klingt wie ne Blechbüchse und noch nicht mal die kleine Fläche ist mit Leuten gefüllt. Und wie kann man erst letzte Woche die Genehmigung bekommen und Tickets schon vorher verkaufen?“ Oder: „Ich war da mit meinem Freund. War voll umsonst. 15 Euro für Schrott-Musik und ein bisschen Farbpulver.“ Treffend ist auch: „Wer das ‚Festival‘ nennt, kann nach Hause gehen. Eine riesen Lachnummer ist das. Bitte spart euch das Geld und die wertvolle Zeit!“ Gerne hätten wir uns selbst ein Bild von dem Holi gemacht.

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