Mit der Fachhochschulreife durchstarten: Feierlich wurden die diesjährigen Absolventen der Richard-Müller-Schule im Gemeindezentrum Künzell entlassen. Mit dem Ende der Schulzeit startet nun ein neuer Lebensabschnitt.

Ein Text der Richard-Müller-Schule

159 nun ehemaligen Schülerinnen und Schülern von der Richard-Müller-Schule haben jetzt ihre Fachhochschulreife in der Tasche. Zwei Jahre lang hatten sie nach dem mittleren Bildungsabschluss in der sogenannten A-Form die Schulbank gedrückt und durften nun ihr Prüfungszeugnis in Empfang nehmen. 20 Schüler aus der B-Form (ein Jahr Schulbesuch nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung) bestanden die Prüfung und neun in Ausbildung Stehende besuchten abends zusätzlich erfolgreich mit dem Fachhochschulreife-Zeugnis den Unterricht. Eine schöne Bilanz, die Studiendirektorin Ute Wieters zum Festakt ziehen konnte.

Im Namen der Richard-Müller-Schule dankte Ute Wieters den Eltern und Angehörigen für das in die Schule gesetzte Vertrauen und dafür, „dass Sie Ihren Kindern als Ratgeber, Mahner, Vorbilder und Helfende zur Seite“ standen, „dass Sie sie aber auch zunehmend eigene Wege gehen lassen.“ Sie verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass die Absolventinnen und Absolventen gelernt hätten, dass man selbst für seinen Lernerfolg verantwortlich sei. „Wir Lehrkräfte unterstützen Sie auf Ihrem Weg, indem wir Ihnen Input und geeignete Übungsaufgaben und Lernsituationen zur Verfügung stellen.“ Der Schule sei es wichtig, allen entsprechende Konzepte an die Hand zu geben, die losgelöst von der Fülle der Inhalte dazu beitrügen, sich auch in Zukunft voller Selbstvertrauen neuen Aufgaben zu stellen, zu planen, die Aufgabe zu erledigen, anschließend zu reflektieren und ggf. Korrekturen durchzuführen. Mit der Ermunterung: „Haben Sie keine Angst davor, Fehler zu machen. Nur im Vorwärtsgehen gestalten Sie Ihr Leben“, schloss die Studiendirektorin ihre Ansprache.

“Übernehmen Sie Verantwortung für sich”

Oberstudiendirektorin Claudia Hümmler-Hille schloss sich in ihrer Eigenschaft als Schulleiterin den Gratulationen an und richtete zwei Bitten an die nun ehemaligen Prüflinge: Zunächst „sollten Sie kurz innehalten und denen danken, die Ihnen den Bildungsweg und damit eine gute Ausgangslage für Ihr weiteres Fortkommen ermöglicht haben.“ Und zum zweiten bat sie darum, achtsam gegenüber sich, den anderen und gegenüber dem, was um einen herum passiere, durchs Leben zu gehen. „Übernehmen Sie Verantwortung für sich, Ihr Tun, persönlich, beruflich, gesellschaftlich und politisch“, so die Schulleiterin. Im Zusammenhang mit dem in manchen Ländern einst verbotenen Kinderbuch „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll verwies sie auf die zurzeit stattfindende documenta in Kassel. Der Nachbau eines der bedeutendsten Bauwerke auf der Athener Akropolis aus verbotenen Büchern diene uns als Symbol der ersten Demokratie und deren Werte wie Meinungsfreiheit, Freiheit der Person, der Religion, der Überzeugungen, Freiheit der Berufswahl, der Ortswahl, um nur einige zu nennen. Alice sagt: “I’m not crazy – my reality is just different from yours”.

Damit werde an Zeiten erinnert, in denen den Menschen vorgegeben wurde, wie, teilweise wo sie zu leben, zu arbeiten hatten, eine Partei, ein Führer bestimmte, was sie denken und fühlen sollten. „Die Botschaft, die ich Ihnen gerne mitgeben möchte, entstammt dem Leitbild unseres pädagogischen Handelns: Insbesondere gilt es, die Diversität der Gesellschaft als Bereicherung anzuerkennen und einem jeden mit Respekt und Wertschätzung gegenüberzutreten.“ Sie wünschte sich für die Absolventinnen und Absolventen, dass sie nicht den Heilsversprechungen von allzu einfachen Wahrheiten auf komplexe Zusammenhänge trauen sollten. Mit den besten Wünschen für die Zukunft leitete sie zur feierlichen Überreichung der Abschlusszeugnisse über.

Dass sie Verantwortung übernehmen können, zeigten die Absolventen schon während der Veranstaltung. Denn die Klasse FOS AII-7 hatte den Abend nicht nur gemeinsam mit ihrem Lehrer StR Oliver Grünkorn organisiert, zwei der Schüler, Maya Erb und Nicholas Böhm, führten sogar als Moderatoren durch das Programm.

Musikalisch untermalte erneut die Lehrerband „The Richies“ die Zeugnisübergabe, die energiegeladene Tanzeinlage der Tanzschule Philipp Conradi brachte Stimmung und der versierte DJ Comic legte nach dem offiziellen Teil auf.

Traditionell wurden die Besten des Jahrgangs mit der „Eins“ vor dem Komma der Durchschnittsnote mit einem Buchpräsent geehrt:

Jonas Gersting, Leonhard Jäger, beide FOS A II-7

Jeremias Kramlinger, FOS A II-8

Nico Nakova, FOS A II-5

Nathalie Neumann, FOS A II-1

Lena Ostrowski, FOS A II-3

Lea Röder, FOS A II-1

René Wehner, FOS A II-6

Milena Wiegand, FOS A II-5

Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.